Von rechtsdrehendem Dünger, Kameras, Gruppenkeile und Gummibärchen

18. März 2009 at 02:03:45 (Allgemein)

Wie man dem Titel entnehmen kann, ist wieder viel passiert die letzten Tage. 😀

Würde ich öfter schreiben, würde sich das etwas mehr verteilen, aber momentan komme ich einfach nicht dazu, ich bin dauernd auf Achse gewesen…für’s Blogschreiben brauche ich etwas Muße…und heute Abend nehme ich mir die doch einfach mal wieder. =)

Tja, wo fange ich an? Ach, ich zäume das Pferdchen mal von hinten auf!

Gummibärchen

Viele essen sie gerne, ich auch. Aber ich habe die letzte Zeit eine etwas andere Sucht… Gummibärchen fotografieren! In einem meiner Fotoforen war ein Gummibärchen-Wettbewerb ausgerufen worden. Man sollte sich mit den kleinen, putzigen Süßigkeiten auseinander setzen…das machte ziemlichen Spaß, weshalb ich in dem Forum, das zu meiner Kamera gehört, dem Sony-User-Forum einen Gummibärchen-Thread aufmachte….der Thread schlug voll ein, was mich riesig freute und die Leute haben einen totalen Spaß daran, Gummibärchen zu kaufen, zu fotografieren, zu essen… ich bin noch schuld, wenn alle mehrere Kilo zunehmen. 😀

Ich zeig euch mal das ein oder andere:

PROFESSIONELLE EINFÄRBUNG

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Dasselbe andersrum:

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Dann noch der SAUBÄR, der saubär wurde…

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Und die BÄRENMARKE

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Es ist der Hammer, was man sich  alles für Blödsinn ausdenken kann! Aber es macht ungemein Spaß…und den anderen Kollegen genauso. Der Thread ist gerade mal knapp drei Wochen alt, hat 13000 Hits und unheimlich viele Antworten…mit den tollsten Bildern. Ich bin immer wieder begeistert, wenn ich sehe, was die Leute so draufhaben!

Sicher…banale Sache das…aber einfach unglaublich lustig.

Kommen wir zu einem nicht so schönen Thema… 😦

GRUPPENKEILE

Ich habe doch ein Vokal-Ensemble. Das ist ein kleiner Chor mit ausgewählten Stimmen, die sehr gut sind. In jeder Stimme sind es vier, nur in der zweiten Frauenstimme, dem Alt, sind es nur drei, aber es reichte immer aus. Wir haben uns die letzte Zeit für ein Konzert vorbereitet, das am Samstag stattfinden sollte.

Nur leider findet es nicht statt.
Ich war ja mehrere Wochen krank, sehr krank und konnte einfach nicht singen, sprechen oder dirigieren. Die Vorbereitung litt darunter, aber wir hätten es hinbekommen, wäre da nicht gewisse negative Schwingungen der Sänger untereinander. Ich habe das schon vor einer Weile mitbekommen und wir haben auch schon mal miteinander ein offenes Gespräch in der Gruppe geführt. Es gibt da unterschwellige Vorwürfe, die die Mitglieder gegeneinander erheben (Vereinsvorstand, Mitglieder, Missverständnisse, wie das unter Menschen gerne mal üblich ist). Dann fielen jetzt auch noch drei meiner Sänger wegen Bronchitis aus, zwei davon in der ersten Frauenstimme, dem Sopran…ich konnte das Konzert stecken.

Wir nutzten dann die letzte Freitagsprobe mal, um Tacheles zu reden. Und ich stellte mal wieder fest, dass man anscheinend lieber übereinander redete als miteinander…wie oft bekam ich Probleme erzählt…aber am Tisch schwieg man dann wieder. So geht es natürlich einfach nicht, was ich traurig feststellte. Ein paar der Mitglieder sagten dann auch, dass sie keine Lust mehr hätten, weil sie einfach nicht mehr gerne in der Gruppe wären. Netterweise sagte man mir immer wieder, dass es nichts mit mir oder meiner Chorführung zu tun habe, sie seien immer gerne zu MIR gekommen…das machte mich dann schon etwas weniger traurig. Aber traurig ist es trotzdem.

