Hamburg oder das große Zittern 1

02. Januar 2009 at 03:01:43 (Allgemein)

1. Tag: von Kälte, Handschuhen und teuren Cocktails

Um halb acht klingelte der Wecker. Um zehn Uhr sollte es losgehen.

Ich hatte es sogar geschafft, wirklich noch am Abend vorher das meiste der Dinge, die ich mitnehmen wollte, zusammen zu packen. Oft passiert das erst am Reisetag selbst und ich verspäte mich schrecklich. Da ich aber eine bin, die gerne pünktlich ist, muss ich mich dann immer vollkommen hetzen, was natürlich meine Innereien total in Aufruhr versetzt. Ihr wisst ja, die können reden! Und das Geschrei, zusätzlich zur Hetze…nicht schön.

Ich machte mich also flott fertig, packte den Rest noch ein…und dann fuhren wir…um ELF.

*hust*

Ich schaffte es also, trotz allem rumzutrödeln. ABER: mein Mann hatte damit gerechnet und war, als ich gegen halb elf fix und fertig war, ebenfalls noch nicht fertig! HA!! Er war dann total verwundert, dass ich schon da stand und er noch gemütlich beim Frühstück saß. Hehehe…

Es war SO kalt…ich hatte nicht ganz so viel an, weil wir ja fünf Stunden im warmen Auto sitzen würden…und ich fror am Ledersitz quasi fest. Meine Güte, wie kalt kann Leder eigentlich sein??? Ich haute die Sitzheizung auf Stufe 6, höher ging nicht und zitterte und bibberte vor mich hin.

„Da hinten liegt eine Decke, nimm die dir doch.“

Mein Mann konnte das Zähneklappern nicht aushalten. Ich verdrehte mich nach hinten und nahm mir die Decke. Ich kuschelte mich hinein und ab da dämmerte ich in einem Halbschlaf so vor mich hin. Das Gute daran: die Zeit geht wesentlich schneller rum. Ich setzte mich auf, als das Auto langsamer wurde.
„Wir machen mal eine Pause, sind jetzt auf der Hälfte der Strecke.“
Ich schaute raus…schaute weg….riss die Augen auf und schaute wieder raus:
„Das….das gibt’s ja nicht!!! SCHNEEEEEE!!!!!“

Tatsächlich. Im Harz lag Schnee und zwar richtig! Also…richtig für hessische Verhältnisse, wir sind da nicht verwöhnt…ich schmiss die Decke von mir, stieß, als wir standen, die Autotür auf und sprang begeistert nach draußen. Ich schnappte mir meine Kamera aus dem Kofferraum, wir gingen schnell etwas Kleines essen und dann wollte mein Mann nach Wischzeug für die Wischanlage gucken und ich entsprang ihm für eine Weile nach draußen, um ein paar Winterfotos zu machen.

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Als ich dann alles abfotografiert hatte, was nicht bei drei auf den Bäumen war, rief mein Mann mich zurück.

„Auf geht’s, noch mal schnell aufs Klo, dann reiten wir weiter.“ (Obwohl er „der Schuh des Manitu“ gar nicht gesehen hat!)
Wir bahnten uns den Weg zu den Toiletten und ich traf auf etwas, das ich als Neuerung auf Gaststätten absolut blöd finde:

BONS.

Man muss 50 Cent einschmeißen und bekommt einen Wertbon dafür. Man kann aufs Klo und dann kann man sich für die 50 Cent noch was kaufen…nur, gibt es was für 50 Cent da?? NEIN, natürlich nicht! Also muss man noch was drauflegen und die machen ein gutes Geschäft mit dem Geschäft. Jaha. Ich ging zum Ausgang, meinen Bon in der Hand, da kam ein altes Ehepaar durch die Tür, am Stock…beide guckten suchend Richtung Selbstbedienungstheke und ich sah, dass sie sicher was zu Essen holen wollten. Ich schnappte mir den Bon meines Mannes und ging zu den beiden.
„Sie wollen doch sicher was essen, oder?“
Skeptischer Blick zu mir hoch:
„Ja….?“
„Dann nehmen Sie hier die beiden Bons, wir brauchen sie nicht, da wir schon gegessen haben und nichts kaufen wollen.“
„Ach…DAS ist aber nett!“
Die beiden strahlten und nahmen die beiden Bons wie kleine Schätze an sich – zu süß.

