Ein Jahr…

10. Juni 2008 at 19:06:21 (Allgemein)

Ein Jahr ist das also her, dass ich mir überlegte, das Blogangebot hier zu nutzen, um Wichtig- und Nichtigkeiten meines Lebens aufzuschreiben. Das meiste ist für andere wahrscheinlich eher nichtig…aber wenn ich es mir zT manchmal durchlese, dann steigen Erinnerungen an ein bewegtes Jahr auf…klar, meine innersten Träume und Gedanken habe ich hier nicht notiert, die sind einfach nur in meinem Kopf oder bei meinen Freunden gut aufgehoben…aber wenn ich so sehe, was drumrum passiert ist, dann lächele ich in mich hinein und merke, wie mein Leben doch durchaus vielseitig ist.

Trauer gabs in dem Jahr und Freude…Dummheiten, Spaß, Liebe, Leid…alles drin. Berufliche Erfolge, privates Durcheinander…ein Jahr Dana rum.

Ich möchte mich sehr bedanken bei denjenigen, die so so regelmäßig mein(en) Blog lesen. Es ist schön zu sehen, dass viele meinen Stil gerne lesen. Wenn man den Durchschnitt nimmt, sind es momentan um die 56 Leser, allerdings waren es ja anfangs nicht so viele…letztens habe ich mal geguckt, wie viele Hits es werden von einem zum nächsten Blog. Da waren es an die hundert. Da man hier ja nicht antworten kann, nehme ich diesen ungefähren Wert auch für die ungefähre Leserzahl und freue mich sehr darüber. =)

Danke also euch, die ihr mich dadurch motiviert, dass ihr ihn lest, dass ihr mich immer mal wieder anhaut (wo bleibt der nächste Blog???) und euch zT freut, wenn einer da ist. Das ist echt einfach nur schön. =)

Und nun noch eine kleine Nichtigkeit aus dem Leben einer Musikerin:
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Zu gestern und heute bleibt zu sagen: ich HASSE Fliegen!!
Nee, eigentlich nicht, aber wenn sie zu der ungünstigsten Zeit um dich rum sind, schon. -.-„““““““““““““““

Ich hatte gestern einen Gesangsauftritt. Ein klassisches Ave Maria.
Ich kanns zwar nicht mehr hören, aber die Leute buchen es einfach immer wieder…naja und klassisch singen ist einfach etwas anstrengender, ich brauche mehr Konzentration, damit alles wirklich gut wird…

Ich saß also in der Halle, in der Nähe von großen Fenstern und wartete, dass ich dran kam. Am Fenster tummelten sich ungefähr fünf große Fliegen (ja, so welche, die immer auf der Sch… sitzen). Sie surrten, knatterten durch die Gegend…und ich dachte nur: OH BITTE…nicht im falschen Moment in meine Richtung!!!

Anscheinend hatte ich damit eine Einladung ausgesprochen!
In dem Moment, wo ich aufstand, stürzten sie in wildem Kampfe vom Fenster weg…EXAKT in meine Richtung! Sie flogen mir um meinen Kopf – ich sang möglichst konzentriert – sie flogen in meine Haare – ich schloss die Augen und konzentrierte mich noch mehr – sie verfingen sich in meinen Haaren!!! – ich legte alle Seele in meinen Gesang, über die ich verfügte, während ich innerlich jede einzelne Fliege nahm und aufspießte…. eine flog fast in meinen Mund!!

Als ich geendet hatte, beschlossen diese Mistviecher wohl, die Friedensfahne zu hissen und flogen einträchtig davon, bevor ich in der Lage war, meine grausamen Pläne umzusetzen!!

Fliegenverschwörung…gibt es sowas? Wenn ja, war ich Opfer!