Es kamen dann schon noch ein paar ehrliche Worte auf den Tisch…manche davon ZU ehrlich, wenn derjenige nicht in der Lage war, sie diplomatisch auszudrücken…einige fühlten sich dann angenervt und verärgert…ich war froh, als wir die Sitzung wegen fortgeschrittener Zeit unterbrachen…am Freitag geht es allerdings weiter…und ich befürchte, dass alles auseinander bricht. Einige fragten schon, ob ich sie weiter dirigieren würde, wenn sie dem Verein den Rücken kehrten…und nach meinem Ja sind da jetzt schon einige am Überlegen, wie das denn gehe. Trotzdem schade alles… 😦

Doch wenden wir uns wieder etwas wirklich Schönem zu!

Neue Kamera!

„Hä? Sie hat doch gerade im Sommer erst eine neue Kamera bekommen!“ werden sich sicher einige denken – und das zu Recht.
Ja, ich hatte im Sommer meine Alpha 350 von Sony bekommen, auf die ich lange hingespart hatte. Ich war auch total froh, sie zu haben und habe mit ihr schöne Bilder geschossen. Genommen hatte ich sie damals vor allem gekauft, weil sie einen klappbaren Live-View-Monitor hatte, also einen kleinen Monitor, auf dem man vor dem Abdrücken schon das Bild sehen konnte, ohne durch den Sucher zu gucken. Das war mir wichtig, da ich bei meiner vorigen Kamera auch Live-View hatte und darauf nicht verzichten wollte. Der Witz aber: seit ich die neue Kamera hatte, habe ich NUR noch durch den Sucher geguckt und eigentlich gar nicht mehr auf den Monitor vorher. Viele meiner „Kollegen“ haben mir das prognostiziert und ich lachte nur immer…aber sie hatten Recht.

Nunja…und dann habe ich letztens die beiden Kinder einer Freundin fotografiert…es war dunkel, es war nass und eklig…und es musste schnell gehen. Also habe ich die ISO-Zahl hochgedreht. ISO ist die Lichtempfindlichkeit. Das gibt es auch bei den Filmen von „früher“. Da gab es 100er Filme und 200er und 400er. Je höher die Zahl, desto lichtempfindlicher waren sie…aber auch desto grobkörniger. Genauso ist es auch bei dem ISO-Wert der Digitalkameras. Je höher der ISO-Wert, desto heller aber auch desto rauschiger das Bild. Ich drehte die ISO-Zahl auf 400, was eigentlich noch nicht sooo hoch ist….aber ich war entsetzt, wie stark es rauschte! Ich musste die Bilder von einem Programm gezielt glatt rechnen lassen…und dadurch geht viel Schärfe verloren…

Ich war echt traurig…und da ich demnächst mehrere Models shooten soll, war ich etwas verzweifelt…wenn wenn das Licht nicht so günstig ist, was soll ich dann machen? Ich besprach das mit meinem Mann und er hob die Augen zum Himmel:
„Soll das jetzt alle halbe Jahre so gehen, dass du eine neue Kamera willst??“
„Neeeee…das wird eine einmalige Sache.“

Und ich denke, das wird es wirklich. Ich habe mit meinem Vater gesprochen, er holte sich die 350 zum Testen ab und mein Mann erlaubte einfach so, ohne dass ich lange betteln musste, dass ich mir die Alpha 700 holte…ich war total begeistert. So fuhr ich am Samstag gerade noch rechtzeitig in Mainz vor, wo ich bei Foto Oehling die 700 zu einem guten Preis abholen konnte. Zu Hause habe ich sie natürlich gleich ausprobiert. Toll, einfach toll. Sie ist so viel klarer im Bild und Aufbau.  Sie liegt toll in der Hand, sie ist benutzerfreundlicher…ich bin echt überglücklich. Ich musste sie nochmal umtauschen (gestern bin ich nochmal hin), weil der Sensor sehr verdreckt war (kriegt man selbst nur geringfügig sauber), weshalb Oehling so freundlich war, mir die Kamera einfach umzutauschen und mir einen Blasebalg zur Sensorreinigung dazu zu schenken…und jetzt bin ich wunschlos happy. 🙂 Die Shootings können also kommen! =)

Rechtsdrehender Dünger:

Kennt ihr das, wenn ihr über ein total bescheuertes Thema rumphilosophiert, obwohl nichts Sinn macht?
Es ist absolut hirnrissig, aber ich muss immer noch grinsen, wenn ich dran denke.