Wir fuhren dann weiter und versuchten immer, der Zeitprognose des Navis etwas voraus zu sein. Am Schluss hatten wir die Prognose um eine Viertelstunde unterboten, hihi. Ich pennte wieder etwas und verschlief fast die Einfahrt nach Hamburg! Als wir über die Elbbrücke fuhren, meinte mein Mann:
„So…nu bin ich mal gespannt, wo das Hotel ist…hoffentlich findet das Navi das…“
„Ähm…nimm doch das?“
Ich deutete einfach zum Fenster raus: groß ragte HOLIDAY INN vor unseren Augen empor.
Noch um zwei Ecken und wir waren da.

Ui, das Hotel war nobel. Großzügig, hell, mit „goldenen“ Geländern…wir bekamen ein Zimmer im neunten Stock. Als wir oben ankamen, schrie ich laut auf. Die Aussicht aus dem Zimmer war HERRLICH!! Ich stand da und konnte es kaum fassen. Mein Mann stöhnte gequält, als ich die Kamera aus dem Rucksack riss und ans Fenster stürzte. Dann rannte ich auf den Flur, da konnte man auf einen Außenbalkon…schaut selbst, welcher Blick sich mir bot:

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Es war so unglaublich kalt, aber irgendwie war mir total heiß, weil ich so begeistert war. Dieser Blick wird mich nie wieder loslassen. Egal wann, er war immer schön.

So sah es zB an einem Regentag aus:

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Nachdem ich dann fertig geknipst hatte, rief ich eine Freundin von mir an, auf deren Geburtstag ich am 23.12. noch gewesen war. Wir hatten dort nämlich festgestellt, dass sie mit ihrem Freund zufällig genau zur selben Zeit in Hamburg sein würde wie wir! Selbst in „König der Löwen“ waren sie – allerdings einen Tag vor uns. Hätten wir das gewusst…das wäre sicher witzig geworden. Aber an dem Abend wollten wir uns treffen und gemeinsam etwas durch Hamburg laufen.

Wir trafen uns am Rathaus um 19h, es war so kalt, dass ich kaum atmen konnte. Meine Hände waren Eisbrocken…und meine dicken Handschuhe lagen sicher im Hotel, da ich mit denen nicht fotografieren konnte. So lief ich an einen Stand, der vor dem Rathaus aufgestellt war und der Handschuhe ohne Fingerkuppen anbot. Ich kaufte schwarze Handschuhe bei einer sehr netten, älteren Dame, dann ging es mir besser. Wir liefen eine Weile mit den beiden durch die Stadt und kehrten dann beim Blockhaus ein. Das ist ein Steakhaus. Es war proppenvoll, die Bedienung überlastet (bis wir mal die Karten bekamen…eieiei…)…ich bin ja bei so was pingelig. Ich mag es, wenn die Bedienung weiß, dass erst die Dame die Karte bekommt und DANN der Herr etcpp. Das ging natürlich alles durcheinander, die Bestellungen wurden nur so halb mitbekommen, so dass einiges falsch ankam, na ja, das Fleisch schmeckte dann wenigstens. Da es so voll und so laut war, dass es nicht wirklich schön war, verließen wir gleich nach dem Essen das Restaurant und machten uns auf die Suche nach einer Cocktailbar. Leider waren wir dazu echt in der falschen Ecke unterwegs.

Rund um die Alster, das Rathaus etcpp ist ein absolutes Luxusviertel. Da reiht sich ein Superladen neben dem anderen auf, es gibt Gucci, Dolce&Gabana und alles, was das verwöhnte Frauenherz wünscht (ich zog die Augen zum Himmel…so was braucht doch echt keiner…). Wir froren immer mehr, aber die Preise bei den verschiedenen Bars brachten uns zum Schwitzen…ich zahle doch keine 10 Euro für einen Cocktail!!!…und dann darf sogar in manchen Bars wieder geraucht werden…ätzend.

