Von Gittern, fiesen Wünschen und Polyester

09. August 2008 at 23:08:26 (Allgemein)

Heute war ein Tag, auf den ich mich schon eine ganze Weile gefreut hatte.

Sylvi und ich wollten in die Wilhelma (Zoo in Stuttgart) fahren, um zu fotografieren und Tiere und Umgebung zu besichtigen. Tommy, ein lieber Freund, wollte gerne mit fahren. Auch er fotografiert und ist in einem Fotoforum mit uns zusammen aktiv. Dass er Frühaufsteher ist, zeigt folgende Begebenheit:

„Wann wollen wir denn losfahren, Dana?“
„Was schlägst du denn vor, Tom?“
„Ähm…sieben?“
„????????????????????????????????????????????????????????????????“

Wie kann man nur eine MUSIKERIN mit einer Uhrzeit wie SIEBEN schocken??? 😀
Sieben…das ist die Zeit, wo ich gerade aus der Tiefschlafphase in die Traumphase übergehe, oder so ähnlich.^^ …Sieben…UTOPIE! Gottseidank sah das Sylvi genauso und es wurde acht Uhr festgelegt, was für mich auch noch unglaublich früh war. Es wurde dann viertel nach neun… *hust*…was eher aber nicht an Tommy lag. 😉

Die Fahrt nach Stuttgart war sehr angenehm und ging wesentlich schneller als erwartet. Auch fanden wir alles sofort. Klasse. =) Da man im Zoo-Parkhaus schon die Eintrittskarte an den Kassenautomaten kaufen konnte, taten wir das und gingen so hämisch grinsend an allen elend wartenden Menschenmassen vorbei, hinein in die gute Stube. Gute Stube deshalb, weil man wählen konnte: links Richtung Park oder rechts erstmal in die Gewächshäuser hinein?

Wir wählten links. Und sollten schnell merken, was das für ein starker Fehler war.

Die Gewächshäuser der Wilhelma sind unglaublich heiß und die Luftfeuchtigkeit liegt bei gefühlten 34598374534 Prozent. DOCH, das geht, mathematisch vielleicht nicht gleich beweisbar, aber EMOTIONAL auf jeden Fall! Wir schraubten uns mit unglaublich großen Menschentrauben durch die einzelnen kleinen Hallen, alles war sehr eng…sagte ich schon, dass es sehr heiß war??? Mir gingen diese vielen Menschen recht schnell furchtbar auf den Keks. Überall waren sie, fielen um mich herum, so dass ich kaum ein Bild machen konnte…ich weiß, es klingt egoistisch, aber manchmal wünsche ich mir einen Beamer…der die Leute einfach BZZZZZZZZZ….nach draußen transportiert. Da ich aber leider über keinen verfüge, da er bei einem Beamvorgang die sechsfache Sonnenenergie bräuchte, musste ich mit innerlichen Verwünschungen (Krankheiten an die Hälse der mich Störenden waren besonders beliebt) zufrieden geben.

Das Schlimme war: die Häuser waren alle aneinander und nirgends war eine Öffnung zum Rausflüchten!! Man MUSSTE da durch, genau wie bei den modernen Möbelhäusern, wo man durch alle Räumlichkeiten des Marktes durch muss, bevor man an den Stand mit den Nippessachen kommt. Als wir ENDLICH durch diese Schläuche durch waren – ich überlegte mir noch, ob das feuerschutztechnisch denn überhaupt ok wäre und ob ich nicht Massen an Menschen rette, wenn ich der Feuerwehr mal einen anonymen Hinweis gebe – kamen dann doch einige schöne Flächen unter FREIEM Himmel.

Wir hatten unsere Schirme mitgenommen, da es immer wieder anfing zu tröpfeln. Gebraucht haben wir sie an dem ganzen Tag NICHT, sie haben uns nur total genervt, da wir mal wieder zu viel in der Hand hatten. Sylvi hat für sich ein neues Talent entdeckt: Schirm umschmeißen. Je lauter er polterte, desto besser. Sie lehnte ihn immer an Mauervorsprünge, Gitter und anderes…und es war fast davon auszugehen, dass sie ihn berührte und er mit lautem Getöse dem Erdboden nahe kam. Als er das erste Mal fiel, erschreckte ich mich noch total – wenn man Kameras in der Hand hat und plötzlich tut es einen Schlag, da erschrickt man halt erstmal.^^‘ – später quittierte ich es lediglich mit einem Grinsen und einer lauten Zahl. Am Schluss waren wir bei SECHS!

Die Wilhelma insgesamt war leider nicht so toll, wie wir gehofft hatten. Es ist eher ein Park mit tollen Pflanzen, als ein Zoo. Die Pflanzen und Gebäude sind echt obermegastark, aber die Tiere…zT eingepfercht in total kleine Käfige, nur zur Belustigung der dort lustwandelnden Leute, aber nicht artgerecht gehalten…daher haben wir wenige Tiere fotografiert, da wir sowas nicht unterstützen wollten. Dazu kam noch, dass echt alles dort unglaublich teuer war. Sylvi aß zu Mittag ein Baguette mit Käse überbacken, das sie, zusammen mit dem Getränk, 8,50 Euro kostete. Und ich finde, da sollte mal Schluss sein.

Allerdings haben wir auch sehr viel gelacht!

zB darüber, dass alles auf die Eisbären wartete, aber alle Bären müde drinnen waren und keinen Bock auf Menschenmengen hatten.

Oder auch darüber, dass wir die ganze Zeit nach den Löwen suchten, es aber gar keine Löwen gab!

Oder aber darüber, dass wir an einem Käfig stehen blieben, wo lediglich eine Decke am Boden lag, etwas zerstrubbelt…und sonst nichts im Innern war…und wir uns fragten, was denn da drinnen sei…und Tommy völlig trocken meinte:

„Das ist ein…Polyester.“

Ich hab SO lachen müssen, weil diese alte Polyesterdecke dort lag und Tommy in dieser trockenen Art zum Umfallen komisch gewesen war.

Auch sehr gelacht haben wir am Seerosenteich, wo wir uns müde auf eine Bank setzten. Dort fuhr ein Mann eine total alte Omi im Rollstuhl um den Teich herum. Immer wieder. Dann wies sie ihn wohl an, Fotos zu machen und er beugte sich so dermaßen über den Rand des Teiches, dass wir ihn schon drin liegen sahen. Sylvi und ich hatten nun die Asoziation, dass die Omi plötzlich hämisch lachend von hinten dem Mann einen Stoß geben könnte…und er mit leichten Abzügen in der B-Note volle Kanne in den Teich knallen würde….alleine die Vorstellung reichte aus, uns immens zu erheitern.

Ich würde euch ja gerne ein, zwei Fotos zeigen. Leider gestattet die Wilhelma Veröffentlichungen nicht einfach so. Ich muss erst fragen und weiß nicht, ob ich dann darf. Ich meine…die wissen, warum sie es nicht erlauben. Traurige Affen hinter Gittern in viel zu kleinen Zellen will einfach keiner sehen… 😉

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