Mein Mann und ich waren letztens mal wieder einkaufen. Das ist bei uns ja sonst ein mittleres Drama, weil mein Mann spart und ich Geld ausgebe…zwei Gegensätze, die sich ausnahmsweise mal NICHT anziehen. 😉 Diesmal waren wir allerdings recht entspannt, weil unser Einkaufszettel von MIR geschrieben und von IHM abgesegnet worden war und einfach gewisse Sachen gekauft werden MUSSTEN, mit denen sich mein Mann schon abfunden hatte. 😀

Wir kamen also in den Großmarkt, wo wir nur sehr, sehr selten einkaufen und meinem Mann fiel ein, dass wir noch Pflanzendünger brauchten, so fuhren wir erstmal in die Gartenabteilung. Dort war ein Mitarbeiter gerade dabei, Preise zu verzeichnen und stand uns voll im Weg. Das machte nicht wirklich was, wir guckten um ihn rum, doch er hatte das Talent, unter uns knieend immer nach zu rutschen, dass wir irgendwie nicht an die Dinge kamen, an die wir wollten. Und dann ritt mich der Teufel. Ich lehnte mich an ihn und griff über seine Schulter hinweg zu einer Flasche Pflanzendünger, auf der groß draufstand: „MIT GUAMO!“. Keine Ahnung, was das war, aber ich schrie überspitzt auf und sagte:
„GUAMO, Schatz!!! Das müssenmüssenmüssen wir nehmen, dass es DAS jetzt endlich gibt!!!“
Mein Mann schaute mich an, als wäre ich komplett der Idiotie verfallen, der Typ unter mir starrte mit ungefähr derselben Miene hoch. Ich machte weiter:
„Schau doch Schatz, GUAMO…ohne GUAMO läuft einfach NIX mehr im Pflanzenbereich. Das ist DER neue Schrei in der Pflanzenwelt!“
Mein Mann begriff…grinste…und machte mit:
„ACH!!! NEIN!! Das gibt’s ja nicht! Dass ich das noch erleben darf, dass die das endlich wahr gemacht haben! GUAMO…ich glaub’s nicht!“

Der Typ unter mir blickte von mir zu meinem Mann, von meinem Mann zu mir und schien es mit der Angst zu tun bekommen. Er unterbrach seine Arbeit, um das von uns so angepriesene Pflanzenprodukt eingehend zu betrachten.
„Das MUSS man mal mitgemacht haben…GUAMO…das ist ein Erlebnis ganz einzigartiger Wirkung! GUAMO bereichert das Leben!!“
Mein Mann fuhr gerade zu voller Höhe auf. Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen, weiter mitzumachen…völlig ernst natürlich, ohne ein Lächeln.
„Hm…meinst du denn, dass es auch rechtsdrehende Kulturen sind? Man weiß doch inzwischen, dass nur rechtsdrehend auch wirklich gut verdaulich ist!“
Der Marktmitarbeiter unter uns rutschte langsam aber sicher von uns weg und gab den Weg frei. JETZT war es auch zu spät. Mein Mann griff in den Einkaufswagen, wo die Flasche des Düngers schon stand, schaute sie abschätzend an und drehte sie dann ein paar Mal schnell nach rechts.
„Jopp, rechtsdrehend.“

Unter uns ein lautes Schnaufen…der Typ konnte nicht mehr und lachte los. Mein Mann natürlich total entrüstet:
„Komm, Schatz! Mit solchen Banausen geben wir uns gar nicht erst ab!!“
Wir drehten den Wagen um, dackelten unseres Weges…und bogen dann schnell in die nächste Gasse ab, weil wir uns erstmal selbst totlachen mussten. Als wir dann später zur Kasse unterwegs waren, schaute uns ein andere Marktmitarbeiter total seltsam an…und an der Kasse sahen wir den anderen Mitarbeiter stehen, der gelacht hatte und mit zwei Kassiererinnen schwätzen. Als wir an die Kasse kamen – natürlich mit Absicht an einer dieser beiden Kassen – suchte er schnell das Weite und die Kassiererin schaute uns sehr abschätzend an. Da kratzte es uns natürlich wieder. Ich hob mit allergrößter Vorsicht den Dünger aus dem Wagen:
„Pass bitte gut auf, Schatz, die Kulturen sind sooo wertvoll…a….aaaachtung!!“
Mein Mann balancierte den Dünger dann mit aller Vorsicht auf das Band und ließ immer einen Finger dran, dass die Flasche nicht umkippte.

