Toskana-Urlaub TAG 6

17. Juli 2008 at 23:07:19 (Allgemein)

TAG 6 (Donnerstag, 17.7.2008):

Auflade-Tag! Oder: Von Fotomodellen, Insekten und blöden Nachbarn + Danas Unfälle Part Two

Da sowohl mein Mann als auch ich ziemlich müde waren, als wir aufstanden und es heute eher bedeckt ist, beschlossen wir, einen Ruhetag einzulegen. Der Wind ist angenehm, wo es doch gestern wirklich nahe an der Belastungsgrenze für uns war, bei Affenhitze die Berge und Hügel zu erklimmen. So sitze ich jetzt hier beim Lavendel, am Springbrunnen, mein Mann ist kurz einkaufen – ich weiß auch, warum er gerne alleine geht…weil ich bei den Weinregalen immer zu schnell unruhig werde^^ – und schreibe hier schon mal ein wenig, sichte meine Fotos…es sind schöne dabei.

Moment!!

Ok…bin gerade aufgesprungen, weil ich im Lavendelfeld Schmetterlinge gesehen habe, die ich noch NIE vorher gesehen habe. Schaut selbst:

So…dann wollen wir mal weiter schreiben.

Moment…

Gerade war Melissa da, mein kleines Model. Sie ist sechs Jahre alt, auch hier auf Urlaub und eine quietschsüße Maus. Als ich sie fragte, ob sie für mich Modell stehen wolle, sagte sie gleich begeistert JA! Ich stelle fest, dass sie in Natura NOCH niedlicher ist als auf den Bildern, aber das Wetter war auch fies zu ihr. Sie schaute tapfer in die Sonne, mal sehen, ob wir abends noch ein paar Fotos machen, wenn die Sonne niedriger steht und etwas sanfter zu ihr ist.

Zwei Katzenbabies haben wir zusammen entdeckt. Martha, die eine Hauskatze von insgesamt dreien, die gerne auch abends mal auf die Restaurantterrasse kommt, um ein paar Reste „einzusammeln“, hat momentan zwei Kinderchen. Sie selbst ist total mager, weshalb ich schon gesagt habe, dass wir nächstes Mal beim Einkaufen auch ein paar Katzenbreckis mitnehmen. Wir (damit meine ich immer „die Deutschen“…also alle, die wir gut verstehen können) sind etwas besorgt, dass Martha ihre Kinder nicht säugen kann, so dünn, wie sie ist. Also stecken wir ihr gerne mal was zu.

Insgesamt sind nur ein paar Deutsche hier, aber mit denen verstehen wir uns sehr gut. Alle sind freundlich, aufgeschlossen und man erzählt sich eben dies und jenes, wenn man sich morgens beim Frühstück trifft. Melissa gehört zu einer Familie, die deutsch-kroatisch ist, dann ist da noch das kleine Baby Paula, die mit ihren Eltern in der Nähe von München wohnt und total niedlich ist. Ein anderes deutsches Ehepaar sitzt auch immer dabei, mit denen haben wir aber weniger Kontakt, obwohl sie auch sehr nett sind. Sie sind eher schweigsamer, aber sehr freundlich.

Weniger freundlich sind unsere neuen englischen Nachbarn! Gestern kamen sie an. Sie mit Nasenpflaster und Riesenhut, er komplett in Manager-schwarz mit einem sehr süßen mittelgroßen Hund, den sie DOG nennen, obwohl er wohl Nicky heißt. Dog ist sehr lebendig, wird aber dauernd angemotzt, ganz kurz an der Leine gehalten und, egal, wo sie sind, immer so angebunden, dass er gerade mal den Kopf ablegen kann, wenn er ganz nah an der Anbindstelle liegt. Ich finde das unmöglich. Klar, im Hotel darf er nicht alleine rumlaufen, aber unsere Terrasse ist groß, da kann er ruhig frei liegen. Aber nein….er wird so kurz gehalten, dass er dauernd röchelt.

