Zwischen hohem Jubel und Anmotzerei

31. Juli 2010 at 22:07:24 (Allgemein)

Heute mal wieder ein Blogeintrag, der mehr meinem Beruf und der Beschreibung rechts gerecht wird.

Heute Abend war ein Auftritt bei einer Goldenen Hochzeit.
Ganz witzig, wie die an mich gekommen sind.

Meine Mama geht immer zu einem bestimmten Friseur und bis vor ein paar Jahren war das eine Friseurmeisterin, die dann in Rente gegangen ist. Aber da die beiden sich gut kennen, halten sie immer mal ein Schwätzchen, wenn sie sich zB beim Einkaufen sehen. Und meine Mutter meinte mal zu mir: „Die Frau R., die hat dich mal bei ner Beerdigung singen hören (toller Anlass…) und ist seitdem total Fan von dir.“

Aaaha. Ja, ist ja schön, wenn man so seine Fans hat. Ich stellte mir dann bildlich vor, wie sie zu jeder Beerdigung rennt, in der Hoffnung, ich singe dort das 459837598345. Ave Maria.

Nun rief mich eine Dame an, die mich für eine Goldene Hochzeit buchen wollte. Sie war Kollegin von Frau R. gewesen und wohl nun eine gute Freundin.

„Ja, also das Jubelpaar dät Sie kenne, sachtense. Unn da habbisch gedenkt, es wär doch nett, wennsese überrasche däte uff derer ihrer Goldenen Hochzeit!“
„Wer hat denn Goldene Hochzeit?“ „Och, SIE werde die net kenne…, die Familie R., Ihr Mudder kennt die, glaub isch.“

Ich lächelte in mich hinein. Na, was für ein Zufall, dass diese Dame gerade MICH verpflichtete! Die Liedwünsche wurden durchgegeben, alles wurde klar gemacht und das wars.
Nun bin ich also heute mit meinem Mann und Instrument da hingefahren (ein paar Städte weiter), um als Überraschungsgeschenk drei Lieder zum Besten zu geben. Als wir dort ankamen, mussten wir feststellen, dass ein großer Rummel in der Stadt war. Es war gerade Kirmes (die in dieser Stadt absoluten Kult hat) und ALLES war auf den Beinen…bzw RÄDERN! Wir quetschten uns durch die überfüllten und zugeparkten Straßen und mussten einsehen, dass wir keine Chance auf einen Parkplatz würden haben werden.

Etwas genervt parkten wir das Auto ganz vorne an einer Bushaltestelle, nur, um das schwere Instrument nicht ewig weit tragen zu müssen, mein Mann wollte dann gleich wegfahren. Die Dame, die mich gebucht hatte, winkte schon heftig von der anderen Straßenseite.
Doch die Nachbarn waren auf Zack. Ein Mann im Unterhemd und Schlabberhose (es fehlten nur die Bierflecken vorne) kam sofort auf uns zu: „Da könne se net stehen bleiwe! Sie stehn ja do midde druff!! Da kummt die Bollizei und schon hamsese!“ Wir beruhigten den Mann, sagten ihm, dass wir sofort wieder von dort wegführen, wir nur das schwere Zeug abladen wollten. Wir bekamen noch ein gemurmeltes „Auf Iiiiihre Verantwortung….“ zu hören, dann ließ er von uns ab. Die Festgesellschaft war noch im Garten zur Vorspeise, also konnte ich schon mal in Ruhe mein Instrument aufbauen.

Ich suchte mir, zusammen mit meiner Auftraggeberin, in dem Saal einen Platz aus, an dem ich am wenigsten störte, verständigte mich mit dem Personal (ja, alle hatten genug Platz) und baute auf. Dann kamen die Gäste. Einige davon schienen mich zu kennen, denn sie lächelten mich strahlend an und stießen sich in die Rippen. Dann kam der „Goldbräutigam“ und staunte, dass ich da stand. Dann kam die „Goldbraut“ dazu und staunte noch mehr. „NEIN!!! Die Tochter von de Frau M!!! Aaaach, des is scheee!!“ Und der Bräutigam war gleich total begeistert: „Ach, DES is die Dana? Ach neeee!!“

Ich musste grinsen. Bei Leuten zu singen, die einen toll fanden, ist einfach noch um ein Vielfaches schöner als bei Leuten, die ihr Geld abdrücken und dann gelangweilt der Darbietung lauschen…und die gibt es leider genug. Da ist man dann nicht mehr wert als der unterste Kellner. Hier jedenfalls war die Laune super und die Leute waren gut drauf, auch wenn sie ein wenig um mein Instrument drumrum laufen mussten. Gemeckert hatte keiner, nichtmal gestört hatte es.

Doch dann rauschte die Oberbossin in den Raum. Mit Mundwinkeln, die Angela Merkel weit in den Schatten stellten.
Blaffte rum, was wir denn hier zu suchen hätten, wie idiotisch das wäre, gerade JETZT da zu stehen, wo doch alle Gäste rein wollten (ist ja viel zu eng, das geht doch so nicht!!!!)…und dann machte sie erstmal ihren Küchenchef total fertig, der zwei Meter neben mir im Kücheneingang stand. „Sowas will ich hier nicht mehr sehen!!! Das nächste Mal werde ich vorher gerufen!!!!“….ich merkte dann vorsichtig an, dass mich einer der HAUPTgäste auf diesen Platz verwiesen hatte und dass ich ja gleich wieder weg wäre. Falsch. Ich hätte einfach irgendwo reinkriechen sollen und eine Büßerkappe aufsetzen. Denn mein Einwurf wurde prompt als Kritik verstanden: „mit IHNEN rede ich doch gar nicht!!! Um SIE gehts hier nicht!! Die Gäste haben es total schwer, auf ihre Plätze zu kommen und SO GEHT DAS NICHT!!!“

Keiner, aber auch keiner hatte irgendein Problem gehabt, auf seinen Platz zu kommen. Naja, es war auch keiner dabei, der zwei Meter in der Breite maß.