Die Verkäuferin zog still die ganzen Sachen über das Band…und dann kam der Dünger dran. Und was dann kam, war wirklich zum Brüllen!!! Sie nahm ihn wie einen Beutel rohe Eier und zog ihn langsam drüber! Danach behielt sie ihn unsicher in der Hand, bis ich mich erbarmte und ihn ihr abnahm. Wir packten toternst alles ein…zahlten…verließen den Markt…und dann musste ich erstmal entkrampfen, weil mich das Lachen so schüttelte.

Hachja…gut, dass wir so gut wie nie in dem Großmarkt einkaufen…ich befürchte, die könnten sich an uns erinnern. 😀 😀 😀

Ich wünsche euch eine gute Nacht!

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Dreiste Menschen bräuchte es nicht…und gibt es in Massen…

10. März 2009 at 01:03:58 (Allgemein)

Es ist immer wieder erstaunlich, wie oft Menschen doch denken, dass sie im güldenen Glanze der Sonne die einzigen sind, die dort schweben dürfen, während der Pöbel sich im Staube kriechend, Dreck fressend vorwärts bewegt.

Oder anders ausgedrückt:

Es gibt Idioten, die an Egomanie kaum zu überbieten sind!!!

Gestern Abend hatten mein Mann und ich mal wieder Lust, unseren alten Chinesen aufzusuchen. Es ist ja immer öfter so, dass größere Restaurants die kleinen schlucken…das Angebot ist dort reichhaltiger und besser abgestimmt auf die hungrigen Deutschen. Und wir gehen dann halt gerne ab und an zu einem dieser kleinen Läden…stellen aber leider fest, dass wir manchmal die Einzigen sind, die dort sitzen und essen…

Gestern Abend WÄREN wir es lieber als alles andere gewesen.

Als wir hinein kamen, waren nur drei Tische besetzt von den 12. Ein Mann nippte an seinem Bier, war aber wohl schon fertig mit Essen, zwei Damen saßen hinten am Fenster und packten gerade ihre Glückskekse aus, ein Zeichen dafür, dass die Rechnung bereits bezahlt war und sie auch bald aufbrachen. Und dann noch zwei Männer an einem Tisch…sich unterhaltend.

Und dann machten wir den entscheidenden Fehler.
Wir setzten uns in deren Nähe.

Erst bekamen wir nichts mit, da wir uns beim Buffet Essen holten. Ich war etwas schneller, ging zum Platz, setzte mich und wartete auf meinen Mann, der sich mit der Auswahl noch etwas Zeit ließ. Es ließ sich leider nicht vermeiden, dass ich das Gespräch nebenbei mit anhörte. Es war nicht gerade leise, die beiden Damen waren inzwischen gegangen und der eine Herr unterhielt sich eh nicht. Der eine von beiden, ich nenne ihn mal Herr Müller (den anderen, den Zuhörer, nenne ich dann mal Herr Schulze), hatte sich gerade vor kurzem scheiden lassen. Er hatte ja mit seiner Frau einfach keine Gemeinsamkeiten mehr…es ging ja aaalles nur den Bach runter. Er fing auch an, durchaus schlecht von ihr zu reden…und da war er bei mir unten durch. Es kann ja sein, dass man keine Gemeinsamkeiten mehr hat und sich entschließt, ein Leben fern voneinander zu führen…aber man muss dann nicht den Expartner durch den Dreck ziehen!