Leider bin ich nicht ganz um 19.21h fertig geworden…aber ich freue mich auf ein neues Jahr Charis live. =)

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Noch zwei Wochen…NUR NOCH ZWEI WOCHEN…

07. Juni 2008 at 13:06:54 (Allgemein)

Das muss doch zu schaffen sein. Zwei Wochen, dann ist süßestes NICHTSTUN angesagt! Ich weiß, ich sage es eigentlich jedes Jahr:

GOTT, BIN ICH FERIENREIF!!!

Aber meine Ohren sagen mir, dass das stimmt. Jeden Tag diese zum Teil noch stümperhaften Klavierversuche meiner Schüler (ich mein, eine Siebenjährige malträtiert das Klavier halt eher noch, als dass sie musiziert…und ich hab ne Menge Sieben-Acht-Neunjährige…)…meine Ohren sind nach einer gewissen Zeit einfach müde. Und wenn das dann wochenlang so geht, setzt immer mal ein unangenehmes Fiepen ein…sie sind überlastet. Also strebe ich so vier Wochen vor Ferienbeginn den Ferien wirklich entgegen. Meine Ohren würden schneller streben, wären sie nicht bei mir angewachsen (tja, ihr zwei, tut mir leid.).

Musiker sind zwar bis ins hohe Alter geistig fit, aber viele haben Hörprobleme. Davor habe ich schon etwas Angst. Es ist manchmal schon krass, wie brutal so ein kleines Kind fähig ist, in die Tasten zu hauen. Sicher, ich habe auch einige Kandidaten, die wirklich schon unglaublich gut spielen, die später auch Musik studieren könnten, aber der Alltag ist halt doch eher die andere Seite… Normal musikalische Kinder auf ihrem Werdegang zu begleiten.

Manchmal sitze ich in meinem Studio, während ein Kleiner nicht versucht, seine Seele ins Spiel zu legen, sondern mal testet, wie weit sein Bizeps in der Lage ist, den Raum mit einer gewissen Dezibel-Zahl zu füllen und frage mich, während meine Augen bei jedem Ton zucken, warum ich das eigentlich mache. Es ist schädlich für die Ohren, es ist anstrengend mit Kindern zu arbeiten, es nervt mich oft, wenn die Kinder unter ihrer Leistungsfähigkeit bleiben, obwohl sie Zeit und Möglichkeit zum Üben gehabt hätten…dazu halt meine piependen Ohren und die Aussicht auf leichte Taubheit im Alter…warum also?

Die Antwort geben mir viele Kids…wenn sie da sitzen und strahlend ein Stück vorspielen, das ihnen Spaß macht und bei dem sie sich richtig Mühe geben.
Die Antwort geben mir Kinder, die mich angucken und sagen: ich finde das toll hier!
Die Antwort bekomme ich, wenn meine Wettbewerbsschüler vierhändig spielen, sich kaputt lachen, weil eine der beiden rausgekommen ist und sie sich alleine verständigen, wo sie wieder anfangen und umso schöner weiter spielen.
Die Antwort habe ich, wenn meine älteste Schülerin komplett eine Klaviersonate spielt, ich hinten mit geschlossenen Augen im Sessel sitze und einfach genießen kann.

Dann weiß ich, warum ich das mache…und es ist gut so. =)

TROTZDEM BIN ICH FERIENREIF! -.-

Ich brauche einfach manchmal dann auch die Ruhe. Alles abschalten. Nichts hören, was in Richtung Klavier geht.

Das Problem: diese Ferien sind gespickt mit Klavier. Ich wurde mit einem Kollegen für einen Open-Air-Auftritt gebucht. Der ist am 5. Juli. Eine Stunde Programm mit Popsongs. Wir haben Eric Clapton, Eva Cassidy, Dan Fogelberg und noch andere Interpreten im Programm und müssen dafür bis dahin noch ne ganze Weile üben, damit alles steht. Eine Stunde zu zweit bestreiten, ist schon gescheit viel. Aber ich freue mich darauf. Wird bestimmt schön. Ich hoffe mal, dass es nicht regnet……..