…..narf.

Ich beschloss, mich von der Tusse nicht weiter anöden zu lassen, drehte ihr den Rücken zu und lächelte lieber in die Runde. Eine Dame am vorderen Tisch zwinkerte mir zu und fragte leise: „Und? Hatse sich endlich wieder beruhigt?“ Ich dachte mir, es sei besser, die Wogen nicht wieder aufkommen zu lassen und beschränkte mich auf ein höfliches Nicken und ein kleines Zurückzwinkern.

Und dann sang ich meine Lieder, erst eins, dann zwei. Zwei waren vereinbart, aber ich nehme immer noch eins mit, falls ZUGABE gebrüllt wird – und das wird es eigentlich immer. Das hat nichtmal was mit meiner Leistung zu tun, sondern einfach mit der Stimmung, denke ich. Eine Sängerin, die Lieblingslieder darbietet, will man nicht so schnell wieder weglassen. Ich sang also die Zugabe und wurde unter tosendem Applaus verabschiedet. Der Goldbräutigam kam nochmals gerührt nach vorne, um den Spendern und mir zu danken… „Als ganz kloi Meedsche kam se schon in unseren Laden!!“…jaja, Nostalgie pur.

Mein Mann packte mein Instrument ein, ich bekam mein Geld draußen, als die Braut nochmals rausgerannt kam, um mir ihre Freude auszudrücken. Und in ihre strahlenden Augen zu blicken…das ist fast mehr wert als die Kohle, die man einsackt. (Trotzdem sacke ich sie gerne ein. 😉 )

Beim Rausgehen traf mich noch ein Todesblick von der Oberbossin…ok, sie schien ihr Herz und ihre Großmütigkeit irgendwo zwischen ihrem Zuhause und ihrer Arbeitsstelle verloren zu haben…oder sie hat sie nie besessen, ich weiß es nicht. Ich schenkte ihr noch ein strahlendes Lächeln, nickte ihr süß zu und verließ den Raum. Manchen Leuten ist einfach nicht mehr zu helfen… und andere Menschen wissen noch in hohem Alter, sich wie Kinder zu freuen. Ich weiß, welche Sorte ich mehr mag. 😉

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Schwitzen im Freizeitpark und Frieren unter der Decke…

24. Juli 2010 at 13:07:31 (Allgemein)

Gibt’s das???
Als ich mich gestern nach getaner Arbeit hier ausruhte, fror ich.
Als ich mich gestern ins Bett legte, fror ich.
Als ich mich heute Morgen hierher setzte, fror ich.

Und ich habe das Frösteln und leicht Frieren noch NIE so genossen wie gerade! 😀

Der Sommer ist dieses Jahr ja wirklich gut zu uns, er erfreut uns mit viel Sonne und blauem Himmel…nur leider kommt da auch die Wärme und Hitze nicht zu kurz. Ich hatte mich die letzte Zeit dran gewöhnt, den Ventilator laufen zu lassen und meine Bewegungen der Temperatur anzupassen: möglichst WENIG und möglichst LANGSAM. Doch seit gestern zieht immer wieder ein kühler Lufthauch über meine Haut und lässt die kleinen Härchen sich aufstellen. Huuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu, schöööööööööööööön!

Als wir gestern Abend ins Bett gingen, war ich erstmal überrascht, meine Decke zu brauchen. Das war schon eine Weile nicht mehr so und ich zog sie mir bis zu den Ohren…und irgendwie freute es mich, dass mir mal nicht kleine Tröpfchen im Nacken den Abend vermiesten. Doch dann merkte ich, dass die Decke nicht reichte… „Schatz…? Kannst du bitte die Fenster zu machen?“

……….

Den Lachanfall, den ich mit diesem Satz erntete, notiere ich hier nicht. Ausgelacht worden bin ich! Noch lachend schloss er die Fenster, nachdem er sich versichert hatte, dass ich das wirklich ernst meinte, noch lachend legte er sich wieder hin…ich weiß schon, FRAUEN. Aber momentan ist es wirklich kalt.

Die Woche über allerdings war es mehr als warm. Ich hatte eine Weile nicht geschrieben, weil unsere Nichte (neun Jahre) bei uns für eine Woche zu Besuch war. Sie kam am Sonntag zu uns und blieb bis Freitag. Da war hier natürlich Highlife und ich war abends zu tot, noch etwas zu notieren. Da mein Mann arbeiten musste, war ich mit ihr viel unterwegs – und so ein paar Stationen dieser Tage möchte ich hier stichwortartig aufschreiben.

Sonntag – Minigolf

  • Lange nicht mehr gespielt, meine Güte…
  • Von Baumschatten zu Baumschatten gehüpft, weil so warm.
  • Schon bei der vierten Bahn den Rücken gespürt (man ist einfach nicht mehr die Jüngste…)
  • Nach der sechsten Bahn aufgegeben, dem Kind helfen zu wollen (Schläger GERADE, nicht zu dolle!)
  • An Bahn acht mit einem Schlag eingelocht, nachdem ein Pärchen vorher jeweils ihre sechs Schläge ohne Erfolg verbraten hatten.
  • Versucht, so unbeteiligt wie möglich zu gucken, als die beiden staunten, aber innerlich vor Stolz geplatzt.
  • Langes Warten an Bahn 10.
  • Kind durch ruhigen Zuspruch vor dem Aufgeben bewahrt (ich will nich mehr warten!!)
  • Mich königlich amüsiert, dass sie bei den nächsten Bahnen besser als ich war und ebenfalls versuchte, es sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr sie das freut.
  • In der letzten Bahn meinen Meister gefunden – keine Chance. Ball abschlagen und über eine Rampe in ein Gefäß katapultieren…nee, nix für Danas.
  • Nichte lochte dort mit zwei Schlägen ein.
  • Abends dann das Luftbett für Nichte aufgeblasen.
  • Rumflippende Nichte beruhigt (Ja, du darfst mit uns draußen schlafen.)
  • Ihr eine Geschichte vorgelesen und lächelnd beim Schlafen zugeschaut.