Mein Mann kam mit seinem Essen und ich versuchte mit ihm ein Gespräch aufzubauen.
Also…versuchte.
Oftmals durch lautes Lachen oder Sprechen zusammen zuckend und das Gespräch abrupt unterbrechend, dauerte es doch ein Weilchen, bis ich das gesagt hatte, was ich sagen wollte…unwillkürlich wanderten unsere Blicke immer wieder zu den beiden am Tisch schräg rechts von uns. Die beiden waren so vertieft, dass sie gar nicht merkten, wie das Thema uns aufgedrückt wurde. Mein Mann kann’s ja in so einem Fall nicht lassen und er fing an, in einem leicht zynischen Tonfall sehr leise zu mir zu sprechen.
„Ja…der arme Kerl…da WAR es einfach nix mehr…die Welt ist verdammt schlecht…“ sowas in der Art. Ich muss dann meist sofort total lachen und versuchte, dabei meine Ente, die mir den Rachen beim Prusten fast verschloss, zu schlucken.
„Shhhhht….“ ein beschwörender Blick meines Mannes, nachdem die beiden drüben irritiert rüber geschaut hatten.
„Nimm das gefälligst ernst…schau, er ist so ein armer Hund…und er hatte so zu leiden…und seine Frau war echt ne Brunsblunse.“

Ich hustete, ist es doch sehr schwierig, Lachen zu unterdrücken, saftiges Fleisch zu schlucken und dafür zu sorgen, dass alles in die richtigen Röhren wandert. Indes erzählte Herr Müller gerade rührigst, dass seine zwei Söhne ihn nur besuchten, wenn er sie eindrücklich einlud…sie würden von sich aus absolut keine Regung zeigen, ihn mal einfach so zu besuchen…nein, er müsse sie her zitieren und einladen…

Ich sah meine Gelegenheit, es meinem Mann heimzuzahlen, schluckte er doch gerade an einem schönen großen Happen:
„Mich wundert es, dass sie es sich nicht noch zahlen lassen….mein Preis, ihn zu besuchen, wäre verdammt hoch…“
Dem hochroten Kopf meines Mannes entnahm ich, dass er nun mit denselben Folgen kämpfte wie ich eben und durch meine Frage, ob ich ihm mal auf den Rücken klopfen solle oder er einfach noch einen kleinen Moment warten wolle, bis er von den Gesprächsthemen und Lästereien drüben am Tisch selbständig rückwärts essen würde, machte ich es nicht besser. Wir entschlossen uns, nochmal ans Buffet zu gehen und dort erstmal gescheit Luft zu holen.

Als wir zurück kamen, war gerade Schweigen. Na sowas! Achso. Die beiden hatten ihr Essen bekommen und mampften zufrieden vor sich hin. Auf dass sie noch eine Weile mampfen würden!

Weit gefehlt.
Das Handy klingelte. Laut.
Es klingelte einmal.
Herr Müller kramte danach.
Es klingelte zweimal….noch lauter.
Herr Müller hielt es in der Hand und schaute drauf.
Es klingelte ein drittes Mal.
Herr Müller guckte immer noch.
Erst als er sah, dass wir beide etwas genervt in seine Richtung schauten, hob er ab.

„Hallo?…Ach…Du!…ja…achnein….“
Sein Blick wandelte sich in eine mitfühlende, weinerliche Miene:
„Ach…das ist ja schlimm!! Und ich dachte, er hätte sich wieder berappelt….nein…was? Achso…SO schlimm? Naja, das eine Bein war ja schon eigentlich tot…wie? Achso…naja, jetzt hat er es hinter sich, schau….ja, ich verstehe, wie sehr du traurig bist…wenn ich jetzt bei dir sein könnte, würde ich dich in die Arme schließen und trösten…aber ich muss ja hier noch auf der Tagung sein und komme erst heute Nacht spät heim…“
TAGUNG????

Herr Müller säuselte noch eine Weile vor sich hin, tröstete, erklärte, dass derjenige doch ein hohes Alter erreicht hatte…und anscheinend war seine „Freundin“ oder wer da auf der anderen Seite war, entweder Astronautin auf der MIR oder diente auf einem Unterseeboot, jedenfalls brüllte er halbwegs durch den Hörer. Als er auflegte, waren wir gerade beim Zahlen, weil wir es einfach nicht mehr aushielten…sowohl in dem Restaurant nicht, als auch vor Lachen nicht. Herr Müller klickte sein Handy zu und wechselte seinen mitleidigen Solidaritätsblick in einen gehässigen….und dann ging’s los über den Vater der einen Freundin, die grad angerufen hatte…und da erstarb sogar mein Lachen im Gesicht. Nicht nur, dass er uns minutenlang einem Gespräch ausgesetzt hatte, das sicher NICHT für unsere Ohren bestimmt gewesen war, er besaß auch noch die Dreistigkeit, über jemanden, der gestorben war, in dieser Art und Weise zu reden! Wir verließen fassungslos das Restaurant…