Naja, ich setze mich mal wieder an meine Beurteilung für die Kids……der Blog entstand nur, weil ich absolut keine Lust drauf hatte. -.-

Aber denk einfach dran, Dana: NUR NOCH ZWEI WOCHEN….

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Ich hasse Wochenenden, die keine Wochenenden sind

01. Juni 2008 at 23:06:58 (Allgemein)

Als Musikerin hat man häufig eben unter der Woche viel und dann noch am Wochenende. Und wenn dann BEIDE Tage des Wochenendes verplant sind, dann ist das einfach nur noch zum Schreien. -.-

Es war Chortime. Gestern ein großes Waldfest mit acht Chören, heute ein Chorfestival mit zehn Chören…baaaah, man kriegt Kopfschmerzen!

Naja, gestern war es dann doch ganz schön. Ich hatte sowas von überhaupt keine Lust eigentlich. Morgens und mittags brach ein Sturm los, es goss in Strömen und ich dachte schon: yeaiii, es fällt aus!! ^__^ …aber dann meinte die Sonne, mir das nicht ersparen zu wollen und setzte alle Notbatterien in Kraft. Folge: güldener Sonnenschein, Wärme und langsam einsetzende Trockenheit. Mit einem -Gesicht begann ich, meine Hose zu bügeln und die Noten zurecht zu legen. Dann, bei einem Gespräch mit NachtGefluester (er ist auch hier angemeldet, der ein oder andere kennt ihn vielleicht) erfuhr ich, dass er auch dorthin komme, weil er mit einem Chor dort auftreten würde.

Das hob meine Laune dann, ich freute mich, ihn dort mal wieder zu sehen.

Da ich ja ein Last-Minute-Kind bin, war’s am Schluss dann doch mal wieder knapp…ich rutschte schnell noch in meine frisch gebügelte weiße Hose und nach einem kurzen Blick in den Spiegel verließ ich das Haus. Am Auto stolperte ich fast über die Katze (besagte aus oberem Blog), die wohl unter dem Auto gewesen war und maunzend heraus schoss, strauchelte und „fiel“ gegen mein Auto. Da momentan alles blüht, wasche ich den Wagen nicht (er ist am nächsten Tag doch eh wieder voll mit Blütenstaub) und so ist er nicht der sauberste. Erschrocken guckte ich auf die dunklen Schmierstreifen an meiner weißen Hose. Nach hektischem Reingerenne ließ sich feststellen, dass die Hose nicht mehr zu gebrauchen war für den Abend. Fluchend stieg ich in meine schon nicht mehr ganz so saubere, weil schon einen Tag getragene andere weiße Hose und fuhr gereizt los.

Ich hatte vorher noch eine Probe für den Abend angesetzt, weil der Chor in der letzten Zeit sehr viele Auftritte gehabt hatte und wir so nur wenig Möglichkeit zum Proben hatten. Die Leute waren auch alle wirklich pünktlich und sehr willig, alles gut zu machen, was meine Laune schnell hob. Dann fuhren wir in einer Kolonne zum Aufführungsort. Die Sonne hatte sich wirklich in den Kopf gesetzt, uns gnadenlos mit Wärme zu bedienen (wer um Gottes Willen hatte DAS bestellt…) und so wurde mir nach einer Weile schmerzlich bewusst, dass eine fehlende Sonnenbrille durchaus katastrohpal sein konnte.

Der Gastchor, der das Fest ausrichtete, war wirklich gut drauf. Sie hatten eine richtige Bühne aufgebaut (die Techniker waren etwas mit dem Sound überfordert, aber sonst gings), es gab ne Würstchenbude und was zum Trinken…mir begann es, Spaß zu machen. NachtGefluester hatte mich entdeckt, bevor ich ihn gesehen hatte und es gab eine herzliche Begrüßung. Leider konnte ich nicht viel Zeit mit ihm verbringen, da meine Chorsänger ihre Chorleiterin am Tisch haben wollten. Die Nervosität war zu spüren, jetzt, wo es gleich los ging.