Montag – Zoo Frankfurt

  • Klavierschülerin von mir mitgenommen, damit Nichte auch „Kinderbeistand“ hat.
  • Festgestellt, dass elf Uhr morgens bei dieser Hitze schon zu spät ist.
  • Mich für meine Trägheit etwas verflucht.
  • In Frankfurt trotz Navi falsch gefahren.
  • Memo gesetzt, Navi zu Hause zu updaten, weil zu langsam.
  • Parkplatz direkt neben dem Eingang bekommen (einziger Parkplatz weit und breit)
  • Durch den Zoo gestreunt.
  • Slush-Ice!!!!!! Nicht zum letzten Mal heute.
  • Spielplatz!!!! (Aber wir sind doch im Zoo….“Och bitte!!!!“…okeeeeeeeee……)
  • Warten.
  • Noch mehr warten.
  • Kinder müde, aber glücklich. Weiter im Zoo.
  • Exotarium, sehr cool.
  • Kinder immer noch müde.
  • Nachthhaus. Kind 1 panisch, weil dunkel, Kind 2 will aber alles genau sehen.
  • Spagat hinbekommen („Ich geh mit Kind 1 raus, du kannst gerne alles angucken, komm dann nach…“)
  • Slush-Ice und Robben, Kinder nochmal interessiert bekommen.
  • Kind 1 im Irrgarten komplett verirrt.
  • Warten.
  • Noch mehr warten.
  • Und so warm…
  • Nachmittags dann den Zoo verlassen, nicht ohne Slush-Ice. (Den kauft ihr von eurem eigenen Geld, wenn ihr unbedingt wollt!)
  • Bei der Heimfahrt durch Frankfurt geirrt, weil Navi uns nun komplett verlassen hatte (blieb grau).
  • Trotz Orientierungs-Schafigkeit an der richtigen Stelle rausgekommen. *mir selbst Schulterklopf*
  • Rest des Tages von Strapaze ausgeruht.