Ende vom Lied: wir waren wieder da, wo das Blockhaus war und gingen drei Häuser weiter zu einem Italiener, wo die drei einen Wein tranken und ich einen Eistee…wir haben uns noch gut unterhalten, dann nahmen wir uns ein Taxi nach Hause. Auf dem halben Weg setzten wir die inzwischen Mist schwätzende, da leicht angetüdelte Freundin und ihren Freund ab…zu Hause im Hotel angekommen, fiel ich ins Bett, um mich aufzuwärmen und mir Durchhaltevermögen für den nächsten Tag anzuschlafen.

Hamburg hatte mich fein Willkommen geheißen…so wollte ich es morgen richtig erkunden!

Gute Nacht, Ankunftstag!

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Frohes Neues Jahr! [aber ich hasse Silvester immer noch!]

02. Januar 2009 at 02:01:23 (Allgemein)

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Was ich da mache?
Ich übe das neue Jahr zu schreiben. Das muss ich jedes Jahr machen, weil ich sonst bis März immer wieder meine Schüler damit erheitere, die Jahreszahl des Vorjahres im Hausaufgabenheft zu notieren. Die Jahre gehen inzwischen so schnell rum, dass ich mich immer wieder wundere, wo die Zeit geblieben ist…Es ist wirklich was dran, dass Menschen, je älter sie werden, die Zeit als schnelllebiger empfinden.

Naja, aber lassen wir das.

Kommen wir lieber zu meinem Lieblingsthema: WIE ICH SILVESTER HASSE! =)

Allerdings muss ich sagen, dass die Feier wirklich wunderschön war. Grund dafür: meine besten Freunde, die da waren…und mein kleines Patenkindchen. Aber dazu später. Erstmal muss ich mir mal wieder Luft machen.

Wenn ihr mein Blog verfolgt, wisst ihr, dass ich Silvester verabscheue.
Diese Böllerei, die vielen total besoffenen Jugendlichen, die zufälligerweise dann in UNSERER Straße nisten und bis halb vier nachts rumbrüllen müssen, die verschmutzten Straßen….ich mag die Raketen ganz gerne, sie zeichnen wunderschöne Dinge an den Himmel…aber diese Knaller, die Frösche, die Erbsen, halt alles, was man so hinfeuert…ich verstehe einfach nicht, wie man daran Spaß haben kann. Was bringt es einem, ein Metallrohr mit Schwarzpulver zu füllen, einen Lappen reinzustopfen, das Teil auf der Straße aufzustellen und dann laut „WOHOHOHOHOOOOOOOOOOWWW GEEEIIIIIL!!!“ zu brüllen, wenn das angezündete Ding mit einem Knall halbe Dächer abdeckt?? Ich kann einfach nicht erkennen, wo daran der Spaßfaktor liegt, dass man danach die Fetzen seines Trommelfells einsammeln muss.

Das Problem: bei uns in der Straße wohnen wirklich viele nette und auch ruhige Menschen. Es gibt keine Nachbarschaftskriege, gut, man kennt sich nicht sooo gut, wie es in anderen Bereichen der Fall ist (Neubaugebiete zB, wo das zusammen Bauen auch zusammen schweißt), aber man kommt miteinander aus. Aber an Silvester mutiert die Hälfte der Leute dort zu den absoluten Krachmachern! Ich habe keine Ahnung, wo die das alles kaufen und was sie dafür ausgeben, aber da die Halbstarken unter ihnen um drei nachts immer noch Nachschub organisiert hatten (mal abgesehen davon, dass sie im Suff in Streit gerieten und sich eine Stunde lang auf offener Straße anbrüllten, schlugen und fertig machten), machte ich vor halb vier kein Auge zu.

Ich verstehe ja, dass man das neue Jahr begrüßen will. Es ist ja auch nett etcpp. Aber in den Wohlstandsländern nimmt das Ausmaße an, die mich erschrecken. Denn auch bei Krachern und Raketen gibt es „Schwanzvergleiche“, man sollte es nicht für möglich halten.