…Menschen sind einfach eine bescheuerte Spezies…es geschieht uns Recht, wenn wir irgendwann ausgerottet werden…

*Kopf schüttel*

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Weiter geht’s! „Handwerker müssen nicht schlecht sein!“

06. März 2009 at 14:03:44 (Allgemein)

So, ich weile einigermaßen wieder unter den Lebenden. =)

Lange habe ich nichts mehr geschrieben…aber wenn man immer nur im Haus rumhängt und rumhustet und schnieft und dann eine Depriphase bekommt und dann mault und nölt und die Freunde nervt, weil einem langweilig ist und deppe Fotoprojekte ins Leben ruft, nur weil man etwas Abwechslung bekommen will….dann ist es eher ungesund für alle um einen herum, wenn man dann per Blog auch noch rumpienst. 😀

Und dann muss man sich erstmal wieder aufraffen, mit dem Schreiben anzufangen, weil man nicht weiß, WO….

Ich erzähle euch heute mal von den schönen Dingen, die mir jetzt passiert sind, seit ich wieder einigermaßen gesund bin. =)

Was es mit dem Titel auf sich hat: wartet bis zum Schluss. 😉

Ausflug mit meiner besten Freundin und meinem Patenkind in den Zoo

ENDLICH wurde es etwas wärmer.

Ich hasse ja den Winter. Ich mag es nicht, dass es so lange dunkel ist (im Norden würde ich mir wahrscheinlich irgendwann die Kugel geben…), ich kann es nicht leiden, dass es so kalt ist, mir fehlen die Vögel, die milde Wärme, der gute Duft nach Blüten…ich bin einfach ein Frühlingskind. Und jetzt vor kurzem (jetzt regnet es wieder und ist kälter…manno) war es richtig schön hier!

Die Luft war so würzig und mild…man streckte die Nase aus Fenstern und Türen…und musste unwillkürlich lächeln…also so ging es mir jedenfalls. Man roch einfach die wärmere Zukunft für ein paar Stunden. Meine Freundin und ich schnappten ihre kleine Tochter, einen unserer besten Freunde und meinen Mann und machten uns auf in den nahegelegenen Kleinzoo, wo es viele Greifvögel, aber auch größere Tiere zum Bewundern gibt. Es war so schön, endlich mal wieder ohne Schal und fröstelnd aufgeschlagenen Kragen herum zu laufen! Die Tiere waren auch weitestgehend draußen, außer dem Kamel, das lieber im Inneren des Kamel-Anwesens lag und uns lediglich einladend den Hintern entgegenstreckte.

Mein Patenkindchen war äußerst angetan und freudigst dabei, ich genoss es, mit den mir sehr lieben Menschen herum zu laufen an so einem schönen Vorfrühlingstag…es war ja auch das erste Mal, dass ich wieder „unter den Lebenden“ war, was mir unglaublich gut tat. Solche Momente und solche Tage sind es, die mir immer wärmend im Herzen bleiben.

Hier mal zwei, drei Bilder von dem Ausflug:

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Patenkindchen guckt ganz erstaunt, was die Störche da machen.

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Guck mal MICH an! Ja, so ist gut.

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Und wenn die Patentante dann noch blöde Grimassen macht… 😀

Ja, auch Tiere hab ich fotografiert…allerdings nicht so viele. 😉

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Eine Harry Potter-Hedwig

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Pfauenweibchen, mal anders.

Es war ein rundum schöner Tag, der abends beim Chinesen (da stieß dann auch noch unser anderer Freund Jannis dazu) einen tollen Ausklang fand. =)

Ausstellung in Mainz eröffnet!