Dienstag – Holiday Park

  • Gefragt worden, ob ich lebensmüde sei, mit DREI Kindern (Schwester von Kind 2 kam noch mit) und meinem besten Freund dorthin zu gehen. Bei DEM Wetter.
  • Gesagt, dass ich will, dass Nichte sich richtig amüsiert.
  • Nicht gewusst, dass ich nicht drei, sondern vier Kinder dabei haben werde. Warum? Kommt noch.
  • Aus dem vorigen Tag gelernt und um halb neun losgefahren.
  • Drei total aufgedrehte Kinder hinten im Auto gehabt.
  • Wörterkette gespielt, damit keine Langeweile aufkommt.
  • Nicht gewusst, dass dieses Spiel ab dem Moment das Kultspiel wird und ab jetzt immer in Autos gespielt werden MUSS.
  • 20min vor Ankunft bei jedem Holidaypark-Hinweisschild von hinten „Holidaypaaaark!!!“ singen gehört.
  • Am Holidayparkplatz ersten Fehler gemacht und auf der großen Fläche die Lage des Autos nicht im Kopf gespeichert.
  • Keine Familientickets möglich momentan. Lügenkonstrukt fallen gelassen und für jeden ein Flatrateticket gekauft.
  • Als erstes drin mit einem Bähnchen gefahren, das durch Blüten und verschiedene Puppenlandschaften fährt. Nett.
  • Schmollereien am Free-Fall-Tower. Nichte durfte nicht fahren (Mama hats verboten), die anderen schon…
  • Trost gespendet, beim Weiterlaufen dann auch wieder Lachen auf Nichtengesicht gesehen.
  • Beim uralten Kinderkarussell angekommen. Kinder (11 und 12) fühlten sich „zu alt“, ließen sich von Nichte aber leicht genervt mitzerren.
  • Ewig warten, weil die Kids einfach nicht mehr von diesem Karussell runter zu bekommen waren.
  • Weiteres ewiges Warten, weil der Donnerfluss (Wildwasserbahn) direkt daneben war und die Kinder unbedingt fahren wollten.
  • Mit halb nassen, aber total begeisterten Kindern weiter gelaufen.
  • Vor „Burg Falkenstein – eine Reise ins Mittelalter“ Halt gemacht.
  • Gerangel mit Nichte: „Du weißt genau, dass du vor solchen Puppen total Angst hast.“ „Ich will aber mitfahren!!!“ „Ich kenne dich, du wirst es nicht genießen.“ „Biiiitteeee, ich will mit!!“
  • Die komplette Fahrt ein schreiendes und weinendes Kind gegen meinen Busen gedrückt, ihm Augen und Ohren zugehalten.
  • Danach wenigstens die Wut nicht abbekommen, da Nichte sehr genau wusste, dass sie entgegen der Warnung gefahren war.
  • Zu den Teufelsfässern gekommen. Kinder fahren lassen – nette Wasser-Achterbahn.
  • Nicht gewusst, dass zu den Teufelsfässern auch ein Teufel gehört, der in einer Grotte auf die Kinder wartet.
  • Nichte wieder beruhigen müssen, allerdings wollte sie später dann doch noch mal fahren, weil die Achterbahn sonst total cool war.
  • Mittag gegessen, alle aufs Klo gescheucht.
  • Diskussion am Superwirbel (Looping-Achterbahn), da wieder ein Mama-Verbot herrschte, während die anderen Kinder fahren durften.
  • Nach zehn Minuten bitteln und betteln und schmollen, meinen letzten Joker gezogen: „Ok. Ich lege es in deine Hände. Mama hat gesagt, du sollst nicht. Du hast nun zwei Möglichkeiten. 1. Du fährst nicht. 2. Du fährst und riskierst damit, dass Mama auf dich und auf mich total sauer ist, ihr Vertrauen in uns komplett weg ist und du nicht mehr zu uns kommen darfst.
  • Mit grollender Nichte unten auf die anderen gewartet. Slush-Ice geschlürft als kleinen Trost.
  • Kettenkarussell, Santa Maria….lauter Sachen zum Übelwerden…
  • Auf der Bank gesessen und meinen vom Zuschauen wogenden Magen beruhigt, Kindern zugewinkt, die kreischend wieder und wieder fuhren.
  • Nichte auch wieder glücklich.
  • Danach jammernden Freund gehabt, der uuunbedingt nochmal Achterbahn fahren wollte und Freefall.
  • Versucht, ihm klar zu machen, dass wir die Begleitung der Kinder sind und nicht losrennen und machen können, was wir wollen.
  • Auf taube Ohren gestoßen und weiter Generve des Freundes aushalten dürfen.
  • Mit Bootchen durch eine Märchenwelt gefahren und vorher zehn Minuten Nichte erklärt, dass das NICHT schlimm sei.
  • Nochmal gefahren, weil Nichte nun überzeugt, während Freund und eins der anderen beiden Kinder ausstiegen, um „etwas zu essen zu suchen“.
  • Beim Ausstieg per Handy erfahren, dass die beiden schnell derweil nochmal Freefall gefahren sind.
  • Freund gekniffen, als er wieder da war und den anderen beiden Kindern gesagt, sie sollen ihn auch kneifen, auch wenn sie nicht wüssten, warum.
  • Was zu essen gesucht, dabei einen Schlauch spritzend auf den Weg gefunden, mehrfach drunter durch gelaufen.
  • Gesunde Pommes mit Burgern gegessen.
  • Zweimal nochmal Donnerfluss gefahren, ich diesmal auch, Freund auch, weil er sich nicht traute, sich über mich hinweg zu setzen (gut so!!).
  • Erstes Mal komplett nicht nass geworden und provokant gemeint, es würde ja nur etwas spritzen, wie albern.
  • Zweites Mal mehrere Liter Wasser abbekommen und froh gewesen, dass es so warm war… *tropf*
  • Die Kinder nochmal kurz auf ein Karussell und auf den Spielplatz gelassen.
  • Nichte rumgetobt, während die anderen beiden wie tot schon auf der Bank saßen.
  • Ihnen zugeguckt, wie sie schon wieder ein Slush-Ice essen, ich kanns nicht mehr sehen.
  • Danach Ende verkündet und nach achteinhalb Stunden den Park verlassen.
  • Auto nicht gefunden.
  • Auto immer noch nicht gefunden.
  • Leicht verzweifelt.
  • Ein „Da isses!!“ noch nie so glücklich aufgenommen.
  • Zu Hause Füße hochgelegt und nicht mehr ansprechbar gewesen.

Mittwoch – Ausruh- und Basteltag

  • Festgelegt, dass Füße aller Beteiligten Pause brauchen.
  • Morgens ausgiebig gefrühstückt und alles langsam angehen lassen.
  • Porzellantassen gemalt. Nichte für sich und ihre Mama jeweils eine, ich für einen Geburtstag abends.
  • Regenmacher gebastelt, indem wir eine lange Röhre mit vielen Nägeln versehen und dann Reis reingekippt haben.
  • Nichte bei Verschlimmschönerung des Regenmachers zugeschaut.
  • Ice Age 3 geguckt, dabei geduscht (also währenddessen, nicht exakt dabei…)
  • Kind und Kegel für Geburtstag fertig gemacht.
  • Zum Geburtstag gefahren, Betten draußen auf der Terrasse vergessen.
  • Dort angekommen, lecker gegessen, uns gut unterhalten…
  • Schwarze Wolkenwand kommen sehen.
  • Uiuiui, Betten draußen…
  • Immer unruhiger geworden.
  • Leider also sehr früh vom Geburtstag verabschiedet, der sehr schön war und noch zu werden schien.
  • Nach Hause gerast.
  • Den Himmel angefleht, noch bisi die Arschbacken zusammen zu kneifen.
  • Betten wie wild reingeräumt.
  • 5 min später dem Regengeplätscher gelauscht.
  • Abends unterm Terrassendach geschlafen.

Donnerstag – Stadttour und Kino

  • Nichte versprochen gehabt, mit ihr eine Stadttour zu machen, die einer der Buchhelden, eines der Bücher, die wir zusammen gelesen haben, gemacht hat.
  • Morgens mit einem Freund zusammen losgefahren, während Nichte mal ihr Geld zählte, das sie noch hatte.
  • Den geäußerten Wunsch wahrgenommen, mal durch die Spielwarenläden zu gehen und zu schauen, was sie davon ausgeben konnte (Erlaubnis von Mama wurde erteilt).
  • stundenlang in Spielwarenläden rumgestanden, bei Karstadt…
  • Kind zugesehen, wie es sich nicht entscheiden konnte.
  • Freund verabschiedet, der keine Zeit mehr und sich eigentlich den Vormittag anders vorgestellt hatte.
  • Ins Kino gegangen, Nichte mit einer total coolen Detektivuhr immer wieder versichert, dass das wirklich sehr cool sei.
  • Karate Kid gesehen.
  • Cooler Film, sehr nett gemacht. Eindeutig den Film vorher unterschätzt.
  • Danach NOCHMAL in nen Spielwarenladen gegangen, weil Nichte unbedingt noch den Detektivstift dazu haben wollte.
  • Nichte danach gezwungen heim zu fahren.

