Halleluja!

23. August 2008 at 18:08:24 (Allgemein)

Nein, ich habe nicht vor, einen Talar anzuziehen und euch das Reich Gottes zu predigen.
Das darf jeder alleine für sich entscheiden, ob er das möchte oder nicht.

Aber ge-halleluja-t habe ich heute trotzdem.

Nachdem ich ja letzte Nacht halb depressiv rumgehangen bin (gut, ich bin heute auch noch sehr traurig und weiß noch nicht, wie das weiter geht) und mich in Selbstmitleid etwas gewälzt habe (manchmal muss man das tun), habe ich heute etwas Abstand genommen. Tut mir ganz gut, obwohl es in mir natürlich brodelt. Gut wird es erst sein, wenn eine Aussprache da war…aber die geht natürlich nur, wenn 1. beide Seiten das wollen, wovon ich nicht so überzeugt bin und 2. beide „Parteien“ die Ruhe haben, mit Abstand drüber zu reden. Also mal sehen, wann das sein wird.

Jetzt ist die Traurigkeit zwar Begleiter, ich denke sehr oft dran, aber die Erlebnisse heute rückten es für eine Weile in den Hintergrund.

Ein Ehepaar meines einen Chores feierte heute Goldene Hochzeit. Die beiden sind sehr gute Sänger und Stützen in der Gruppe, treu und motiviert…und hatten den Wunsch, ob es möglich sei, dass der Chor singe.
Aber klar! So konnten wir den beiden mal etwas zurück geben, das freute uns.
Wir haben dann von ihnen eine Wunschliste bekommen mit den Stücken, die sie gerne gesungen haben wollten.

Unter anderem das Händel Halleluja:

youtube=http://de.youtube.com/watch?v=Mw6H3crLzpg

(Leider musste ich es als normalen Link einfügen, da bei Videoeinfügen dann nur steht: Not Available.
EInfach in eine neue Browserpage einfügen – klappt bei mir jedenfalls)

Mein Chor hat das schon ein paar Mal aufgeführt, sie können es schon. Allerdings ist ja immer das Problem, wenn man sowas Schweres eine Weile nicht mehr gesungen hat, dann geht es etwas vergessen. Zudem kam noch, dass ein paar wichtige Stimmen des Chores an dem Termin nicht konnten. Mein Chor besteht zwar aus 50 Leuten, aber wenn aus einer der vier Hauptstimmen einige fehlen, dann wird das schon etwas schwerer.

Ich fragte also, wer denn könne…und sah gleich: nicht zu machen. Es fehlten zu viele.
Der Baldjubilarin standen damals die Tränen der Enttäuschung in den Augen.
„Keine Möglichkeit?“…
Ich schaute sie mitfühlend an: „Es tut mir leid…das schaffen wir in der Besetzung nicht…“
„Ach nein………….“
Es tat mir ja wirklich leid, ich wusste, dass es ihr Herzenswunsch war, weil sie dieses Stück so liebte, aber was sollte ich machen?

Wir probten also die anderen Lieder und vor zwei Wochen kamen dann die beiden zu mir:
„Also, wir wollde Ihne nur saache, dassmer jetz‘ nächsde Woch net kumme, wail mer jo eh net mitsinnge“
Ich lächelte und meinte, die beiden seien entschuldigt für die nächste Probe. In der nächsten Probe dann, als das Jubelpaar abwesend war, kamen einige meiner Sänger und sagten: Du, wir sind doch da!
Für mich ein Signalzeichen:
„Holt die Händelnoten! Wir haben nur eine einzige Probe, aber wir versuchen es!“
Ich zückte mein Handy und rief ein paar meiner Chormädels von meiner Jugendband an, die das Stück damals sowohl mitgeprobt als auch mit gesungen hatten. Drei sagten sofort zu, fuhren los und stießen zu uns. Ich war für diese Spontanität SO dankbar. Das Stück war sehr schwierig, ich musste viel nacharbeiten, einige Stellen waren doch so weit weg aus dem Kopf, dass ich doch einiges an harter Arbeit mit der Chorbagage investieren musste. Dementsprechend kaputt war ich abends.

Heute nun war die Goldene Hochzeit.
Ich hatte allen klar gemacht, wenn sie auch nur ein Sterbenswörtchen über das Hallleluja zu den beiden verlören, würde meine Rache fürchterlich sein, so hatte keiner etwas erzählt. Ich sagte vorher dem Organisten Bescheid, dass wir am Schluss singen würden und er nicht spielen müsse und teilte das auch noch dem Pfarrer mit, dann harrten wir der Dinge, die da kommen sollten.