Die Ausstellung meiner Bilder ist am Mittwoch, den 18.2. an den Start gegangen. Ich habe ja davon erzählt, dass das große Fotogeschäft „Foto Oehling“ in Mainz meine Bilder ausstellen wollte. Das haben sie inzwischen getan. Ich habe meine Lieblingsbilder ausgesucht, Freunde und Verwandte durften noch etwas mitreden und dann brachte ich sie zum Druck. Die haben das komplett übernommen. Den Druck der Fotos, das Aufhängen in Rahmen…

Und dann war ich ja erstmal krank und habe das alles nicht mitbekommen! Was habe ich geflucht…ich denke, ihr wisst, wie es ist, wenn man unbedingt irgendwo hin will und die Möglichkeit nicht hat…da sitzt man wie auf Kohlen.

Am Dienstag war ich nun endlich dort gewesen und konnte mir vor Ort ein Bild davon machen. Es ist ein tolles Gefühl, wenn die eigenen Bilder oben rundum den Raum hängen…=) Die Verkäufer von Oehling erzählten mir, dass die Ausstellung sehr gut angenommen würde und die Leute, die zum Kauf kommen, auch noch lange bei den Bildern verweilen. Anscheinend kommen auch Leute von außerhalb extra für die Bilder her (komisch, dass die mir nicht sagen, dass sie dort waren…), auf jeden Fall bin ich stolz drauf =). Es gibt auch viel Motivation für neue Fotoprojekte.

Hier mal (rein dokumentarisch!) ein paar Schnellschüsse aus dem Geschäft. Vielleicht bitte ich drum, dass ich mal mit richtiger Ausleuchtung abends nach Geschäftsschluss zwei, drei ordentliche Bilder machen darf. Während offen ist, geht das nicht. Ich musste eine Weile warten, damit keine Leute im Bild sind…ganz ist es mir nicht geglückt, ich habe sie unkenntlich gemacht.

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Leider kommt durch dieses Licht von außen und innen nicht ganz raus, dass sie eigentlich gut ausgeleuchtet worden sind.
Man hat die Bilder immer im Blickfeld, egal, wo man steht.

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Das Schöne ist halt, dass es eine Ausstellung ist, die ich nicht zahlen muss, wo ich nicht für Räumlichkeiten sorgen, sie mieten muss oder dafür, dass Besucher kommen. Selbst der Druck der Bilder wurde übernommen, ich musste sie nur aussuchen. Das Geschäft ist stark frequentiert und samstags kann man da kaum treten. Beste Voraussetzungen, gesehen zu werden.

Hach, ich freu mich einfach. =)

Und nun zu den Handwerkern.

Normalerweise bin ich ja bei Handwerkern immer skeptisch. Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass man immer hinterher sein muss, dass sie sich von Pause zu Pause hangeln…und es gibt ja immer sofort Beileidsbekundungen, wenn man die Handwerker im Haus hat, gefolgt von absoluten Horrorgeschichten, was dem und dem schon absolut Schlimmes passiert ist und was sie dort und dort Ungblaubliches erlebt haben.

Ich kann heute erfreulicherweise mal das Gegenteil berichten.

Wir haben ja letztes Jahr neue Fenster im ganzen Haus bekommen, endlich ist mir in meinem Büro wieder warm, nachdem mein Fenster abgedichtet worden ist. 😀 Da pfiff der Wind sogar bei Windstille durch… 😀 Heute kamen die Rollläden dran.(mit drei L…wie sieht das denn aus…)

Es klingelte heute Morgen um zwanzig nach acht. Zwanzig Minuten zu spät…gut, das konnte man durchgehen lassen, aber ich war skeptisch. Und es war nur EINER! Für alle Rollläden im Haus! Er begann im Erdgeschoss…ich hörte nichts. Irgendwann ging ich mal runter und schaute nach. Da war er fröhlich am Rauchen. Ich wollte schon anheben, da sagte er:
„So, der Stock is fäddisch…isch mach grod a Paus unn donn geh isch houch un mach de Resst!“
Ich machte riesen Augen…

Und genauso arbeitete er auch oben. Vier Stunden und fertig war’s.

Nun haben wir wunderschöne neue Rollläden, kaum Dreck, keine Schäden…und alles von einem Handwerker an einem Morgen.
SUPER. =)

So…nun habt ihr wieder mal was zum Lesen gehabt, ich schau, dass ich wieder regelmäßig schreibe.

Liebe Grüße!

Dana

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