Freitag dann noch etwas Spaß beim Zusammenräumen gehabt und Kind zu ihren Eltern heimgefahren.

Joah, ich bin definitiv erholungsbedürftig. 😀
Schön, dass es nicht mehr so warm ist!

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Ode ans schnöde Nichtstun

14. Juli 2010 at 16:07:40 (Allgemein)

Nichtstun, oh Nichtstun,
Wie wohltun’d seist du!
Die Glieder eines malträtierten Körpers
Lechzen nach dir!
Die zermarterte Seel
Schreiet nach dir!

Nichtstun, oh Nichtstun,
Wie befreiend seist du!
Geschwoll’ne Knöchel
Hoch aufgelegt,
Der Chaise-longue Ruhestatt,
So friedvoll und so still.

Nichtstun, oh Nichtstun,
Wie kühlend seist du!
Oberbekleidung in kühlendes Nass
Getauchet und angezogen,
Des Wassers voll die Wanne,
Umspielt Kühle die wunden Knöchel.

Nichtstun, oh Nichtstun,
Wie heilend seist du!
Trotz der Küche hohen Berge,
Ignoranz des schreienden Biomülles,
Die Knochen und Sehnen zu strecken,
Die Qualen der Hitze zu mildern!

Nichtstun, oh Nichtstun,
Wie belebend seist du!
Adern voll des gestärkten Blutes,
Frei von der Arbeit schwächender Pflicht,
Wiederbelebung vom Schaff müder Augen,
Geisteslabung durch Schwarzkastensendung.

Nichtstun, oh Nichtstun,
Wie nötig seist du!
Milderung des tinitösen
Ohrengerausches,
Reinwaschung von Herz und Seel,
Hin zum Ausgleiche des Innerns.

Nichtstun, oh Nichtstun,
Wie verdient seist du!
Mühsal und Qual
Tagaus, tagein,
Nun die Freiheit
Und Arbeit der Ventilatoren.

Nichtstun, oh Nichtstun,
Wie erwünscht seist du!
Terminiert zwar,
Doch schwarze Gedanken
Noch fern und weit…
NOCH IST FERIENZEIT!!!!

Ok, es könnte sein, dass man erkennt, dass hier um die 40 Grad im Schatten herrschen…möglich…aber nicht zwingend…

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Was ein Wochenende! (Ein Dreierblog quasi)

12. Juli 2010 at 17:07:50 (Allgemein)

Puh, was ein Glück, dass ich Ferien habe, sonst wäre ich jetzt, nach diesem Wochenende, urlaubsreif!
Aber es war soooo schön. Und ereignisreich vor allen Dingen!

Am Freitag hatte ich mal wieder ein Hochzeitsshooting. Über ein Fotoforum hatte ich die Buchung bekommen und da ich die Brautleute schon etwas über Mail kennen gelernt hatte und der Trauzeuge jemand war, den ich durch das Forum schon kannte, freute ich mich sehr auf die Begegnung. Zusätzliche Herausforderung: die Braut war im achten Monat schwanger.

Erst waren für den Tag 32 Grad angesagt. Ziemlich warm, aber noch händelbar. Da das Shooting um 13.30h sein MUSSTE, betete ich schon mal für leichte Bewölkung, damit ich nicht mit allen möglichen Mitteln gegen die Sonne knallhart von oben ankämpfen musste. Gott/das Schicksal schien an diesem Tag aber was anderes zu tun zu haben, denn das Thermometer kletterte an den 32 Grad vorbei…und kletterte…und kletterte…dazu kam eine feuchte Schwüle, die einem den Atem nahm, wenn man den Platz vor dem Ventilator oder das klimatisierte Auto verließ. Ich zog also nur das Allernötigste an (nein, nicht nur Slip und BH), packte mir eine kühle 1,5-Literflasche einer bekannten Wassermarke (beginnt mit V, endet auf Olvic)  ins Auto.

Der Mensch, der die Klimaanlage erfunden hat, gehört geküsst und in einem Denkmal verewigt! Ich fuhr völlig entspannt Richtung Süden, beobachtete lediglich etwas unruhig den strahlend blauen Himmel. In der Zielstadt angekommen, suchte ich einen Parkplatz (direkt gegenüber der Location war etwas frei, juhuu!) und stieg aus.

KAWUMM!!!

Ein in mich fahrendes Auto hätte mich nicht mehr zerbomben können als diese Hitze, die auf mich herunter brach. Die Erdanziehung schien sich um ein Vielfaches zu steigern…verzweifelt schaute ich auf meine schwere Fototasche und beschloss, meine 1,5l-Flasche und mein Stativ hier zu lassen. Das konnte ich unmöglich auch noch tragen. Ich nahm nochmals einen tiefen Schluck aus der Pulle und torkelte auf die andere Straßenseite, in den Park hinein, wo wir uns treffen wollten. Jede Bewegung zog Schweißausbrüche nach sich, die Sonne brannte unbarmherzig…ich schaute wütend nach oben – und entdeckte Wölkchen, die immer mehr zu Wolken wurden! Achnee, komm…könnte es sein, dass jemand da ein Einsehen mit mir haben könnte?