Wir waren gleich als zweites dran, was gut war. Danach ließ es sich nämlich entspannt zuhören. Die Chöre waren allesamt recht gut und erfrischend. Einziges Problem halt wirklich die Hitze und die Sonne. Die stach plötzlich, da bei uns momentan ja dauernd Sturmtiefs über das Land heizen und ich hatte wirklich Angst vor einem Sonnenstich. Das änderte sich schlagartig, als NachtGefluesters Chor dran war. So schön sie sangen, die Leute waren doch für ein paar Sekunden abgelenkt. Grund: eine Sturmböe fegte los, Wolken kamen auf…alle ergriff die Panik, dass es gleich wieder losgehe. Gottseidank waren wir dabei nicht laut, so dass es den Chor nicht störte. Trotzdem überlegte jeder fieberhaft eine Strategie, wie am schnellsten Sachen gerettet werden könnten, wenn es losgehe. Nach einer Weile legte sich das aber wieder und die Leute entspannten sich und konnten wieder lauschen.

Insgesamt war der Abend wirklich gelungen und ich war dann doch froh, dort gewesen zu sein.

Ganz anders heute. -.-

Es war ja schon quasi ein Zwang. Der Sängerkreis ist eine Vereinigung aller Chorvereine in meiner Umgebung. Es sind bestimmt 20 Vereine eingetragen. Und dieser Sängerkreis veranstaltet jedes Jahr ein Singen, wo eigentlich alle Vereine verpflichtet sind teilzunehmen, da der Sängerkreis Förderer ist, obwohl keiner Bock hat. Das Schöne ist auch, dass am Anfang wirklich nur die Chöre da sind, die am Anfang singen…die anderen tröpfeln nach und nach ein, ebenso lustlos wie die, die am Anfang da sind. Dafür gehen die dann alsbald wieder.

Naja und wir waren als fünfte dran, mussten also am Anfang schon da sein und hockten mit verzogenen Gesichtern da. Dann gings los und die Vorsitzende hub mit einer Rede an…und dann wagte diese blöde Gans doch, UNS abzukanzeln, dass diese Veranstaltung immer mehr zur Farce mutieren würde, sie das einfach unmöglich fände blablabla! Ich drehte mich daraufhin zu meinem Chor um und fragte: „Wollen wir wieder gehen?“…denn WIR waren ja wohl da…und wurden SO in einer offiziellen Rede empfangen! Unglaublich.

Wir blieben dann doch, allerdings hatte ich eine Idee. Wir hatten drei Lieder im Programm, zwei klassische und ein witziges zum Auflockern…ich nahm das eine klassische aus dem Programm und ließ im Chor verbreiten, dass wir dafür „what a wonderful world“ singen würden. Und als der Programmtypi unsere Reihenfolge vorgelesen hatte, bat ich um das Mikro und kündigte der Halle die Änderung an:
„Das widmen wir dem frustrierten Vorstand. Denn die Welt ist trotz allem doch wirklich wundervoll.“
Daraufhin brach ein Sturm los. Die Leute klatschten wie verrückt und lachten. Hinterher erfuhren wir, dass sich wirklich ALLE über diese Scheiß-Ansprache von der dummen Kuh geärgert hatten. Ich hab selten so eine Courage…aber diese Art war einfach SO unmöglich gewesen, dass es uns irgendwie ein Bedürfnis war, die Stimmung, die vorher absolut am BODEN war, wieder etwas aufzurichten. Und mein Chor sang das Wonderful World mit Inbrunst.

Allerdings ging ich danach. Kann ich mir als Chorleiterin erlauben…^^
Ich überlege, ob ich meinen Chor nicht überrede, nächstes Mal diesem Mist fern zu bleiben.

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