Von Schnee, noch mehr Schnee, einem kalten Kölner Dom und noch kälteren Weihnachtsmärkten

22. Dezember 2010 at 22:12:21 (Allgemein)

„Weißte Schatz…ich würd SO gerne heute den Schnee fotografieren“

Ja, seit wann hatte es denn das letzte Mal SO geschneit? Der Oberhammer! Nur, wann sollten wir diesen Wunsch in die Tat umsetzen? Ich musste arbeiten, mein Mann musste arbeiten…so beschlossen wir, in unserer  Mittagspause einfach mal rauszugehen. Zeitfenster: eineinhalb Stunden mit Fahrt und allem drum und dran. Mittagessen: fiel aus. Wir wollten lieber gerne in die Natur.

Ich hatte vorher noch Physiotherapie und hatte eine Sache nicht bedacht: festes Schuhwerk und dicke Strümpfe! Zur Therapie geh ich immer ohne Socken und mit Schlupfschuhen, die hinten offen sind, damit ich schnell aus- und angezogen bin. So fotografieren zu gehen, war natürlich eher waghalsig, bzw absolut gedankenlos. Oder hatte ich vergessen, wie hoch der Schnee war?

Ja, das war mir nicht so wirklich im Kopf gewesen, als wir nach der Therapie losfuhren, die Kameras im Gepäck. Aber mir war es dann egal, ich wollte raus. Eigentlich wollten wir irgendwo in den Wald. Ging nicht, der Schnee lag einfach ZU hoch und war noch nicht herunter getrampelt. Wir schauten noch an zwei, drei anderen Stellen, dann verließ uns der Mut. Weder der Hund, der in der Höhe nur 30cm misst, hätte da eine Chance gehabt, noch ich mit meinen Barfüßen.

Dann kamen wir aber bei der Rückfahrt an einem unserer größeren Teiche vorbei, der komplett zugefroren war. Ich hatte beim Hinweg von der Straße aus schon gesehen, dass dort Boote in den Teich eingefroren waren und mein Mann wollte gerne einmal näher dran, einfach um zu gucken.

Auch hier war alles noch kompletter Neuschnee, kaum eine Spur, lediglich auf dem Parkplatz war für einige Autos freigeschaufelt worden. Trotzdem…ihr kennt das sicher, wenn das Fotografenherz voll ausschlägt?? Und das war hier der Fall! EGAL, dass ich keine Socken anhatte, ich MUSSTE da hin! Diese Boote, dieser glitzernde, unberührte Schnee…ich musste einfach. Mein Mann freute sich wie ein kleines Kind, der Hund hüpfte, den Schnee immer fast auf Augenhöhe, wie ein Känguru über die weißen Flächen…es war einfach malerisch schön!

Der Schnee drang mir in die Schuhe, unter die Fußsohle, meine Füße waren warm, alles an mir war warm, einfach weil die Motive so herrlich waren.

Diese Bilder schoss ich:

Und nein, ich bin nicht krank geworden. 😀

Es ist auch so schön, einen Partner zu haben, der das mit einem teilen kann, weil er es versteht. (*meinen Mann abschmatz!!* )

Am nächsten Tag hieß es dann früh aufstehen, da wir den Tag  in Köln geplant hatten. Wir wollten ein paar der Kölner Weihnachtsmärkte besuchen und in den Dom fotografieren gehen. Die Fahrt nach Köln war schon furchtbar. Hätten wir mal Verkehrsfunk gehört. Die Fahrbahn war glitschig, in der Gegenrichtung zählten wir 16 km Stau, nachdem ein LKW bis auf unsere Fahrbahn hinüber geschlittert war und die Leitplanke durchbrochen hatte. Dann bei uns: Stau. Komplette Sperrung der Autobahn. Da wir gerade an einer Ausfahrt waren, fuhren wir ab und hielten in einer Straße an, um den neuen Schlachtplan zu überlegen. Als wir weiter fuhren, fuhren wir noch einmal über die Brücke, unter der die Autobahn verlief…ah, frei!! Anscheinend hatten sie gerade die Straße wieder geöffnet. Wir fuhren also weiter auf der Autobahn und kamen zwar mit Verspätung, aber ohne große Probleme in Köln an. Gegen drei dann fuhren wir zum Dom weiter.