Ich schaute mich ein bisschen um, das Paar und mein Bekannter wurden in einer halben Stunde erwartet. Doch es war einfach zu heiß zum Rumlaufen, so setzte ich mich auf die Bank, schaute den Bienchen zu, wie sie auf dem Klee herum surrten (wird Bienen eigentlich warm?), zog meine Schuhe aus und versuchte, die Temperatur zu ertragen und zu verinnerlichen. Jeder Windzug wurde begrüßt. Und plötzlich…war die Sonne weg! Jeaiiii! Ja, klingt komisch, ist aber so, dass man als Fotograf durchaus froh sein kann, wenn die Sonne NICHT von einem blauen Himmel brennt. „Wennde Sonne lacht, Blende acht!“ ist halt nicht immer so sinnvoll. Ich freute mich wie ein …-könig (das „Schnee-“ war schon geschmolzen) und wartete auf die Ereignisse, die da kommen sollten. Und da kamen sie denn auch. Ein sehr süßes Pärchen, sie mit einem runden Kugelbauch, er mit einem langen lockigen, blonden Zopf und mein Bekannter + ein weiterer „Hiwi“. Alle blendender Laune, trotz Hitze. Wir legten auch sofort los, sie waren sehr willig und lustig drauf, wir hatten mächtig Spaß.

Da es ein Job war, kann ich leider hier keine Bilder zeigen, aber glaubt mir, dass wir viel gelacht haben und einige wirklich schöne Bilder entstanden sind. Das Beste an der Sache waren die kühlen Tücher. Auf sowas muss man erstmal kommen! Mein Bekannter hatte in einer Kühlbox mit Kühlakkus einfach nasse Waschlappentücher eingepackt, die wir uns in den Nacken legen konnten oder uns die Arme mal abwischen. Boah, war das klasse. Da merkt man erstmal, dass sowas Kleines einem das Leben ganz schön versüßen kann. Danke nochmal dafür!

Ich shootete auf ner Bank, in einem Blätterbogen, auf einer Treppe, bei verschiedenen „Kunstobjekten“, die in dem Park rumstanden, ich ließ die Braut mit Babybauch auf ein Geländer klettern (hey, mit Humor geht mehr als man denkt!), ich hatte so richtig meinen Spaß. Und dann kam noch ein Brunnen dazu! Das Wasser lief einfach an braunen Säulen herunter, man konnte sogar zwischen durch gehen! Zwar sind die Bilder da nicht sooo toll geworden, weil die Lichtverhältnisse blöd waren, aber ich tanzte danach mal durch den Brunnen durch. Hach, was für eine Erlösung! Das Brautpaar wollte natürlich nicht nass werden, aber mir war das doch wurscht. Das Shooting neigte sich dem Ende entgegen, so dass ich durchaus etwas Nässe vertragen konnte. Ich ließ mich also berieseln und merkte, wie sehr diese Kühlung gut tat.

Als ich abends wieder heim kam, wollten mein Mann und ich eigentlich gleich Richtung Köln düsen, weil dort am Samstag ein Familienfest startete, aber ich war einfach ZU platt. Wir haben dann doch noch eine Nacht auf unserer Terrasse geschlafen (machen wir momentan immer, da es irgendwie GAR nicht mehr regnen will…) und sind dann am nächsten Tag losgefahren.

Samstag:

Familienfeste sind was Tolles.
Wenn man sich mag. 😀
Und glücklicherweise ist das bei der Familie meines Mannes der Fall. Er hat noch sechs Geschwister, die alle auch Partner und fast alle auch Kinder haben (zum Großteil sogar mehrere) und einmal im Jahr gibt es dann ein Sommerfest bei einer von den Schwestern meines Mannes, die den Platz dafür hat. Alle bringen was mit, es gibt Gegrilltes und Salate, gute Laune und viel Spaß. Nur einen Bruder, der in Berlin wohnt, kannte ich noch nicht, alle anderen Geschwister sind inzwischen mit mir gut bekannt und wir mögen uns auch.

Die Kinder kommen mit mir am besten klar, da kann ich gucken, wer mir als nächstes auf dem Schoß sitzt, das ist wirklich toll und freut und rührt mich sehr…denn es ist toll, in eine neue Familie hinein zu wachsen, die einen herzlich aufnimmt. Die Schwester, bei der wir gefeiert haben, hatte mit der Party alle Hände voll zu tun gehabt und es auch wirklich geschafft, eine gute Stimmung zu schaffen. Es war für alles gesorgt, es war zwar fürchterlich heiß, aber das tat der Laune keinen Abbruch.

Ich merke, es ist schwierig, im Blog diese Gefühle zu beschreiben, damit ihr Leser begreift, was da so in mir vorgegangen ist. Wenn man merkt, wie man einfach so dazu gehört, wie man schon selbstverständlich als „Schwägerin“ betitelt wird, obwohl man gerade mal seit Februar „Teil“ dieser Familie geworden ist und da noch total unbekannt war, dann ist das ein herzwärmendes Gefühl. Wenn die Nichten und Neffen mich als Familienmitglied betrachten und ich sogar gedroht kriege: „Und WEHE, du trennst dich!!“ „Ähm…wie?“ „Wehe, du trennst dich, weil dann sehn wir dich nicht mehr!!“…ihr glaubt gar nicht, wie schön das ist, wenn man sowas gesagt bekommt. Und diese Wärme in dieser Familie ist einfach wirklich schön. Klar, es gibt diese und jene Reiberei, nicht alles kommt offen auf den Tisch, aber insgesamt ist es eine Familie zum Wohlfühlen. Und ich fühle mich SEHR wohl.