Der Gottesdienst war mehr Konzert mit „nebenbei etwas Goldener Hochzeit“, so viele Stücke hatten die beiden sich ausgesucht. Es ging echt so: Begrüßung – Chor – Psalm – Chor – Gebet – Chor – Ansprache – Chor – usw Wir hatten fünf Stücke zu singen, die alle nicht wirklich leicht waren, dementsprechend aufmerksam und angespannt waren alle. Aber sie meisterten wirklich alles mit Bravour heute, ich war sehr stolz auf meine Mannschaft.

Die beiden Jubilare waren eh schon halb am Weinen vor Rührung und dann versetzten wir ihnen noch den Todesstoß. Ich drehte mich zu ihnen und erklärte ihnen, dass wir nun doch noch eine Überraschung hätten…und dann ertönte das Halleluja. Und selbst MIR lief es eiskalt den Rücken hinunter! Die Chorsänger sangen, als hätte sich der Himmel aufgemacht…jeder mit Feuereifer im Gesicht, bereit, das Allerbeste zu geben für ihre Freunde, die dort unten so festlich angezogen saßen…50 Jahre miteinander verheiratet. Es war ein toller Moment und ich war so dermaßen stolz auf sie alle. Das Dirigieren machte in diesem Augenblick einen enormen Spaß…einer der Momente, wo man merkt, dass das, was man tut, das Richtige ist. Auch wenn ich oft klage, dass ich keine Lust auf die Probe habe, weil ich lieber die Füße hochlegen würde…HIER war wieder die Zeit zu denken: JA, es ist richtig, was du machst. Auch wenn du hart arbeiten musst, du bist hier exakt richtig.

Und wenn man sowas denken kann, ist es wirklich schön. =)

Als der Gottesdienst fertig war und wir hinaus zum Gratulieren gingen, fiel mir die Jubilarin in den Arm und meinte halb schluchzend: „Das war das SCHÖNSTE Geschenk….“ Hach, was gings mir gut…und was freute ich mich, dass die beiden so Freude daran gehabt hatten. Ihr Mann ist eher ein Raubein im Chor, immer einen Spruch drauf…oft muss ich ihn leicht scherzhaft ermahnen…aber heute schwammen seine Augen und er sagte leise: Vielen Dank…es war eine große Freude…“

Ach, es ist so schön, wenn man Freude geben kann.

….und ich hoffe, dass ich das auch einer bestimmten Person bald wieder geben darf…

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Herzschmerz

23. August 2008 at 02:08:57 (Allgemein)

Tränen tropfen leise sacht
Draußen ist es dunkle Nacht
Und in meinem Herzen drin
Ich nicht wen’ger dunkel bin

Traurigkeit, die wie ein Tier
Blutig frisst und nagt an mir
Setzt sich schmatzend in mein Herz
In mir drin ist jetzt nur Schmerz
Freundschaft sich in Zweifel zieht
Was mich nimmt unglaublich mit
Frag ich mich, ob sie noch will?
Sollt ich eher fragen still:

Was hat sie bei mir gehalten?
Kann das einfach so erkalten?
Weiß sie denn, was sie an mir
Hat…….mann, ich weine hier…
Ja, mit mir hat man’s nicht leicht!
Und dass es dann mal auch reicht
Weiß ich auch, doch bin ich ich…

Wissen die, die kennen mich.


Kann ich schöne Dinge machen
Bringen alle schnell zum Lachen
Doch auch blöde Dinge sagen

Kann ich dann an manchen Tagen
Aber ich bin einfach ich
Möchte nicht entschuld’gen mich
Dass ich einfach Dana bin…

Nehm’s doch auch bei andren hin


Dass sie sind halt wie sie sind…
Und muss sagen, dass ich find,
Dass man Fehler machen kann

Kommen sie auch blöde an.


Oh, ich fühl mich ungewollt…. ;_;
Es wohl anders kommen sollt‘
Aber ich’s nicht ändern kann…

Denn so kommt es bei mir an…


So werd ich mich mal vergraben
Einfach Abstand von ihr haben…
Bin ne Weile einfach still

Denn das ist’s wohl, was sie will…


😦

(Ja, ich weiß, dass momentan
Ich oft heulend komm hier an
Sorry, meine lieben Leser
Denke’s wird auch wieder besser…)

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