Während wir in der Kälte, zwischen sehr vielen Menschen auf zwei Fotokollegen warteten, sah ich zwei…ja…was?  Turmfalk-Möwen? Auf jeden Fall SEEvögel, die um einen Kirchturm flogen…das ist schon etwas seltsam! 😀

Ich HASSE Menschenmengen. Ich mag das gar nicht. Doch es war der Wunsch meines Mannes gewesen, mal „Rumsausbilder“ von den Weihnachtsmärkten zu machen und auch im Dom mal mit Stativ zu fotografieren. Wir hatten uns extra Genehmigungen geholt und marschierten frohgemut hinein.

Drinnen wurden unsere Genehmigungen genauestens studiert und wir mit einem „dann machen Sie mal“ durch gewunken. Die Fotos mit Stativ darf ich leider nicht zeigen, aber die anderen Bilder. Im Dom wurden wir dann des öfteren angehalten (die sind da sehr aufmerksam) und mussten brav unsere Blätter vorzeigen, dass wir mit den Stativen hier fotografieren durften. Im Dom war es, obwohl viele „Aufpasser“ schauten, dass Mützen abgenommen wurden etcpp, wie in einem Bienenhaus. Führungen liefen, Menschentrauben taumelten Führerinnen hinterher, dauernd wurde man aus Kompaktknipsen angeblitzt, so dass man halb blind war (im Dom war es recht dunkel, gerade zu fortgeschrittener Zeit)….also nicht gerade erbaulich.

Ich machte mir also einen Sport draus, immer genau dort zu sein, wo die vielen Menschen nicht waren…und es gelang durchaus!

Das Blöde nur: im Dom war es schweinekalt. Anfangs ging es noch, da ja kein Wind geht, aber mit der Zeit kroch die Kälte nur so unter die Klamotten. Ich hatte schon vier Schichten angezogen, plus Schal, plus Taschenöfen…doch ich begann jämmerlich zu frieren.Mein Mann brachte alles, was wir nicht mehr brauchten, zum Auto und dann gingen wir erstmal einen Kakao trinken und uns aufwärmen. Unser einer Fotokollege konnte einem großen Stück Frankfurter Kranz nicht widerstehen…und ich fand es lustig, dass er sich gerade einen Kuchen, der quasi eher aus meiner Heimat kommt, ausgesucht hatte.

Frisch aufgewärmt, ging es auf den Weihnachtsmarkt neben dem Dom.

Ich war genau fünf Schritte auf die Pforte des Marktes zugegangen, als ich auch schon wieder weg wollte. Es war SO voll! Die Menschen traten sich auf die Füße, zwängten sich aneinander vorbei, rempelten sich an – für ein „Sorry…“ keine Zeit. Betrunkene Jugendliche gröhlten und lärmten herum… Dazu war es einfach schauerlich kalt, weil es auf der Domplatte einfach immer sehr zieht. Ich zitterte wie Espenlaub und legte mir verschiedene Strategien zurecht, das zu überleben. Wir waren ja extra dafür hergekommen und mein Mann sollte seinen Spaß haben. Den hatte er auch!

Viele Leute blieben stehen und schauten erstaunt und fasziniert, wenn er seinen sechs Meter langen Funk-Masten ausfuhr, an dem oben die Kamera dran „baumelte“. Wir hörten immer wieder „Google Street View!!“ und viele überlegten sich, was da wohl gerade passiere. Unsere Fotokollegen hatten dieses Verhalten vorher noch nie miterlebt, da sie mit uns und der Stange noch nicht unterwegs gewesen waren. Für sie war es das pure Vergnügen, während der Pano-Schüsse an der Stange, das umstehende Publikum zu beobachten. Sie hatten einen Spaß dabei, zuzusehen, wie die Münder immer weiter auf gingen, wie sich wispernd darüber unterhalten wurde, was da gerade passierte. Mein Mann schoss mehrere Aufnahmen vor und im Weihnachtsmarktgelände, dann machte er auch ein Kugelpanorama direkt von der Mitte aus, aber danach hatte selbst er genug. Es war einfach so voll, dass man nicht mal in die Richtung gehen konnte, in die man selbst gehen wollte. Man hatte nur die Möglichkeit: Mit der Masse oder untergehen.