Später am Nachmittag haben wir dann sogar Hausmusik gemacht. Der drittälteste Bruder hatte seine „Quetsche“ dabei, sein Akkordeon und hatte alte Volkslieder und amerikanische Folksongs im Gepäck. Die eine Schwester schnappte ihre Tenorflöte, zwei Nichten ihre Alt- und Sopranblockflöten, der jüngste Bruder die Gitarre und ich klemmte mich hinter das Klavier…und so spielten wir einfach ein um das andere Lied, egal wie schlecht, egal wie furchtbar das Lied war… (:D)…aber es machte einfach einen Heidenspaß. Am Freitag gehen wir mit zwei oder drei Nichten und Neffen die „Kölner Lichter“ anschauen, sie wünschten sich, mit uns zusammen etwas zu unternehmen. Und vielleicht kommt unsere Lieblingsnichte nächste Woche für ein paar Tage zu Besuch. Sie ist neun und unser absoluter Sonnenschein. Es wäre schön, denn ich habe ja auch Ferien.

Ja, Familie ist schon etwas Wunderbares. Man ist gesegnet, wenn man eine hat.

Sonntag:

Der Sonntag war doof. Richtig blöd.
Wir mussten in Köln eine Wohnung weiter herrichten, die uns nicht abgenommen worden war vom Vermieter. Er hatte dies und jenes noch zu bemängeln und ich war eh noch so platt von Freitag und Samstag. Manno! Wir schufteten uns also einen ab, strichen Türrahmen nach, besserten noch was an den Decken aus, spachtelten (allerdings keine Pizza oder so, sondern Wände zu)…nee, das will ich einfach vergessen. BUÄRGS.

Alles in allem aber war das Wochenende wirklich schön. Ich mag es, wenn viel passiert, aber ich freue mich jetzt auch wieder auf zwei, drei Tage, wo weniger los ist…obwohl ein Blick auf meinen Terminkalender mir schon wieder Angst und Bange macht…

Euch wünsche ich eine gute Woche! Denen, die Ferien oder Urlaub haben, schöne freie Tage und denen, die arbeiten müssen, einen nicht zu vollen Dienstplan und mindestens einen Ventilator, wenn nicht gar ne Klimaanlage! =)

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Von Mördermelonen und Rummikub

06. Juli 2010 at 19:07:24 (Allgemein)

(Pflanzenliebhaber sollten diesen Eintrag nur unter Beruhigungsmitteln lesen…)

Ich habe Ferien. Endlich.

Und in den Ferien, jedenfalls am Anfang, mach ich NIX. Gar nix. Niente. Füße hoch, komme wer will, ich bin nicht da.

Komischerweise ist dann aber die Ferienzeit die Zeit, in der wirklich jeder meiner Freunde und guten Bekannten von nah und fern sich meldet und Ansprüche geltend macht, wie: „Jetzt hammwer uns schon soooo lange nicht gesehen…“ Aaaaaaargh, moralischer Druck…ich merke dann immer, wie die Seiten in mir streiten. Die eine, die der Meinung ist, dass derjenige, der sich meldet, absolut RECHT hat, ich eine schlechte Freundin sei, wenn ich nicht sehe, dass es schon wieder eine Weile her ist und ich gefälligst meiner freundschaftlichen Pflicht nachkommen solle (mal abgesehen davon, dass es mir liebe Menschen sind, die ich gerne um mich habe, was noch erschwerend dazu kommt) und die andere, die einfach nur sagt: Ferien.

Und dieses eine Wort ist verdammt stark…allerdings sagt mein Herz dann: du vermisst deine Freunde doch auch, also tu was!

Somit ist mein Terminkalender in den Ferien meist proppenvoll, so auch diese Sommerferien. Heute war ein lieber Freund von mir da, der nächste Woche wieder nach Kiel zieht und somit vorher unbedingt nochmals bei mir vorbei schauen wollte. Wir hatten beschlossen, zum Mittagessen gefüllte Paprika zu machen, so gingen wir vorher einkaufen. Und als wir zum Supermarkteingang herein kamen, sahen wir sie. Die ultimative Melone! Riesengroß und sie schien „ich bin soooo saftig!!“ zu schreien. Ein Blick gegenseitig in die Augen, ein Nicken…die Melone war unser.

Wenn man sowas Gesundes im Wagen hat, traut man sich ja kaum, etwas anderes, nicht so Gesundes, dazu zu legen. Kennt ihr das, dass man aufpasst, dass ja nur nicht zu viele ungesunde Sachen im Wagen liegen? Und wenn ja, dann ganz unten? Damit die, die in deinen Wagen gucken, nicht denken: „Meine Güte…kein Wunder, dass die Speck an den Hüften hat, wenn man sieht, was die isst…“ Man sieht das bei uns durchaus, dass Leute in andere Wägen gucken und am Mienenspiel kann man dann meist ihre Gedanken ablesen. Gut, es ist auch schon vorgekommen, dass eine Dame in meinen Wagen schaute, aufschrie und, meine aufgerissenen Augen bemerkend, errötend erklärte, sie habe Crème Fraîche vergessen, es aber durch einen Blick in meinen Wagen noch gemerkt, vielen Dank.

So schoben wir unsere gesunde Riesenmelone durch die Gänge und stopften Chips und andere Ungesundheiten so gut es ging unter den Salat und die Tomaten.
„Der Einkaufskorb!!“…och nee, den vergaß ich immer. Also Tüten.  Die Melone ging natürlich nirgends hinein, also legten wir sie so ins Auto. Sie überlebte die Fahrt.

Alles hochgeschleppt und irgendwie im Kühlschrank verstaut, begann ich das Kochen und wir aßen danach in Ruhe. Anschließend rieben wir uns gesättigt die Bäuche und überlegten, auf was wir jetzt Lust hatten.

SPIELEN!