Als sie ankamen, gab es gerade mal ein nicht lächelndes Hallo für uns, das wars. Seitdem werden wir nicht mehr mit dem A… angeguckt. Mir egal, die sind eh so blöde Nüsse, dass ich gar keinen Kontakt mit denen will! Mein Mann ist eigentlich sehr friedliebend. Aber gestern, als er beim Essen auf die Türe zugegangen ist, sie mit vollem Teller raus wollte, er ihr höflich Platz machte und sie ihn nicht mal anschaute, geschweige denn Danke sagte, war es auch bei ihm aus. Für ihn sind es nun nur noch die „Snobs“, für mich und die anderen Deutschen die „Hundequäler“, weil denen natürlich auch schnell auffiel, wie heftig eng der Hund gehalten wird. Er darf nicht mucken, weil er sofort eins verbal auf den Deckel bekommt, er muss dauernd liegen, obwohl er wohl lieber steht und die Umgebung beobachtet…armes Tier. Gut, ich sehe nicht, dass sie ihn wirklich quälen, sie sind auch lieb zu ihm, sonst wäre ich auch längst dort und würde Schwierigkeiten machen…aber Blödis sind es doch. Man muss sich ja nicht lieben, aber irgendwie gebietet es ja wohl die Höflichkeit, dass man mal Hallo sagt. Da brechen die sich auch nichts ab. Egal. Luft ist dicker als das, was sie nun für mich sind.^^

Für mich fing der Tag insgesamt nicht so gut an heute. Ich habe einen sehr blauen Arm mit einer riesigen Beule. Ich weiß auch nicht…irgendwie ist das Mobiliar in unserem Zimmer beweglich…und irgendwie kann es mich nicht leiden…es springt mir dauernd in den Weg! Ob ich mir den Fuß am Bettpfosten anhaue, über die Teppichkante stolpere, im Bad in der Wanne fast umfalle oder mit der Schulter an dem Türrahmen hängen bleibe…die Möbel sind gegen mich!! Ok, mein Mann sagt, es läge an meiner Schusseligkeit, aber was weiß DER schon. Naja, gestern, spät abends, rannte ich nun mit voller Wucht gegen den Schrank. Ich hatte was gesucht, hatte mich umgedreht, war geistesabwesend Richtung Wohnzimmer gelaufen…und da fiel der mir todesmutig in Laufrichtung dazwischen. Folge: blauer Arm, Beule an Arm und Stirn und ein tränenreicher Wutanfall. Als ich dann auch noch über die Sandale meines Mannes stolperte, die wir immer als Türstopper nehmen, war’s vorbei. Ich trat voller Wut gegen den Schuh, der dann meterweit flog…der Argumentation meines Mannes, dass der Schuh nun am wenigsten für meine Dabbischkeit (hessisch für: Oberschusseligkeit) konnte, war ich in keinem Maße zugänglich.

Aber es gibt doch jemanden, der mich leiden kann, bzw eine Gruppe. Die Insekten! =) Juhu. Und zwar komischerweise nur meine Füße. Ich hatte ja schon vor dem Urlaub einen Klumpfuß, weil mich ein Biest in den Fußrücken gestochen hatte, komischerweise lieben diese Viecher meine Füße. Und NUR meine Füße. Ich habe sicher fünf bis zehn Stiche inzwischen, die natürlich der Dicke meiner Gehwerkzeuge zuträglich und der Schuhpassform abträglich sind. Und das Schlimme ist, dass die Stiche auch nach Tagen nicht aufhören zu jucken. 😦 Der Stich, mit dem alles begann, juckt immer noch und ich kratze ihn mir immer blutig, wenn ich geistesabwesend bin…und das scheine ich oft zu sein… *hust* Zusätzlich gibt es quer über der Terrasse eine Ameisenstraße, die abends immer zu dem großen Olivenbaum-Pott in der Mitte will. Keine Ahnung, was die da abtransportieren…aber sie kommen jeden Abend. Das Hauspersonal ist sehr auf Zack, jeden Morgen ist die Terrasse blitzsauber gespült, aber bis abends haben sich die kleinen Soldaten neu formiert und treten ihren nächsten Feldzug an. Und meist genau da durch, wo ich sitze. Andauernd muss ich mit meinem großen Zeh dann einigen Draufgängern klar machen, dass ICH hier der Chef bin und ICH hier sitze…NEIN, ich trete sie natürlich nicht kaputt, ich stumpe sie nur an, worauf sie die Flucht antreten. Aber oft ist es dann so, dass ich irgendwann dann aufgebe. Ameisen sind SOWAS von stur…glaubt man nicht.