Ein bisschen gelohnt hatte es sich aber für mich, da ich an einem Stand einen kleinen Holzelch entdeckte, der auf einer Mondsichel saß. Ich sammele doch Elche und gerate immer in Verzückung, wenn ich welche sehe. Plötzlich hing er da nicht mehr…wo er wohl hingekommen war? 😀 Und mein Mann hatte plötzlich eine Tüte in der Hand, in der „Kölner Luft“ sei, wie er beteuerte…hach, herrlich.

Ich selbst schoss auf diesem Weihnachtsmarkt wenige Fotos. Wenn es mir nicht gut geht, leidet auch mein Blick darunter.

Köln hat ja kein Salz. Das bedeutet, es ist überall matschiger und SEHR rutschiger Schlamm! Wir ließen vorsichtigen Schrittes (insofern das möglich war) den Dom-Weihnachtsmarkt hinter uns, um hinunter zum „Neu-Markt“ zu gehen, dessen Weihnachtsmarkt schöner sein solle. Köln hat viele Weihnachtsmärkte, ein paar davon sind zu Fuß zu erreichen, wir machten uns also auf den Weg.

Mir war SO kalt. Und es war so rutschig und so voll. Auch in der Fußgängerzone mussten wir, wenn wir stehen blieben, damit rechnen, halb umgerannt zu werden, kreuzen ging fast gar nicht. Schön dem Fluss nach. Ich machte auf diesem Weg gar keine Fotos, sondern beschränkte mich aufs Frieren.

Unten beim Neu-Markt angekommen, konnte man schon sehen, dass dieser Weihnachtsmarkt wirklich besonders war. In der Luft hingen leuchtende Sterne…das war so schön! Und der Mond schien auch…

Der Markt war auch nicht so voll wie der andere, es ließ sich besser gehen, mir war beim strammen Laufen wärmer geworden, so konnte ich das auch mehr genießen. Mein Mann schraubte seinen Mast hoch, begleitet von den typischen starrenden Blicken der Menschen um uns herum, als von hinten eine freundliche aber strenge Stimme sich meldete: „Haben wir denn dafür eine Genehmigung?“ Oups…DAFÜR hatten wir natürlich keine. Mein Mann versuchte es noch mit einem „brauchen wir denn eine?“, aber der nette Herr vom Sicherheitsdienst schaute nach oben, legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Kamera, die in sechs Metern Höhe in den Bäumen hing. „Ähm…nuja, wenn ich mir Ihr Gerät so ansehe…JA.“

Einer unserer Fotokollegen, der auf den Neu-Markt mitgekommen war und ich warteten mit bangen Mienen, während mein Mann zum Veranstalter mitgenommen wurde. Wir überlegten, was dieser jetzt mit ihm machte… Nach ungefähr zehn Minuten (es kam uns vor wie Stunden) kam er wieder. Sein Gesicht: ausdruckslos.

Was war passiert???

Als er bei uns ankam, stellten wir natürlich diese Frage gleich. Mein Mann ließ sich mit der Antwort ein wenig Zeit, dann aber grinste er bis über beide Ohren:
„Der Veranstalter meinte, ich solle ja schöne Fotos machen und er kaufe mir dann welche ab!!“
Neee, was ein Jubel! 😀
Die Sicherheitskräfte auf dem Weihnachtsmarkt wurden anscheinend alle eingeweiht, jedenfalls, egal, wo wir hinkamen, immer ein großmütiges Nicken und ein Grinsen. Mein Mann und sein Hochmast waren überall die Attraktion schlechthin, wir, die wir mit liefen und ebenfalls „dicke Apparate“ umhängen hatten, natürlich auch, an normales Weihnachtsmarktfeeling war nicht wirklich zu denken… 😀 Aber ich gönnte es ihm von Herzen, es war einfach sein großer Wunsch gewesen.