Ich spiele total gerne Brettspiele, Würfelspiele, Kartenspiele, aber ich muss ausgeschlafen sein. Wenn ich müde und fertig bin und verliere dann noch, bin ich grantig. Bis man meine Schmolllippe dann wieder glatt hat, dauert etwas. Da ich aber heute Mittag ziemlich wach war, wollte mein Freund das Wagnis eingehen und wir guckten in der Spieleschublade, was wir spielen wollen. Mein Mann musste leider arbeiten, so dass er sich nach dem Mittagessen wieder in sein Büro verzog. Was spielt man zu zweit? Da zog mein Freund ein Spiel heraus, das sich Rummikub nennt. „Das ist wie Rommé!“ Ah, Rommé kannte ich, also war es sicher gut. Kurz die Regeln erklärt und los ging es. Es war nicht so gut wie Rommé…es war besser! Wer das Spiel nicht kennt, soll es doch ruhig mal probieren! Man hat Plättchen mit Zahlen drauf (vier Farben) und muss sie entweder in Reihen oder in Vervielfachung (mehrere gleichen Wertes) sammeln. Hat man 30 Punkte, kann man auslegen. Ist wirklich sehr ähnlich wie Rommé. Aber das Beste ist: man darf dann in den Reihen des Anderen auch noch rumpfuschen, anlegen, umlegen, anders sortieren, austauschen! Und da beginnt die Denkarbeit! Was man da manchmal für lange Umwege gehen muss, um an einen Spielstein zu kommen…ich habe mich öfter in den immer feiner werdenden Ästen der Wege verirrt und wusste am Schluss dann nicht mehr, warum ich diesen Weg eigentlich gehen wollte… 😀

Ich glaube, wir haben insgesamt fünf oder sechs Runden gespielt, weil wir gar nicht genug gekriegt haben. Mein Kopf drehte sich dann irgendwann und meine Hirnwindungen beschlossen, mir energisch zu erklären, sie hätten nun endgültig genug. Und so langsam drängte sich ein Gedanke, der ganz hinten gewartet hatte, langsam wieder in den Vordergrund: MELONE…

Stimmt, die hatten wir ja noch! Sie belegte den halben Kühlschrankplatz und sah soooo gut aus! Da ich vorher gegen sie geklopft hatte und sie leicht hohl klang, wusste ich, dass sie reif war. Nur…wie macht man so ein Riesending auf? Ich stand vor der Melone und hielt Zwiesprache. Sie weigerte sich, einfach von alleine in mundgerechte Stückchen zu zerfallen, ich konnte sie noch so stechend anschauen, es passierte nichts. Hinwerfen wäre eine Alternative gewesen, das ist letztens unserer Nichte passiert, die eine 10kg-Melone nicht mehr halten konnte und sie fallen ließ, worauf sie in tausend Stücke zersprang. Mundgerecht. Da ich aber noch dunkle Erinnerungen an den Folgezustand des Bodens, der Wände und der Schränke hatte, schloss ich das als Möglichkeit aus.  Hm. Messer. Großes Messer. Hatte ich sowas überhaupt? Ich ging auf die Suche und fand eins mit einer knapp 30cm langen Klinge, es sah ein wenig aus wie ein Beil. Na, damit musste es doch gehen.

Ich schrie also in Heldenmanier: „Haaa, Meloneeeee!! Deine letzte Stunde hat geschlageeeen!“ und hieb das Messer fest in ihren Leib. Soweit so gut. Die Wundermelone gab ein leises Krachen von sich, aber sonst passierte nichts weiter. Ich wollte nun, um mein Opfer fachgerecht zu zerteilen, das Messer wieder heraus ziehen, um einen Schnitt zu vollziehen, nachdem die Melone ja nun tot war.

Nichts.

Ich zog. Nichts.
Ich zerrte. Das Messer bewegte sich keinen Millimeter.
Ich fluchte und zerrte. Der Fluchzusatz schien nichts zu sein, mit dem man eine tote Melone dazu bringen konnte, das in sie gerammte Messer frei zu geben.
Ich nahm das Messer am Griff und dachte mir: ok…probieren wir es mit der Gravitation. Mutter Erde hat diese Frucht hervor gebracht, dann wird sie mir auch bei deren Verzehr behilflich sein.
Mutter Erde half.

Allerdings nicht so, wie ich erhofft hatte. Mit lautem PLONG!!! landete die Melone auf dem Boden, blieb allerdings heil. Ich hatte meine Fangreaktionszeit überschätzt und die Frucht nicht auffangen können, als sie sich vom Messer löste. Naja, sie war ja noch ganz, von daher… Ich nahm das Messer wieder nach oben, um einen Schnitt zu vollziehen (Schwester, Tupfer bereit halten!)….doch…ähm… Ich schaute irritiert auf den schwarzen Griff, der sich in meiner Hand befand…es war kein Messer mehr dran! Die Klinge steckte immer noch an derselben Stelle in der Melone, wo sie vorher gesteckt hatte. Ich wischte mir den Wut- und Angstschweiß von der Stirn und war etwas verärgert, dass Melonen im Todeskampf so widerspenstig sein konnten…

Ich steckte den Messergriff wieder auf die Klinge und wählte eine andere Taktik. Die des „eng eingeparkt sein“. Zentimeter vor, Zentimeter zurück…Zentimeter vor, Zentimeter zurück…aaaaaaaah, langsam wurde der Stich größer und man begann einen Schnitt zu sehen. Nach weiteren Versuchen tat es einen KRACH und die Melone platzte in zwei Teile. Vor Schreck hätte ich mich beinahe noch mit dem Messer geschnitten.

Ihr könnt sicher sein, dass ich bei jedem Schnitt, den ich dann noch machte und bei jedem Biss, den ich danach in ihr Fleisch tat, innerlich sang: „Da hast du!!!!“

Sachen gibt’s…

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