Hihi, das klingt jetzt so, als würde ich im Urlaub dauernd meckern. Gar nicht. Der Urlaub ist der schönste Urlaub seit vielen Jahren. Ruhig, entspannt, gut gelaunt…das Wetter ist genial, unsere Örtlichkeiten…hab ich euch da schon mal von vorgeschwärmt??? Ach…hab ich schon….ok…. Gerade sehe ich einer kleinen Eidechse zu, wie sie sich in der Sonne wärmt, die Kinder sind am Pool und haben ihren Spaß, man hört sie in allen möglichen Sprachen herumschreien…warum habe ich den Tag eigentlich „Auflade-Tag“ genannt? Weil wir alles aufladen. Den Akku der Kamera, den PC, das Handy…und uns selbst. =)

Und es tut verdammt gut!!

Heute Abend haben wir in einem nahe gelegenen Restaurant gebucht, darauf freue ich mich schon…und morgen geht es nach Siena. Da müssen beide Kameraakkus aufgeladen sein, denn da wird mich KEINER vom Fotografieren abhalten! Nein, KEINER. 🙂

Ich hoffe, ihr habt alle einen schönen Tag!

Bis morgen dann!

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EDIT: … -.-

Es gibt noch Unfall-Dana Vol. III…

Ich könnte so schreien. Ich wollte was aus unserem Minibar-Kühlschrank holen, wo wir unsere Einkäufe mit reingequetscht haben…und eine Dose Cola war SO blöd postiert, dass sie in hohem Bogen heraus fiel. Nunja, das ist ja eigentlich kein Problem. Wenn sie nicht unglücklich auf eine Kante gefallen und das Metall eingerissen wäre!!! Ich weiß nicht, ob euch schon mal ne Dose, die unter Druck steht, an der Seite kaputt gegangen ist…mir jedenfalls nicht. Schreiend griff ich nach der wild um sich spritzenden Dose, um sie nach draußen zu befördern. Bis ich das Loch gefunden hatte und draußen war, hatte sie sich halb auf mich und halb in unsere Behausung entleert. Ich war von oben bis unten durchnässt und so wütend, dass ich froh war, dass niemand sich gerade in meiner Nähe aufhielt. Ich weiß nicht, wozu ich fähig gewesen wäre. Ich wusch also meine Kleidung aus, zog mich um, putzte Wohnzimmer, Flur, Kühlschrank, Tisch, Stühle…und als ich dann fertig war, kam mein Mann, weil er sich langsam wunderte, wo ich blieb. PÜNKTLICH, ALS ICH FERTIG WAR!!! G98zsg9fpfuvgdp97gta9f7vgapifuvp!!!!! Jaha.

EDIT 2:

Diesmal was Gutes:

Das Restaurant war echt spitze! Wir haben gleich für Sonntag wieder gebucht, denn man muss vorbestellen, damit man einen Platz bekommt. Letztens waren wir schon mal da und mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen. Aber es lohnte sich wirklich! Selbst gemachte Ravioli…boah…so lecker…

EDIT 3:

Unfall-Dana Vol. IV…

…mein Arm ist jetzt noch blauer…denn ich bin genau an die gleiche Stelle noch mal gerumst, als ich am Schrankschlüssel hängen blieb…nun ist der Schlüssel abgezogen, soll sich auf der Klimaanlage ruhig den Tod holen…und der Schrank hat die Ansage bekommen, dass wir durchaus wissen, wie man Feuer macht…das sollte genügen…

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