Hat der eine eine Box mit einer Reihe von 10 Feuerwerkskörpern, die dann in Serie hochgehen, hat der Nachbar sicher eine mit 12. Und genauso klingt es bei uns dann nachts. Das nimmt kein Ende. Warum können die nicht in anderen Straßen wohnen. 😦

Allerdings kann ich diesmal sagen, dass mein Jahr erstens wunderbar zu Ende gegangen ist und zweitens wunderbar begonnen hat.

Am 29.12. war ich noch mit meinem besten Freund bei einem sehr lieben Fotokollegen shooten. Dieser hat ein Fotostudio (selbst konzipiert und eingerichtet) und shootet da oft Leute, die bei ihm einen Termin machen. Ich habe vor kurzem Bilder von einem Model eingestellt, das war dasselbe Studio. Und mein bester Freund, der vor einer Weile unglaublich viel abgenommen hat und von dem ich auch schon hier Bilder gezeigt habe, wollte uuuuunbedingt auch mal dort hin. Mein Fotokollege hat es uns erlaubt und ich muss sagen, das ist SO nett! Er hat einen ganzen Tag für uns verwendet, hat mit fotografiert, hat mich aber sehr viel machen lassen…und ich bin total dankbar, dass er so großzügig ist. Genommen hat er dafür nämlich nichts. Danke auch an seine Frau, die ihn den ganzen Tag entbehren musste.

Hier mal zwei, drei Bilder:

Nach diesem schönen Tag war dann ein Tag Pause zum Ausruhen und dann kam Silvester, was ich ja bekanntlich hasse (:D).
Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Zwar nervte mich das Geböller wie sonst auch, es ändert sich einfach nichts, egal wie lange man hofft und wartet, aber ab Nachmittag wurde es wirklich sehr, sehr schön!

Meine Freundin kam schon gegen halb sechs, nachdem ihre kleine Tochter (mein Patenkind) gegessen hatte und wir spielten zwei Stunden mit der Kleinen. Ich liebe dieses Kind und habe Glück, dass das Kind auch mich liebt. Meine Freundin hatte mir erzählt, dass ihre kleine Tochter nur zu Hause und bei der Oma (wo meine Freundin ihren Zweitwohnsitz hat, da sie an zwei Orten arbeitet) gut schläft, deswegen waren wir auch etwas angespannt, als sie den Spatz gegen viertel vor acht bettfertig machte. Sie legte sie im Gästezimmer ins Bett, legte sich kurz daneben und das Kind schlief! Ich war begeistert, meine Freundin war selig, denn so konnte sie unser Zusammensein auch genießen. Kurze Zeit später kam mein bester Freund (da wir alle Studienkollegen sind, kennen wir uns alle) auch dazu, mein Mann auch und wir machten alle zusammen Abendessen und saßen lange schwatzend zusammen. Dann schauten wir zweimal hintereinander Dinner for One, sprachen alle Texte mit, sagten voraus, wann er wie über den Tigerkopf fiel, quatschten wieder und guckten dann SWEENEY TODD. Das ist ein Film von Tim Burton mit Johnny Depp in der Hauptrolle eines schlitzenden, sich rächen wollenden Friseurs. Nett. 😉

Als es dann zwölf war und das Geballere los ging, was unsere Kleine übrigens komplett verschlief, umarmten wir uns und wünschten uns von Herzen ein schönes neues Jahr…und das war wirklich einfach wunderbar. Den Abend mit den liebsten Freunden verbringen…einer fehlte…aber bald wird auch er da sein, worauf ich in Vorfreude bin. Und ich stellte fest, dass man im Kreise dieser Lieben alles andere vergisst…man hört auf, sich über Dinge zu ärgern, man spürt einfach nur noch Freude.

Meine lieben Leser,

ich wünsche euch von Herzen ein wirklich gutes Neues Jahr.
Und zwar eins, in dem euch vieles gelingen mag, ihr euch so richtig wohlfühlen könnt, euch das Lachen nie ausgeht und eure Entscheidungen von Erfolg gekrönt sind….und dass ihr Freunde habt. Denn Freunde…das ist mit das Schönste im Leben.

Gute Nacht! =)

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