Ich habe ein paar Detailfotos geschossen:

Und damit die, die nicht in unseren Fotoforen sind und hier mitlesen, auch mal eine Ahnung bekommen, was es bedeutet, wenn man ein Kugelpanorama schießt mit einem 6-m-Stab, hier der Link zu den Panoramen, die mein Mann geschossen hat:

http://abbund-cad-service.de/markt-der-engel/

(Link bitte in eure Browser kopieren, ich krieg das mit der Verlinkung mal wieder nicht hin….dann Bild groß klicken, mit der Maus aufs Bild fahren, mit gedrückter linker Maustaste einfach ziehen und im Bild rumkreisen. Es dreht sich in alle Richtungen)

Als es dann gegen 20.00h ging, war mir dann einfach zu kalt. Meine Finger ließen sich nicht mehr krümmen, mein Gesicht fühlte sich an wie taub. Da auch die beiden Männer langsam genug gesehen und geknipst hatten, machten wir uns auf den Weg zurück. Netterweise fuhren mein Mann und ich dann Straßenbahn zurück zum Auto, ich muss mitleiderregend ausgesehen haben. 😀

Insgesamt waren es zwei schöne Fotoerlebnisse…und auch wenn es so kalt war…alleine mit der Kamera in der Hand mal wieder Eindrücke aufzusaugen, war all das wert.

=)

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Wunder geschehen doch!

08. Dezember 2010 at 22:12:57 (Allgemein)

Mir ist etwas passiert, das man eigentlich nur so beschreiben kann:

Mir ist ein Wunder geschehen.

Vor ein paar Tagen bekam ich von einem meiner Schüler ein Adventsgesteck geschenkt. Wunderschön, mit Notenschlüsseln reingebaut, Tannengrün, einem kleinen singenden Engel und einer lila Kerze. Das ganze auf ein Stück unbehandeltes Holz gesteckt…superschön. Die lila Kerze war ungefähr 15cm hoch und 5cm dick. Ich stellte das Gesteck auf den Flügel (auf ein kleines Deckchen) und ließ die Kerze aus. Mir war es zu gefährlich.

Aber sowohl diesen als auch den nächsten Tag nervten mich alle Kinder: „Biiiitteeee, mach die Kerze doch mal an! Das ist so schöööön!“

Ich ließ mich erweichen und steckte die Kerze an. Sah wirklich toll aus. Die Kinder fanden es super und freuten sich. Ich unterrichtete dann den Tag durch, löschte abends das Licht und schloss gegen halb sechs die Tür meines Studios zu.  Am Abend steckten wir die Kerzen unseres Adventskranzes an. Auch ungefähr 15cm hoch und 6cm dick. Nach zwei Stunden löschte ich die Kerzen, weil sie so schnell herunter brannten. Ich wollte nicht, dass sie vor Weihnachten schon abgebrannt sein könnten.

Am nächsten Nachmittag (es war gegen halb drei) war ich dann wieder im Studio. Ich ging die Treppe runter, betrat den Raum….und sah die Kerze brennen.

Ich hatte sie doch vergessen.

Sie brannte ungefähr 21 Stunden ununterbrochen.

Ich war nahe am Herzinfarkt und rannte hin. Sie war genau drei cm herunter gebrannt.

Mehr nicht.

Drei Zentimeter.

Sie hätte runterbrennen können. Den Flügel anstecken. Das Studio anstecken. Das ganze Haus anstecken.
Aber sie brannte nur drei Zentimeter herunter.

In 21 Stunden.

Ich denke, mir ist ein Wunder passiert.
Und ich stehe echt staunend davor.

Puh…

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Von Spaghetti, Töpfen auf Köpfen und einem verschwundenen Nikolaus

06. Dezember 2010 at 23:12:56 (Allgemein)

„Juhu!! Es ist endlich soweit!!“

Mit diesem Satz sprang ich morgens richtiggehend aus dem Bett. Schlafen hatte ich eh nicht wirklich können, so aufgeregt war ich ob der bevorstehenden Ereignisse. Meinen laut protestierenden Gleichgewichtssinn und meinen ärgerlich schimpfenden Kreislauf völlig ignorierend schaukelte ich in die Küche. Da stand er, der Topf. Ich hob den Deckel und zog eine Nase voll ein: Hmm….. *kritischer Blick hinein* riecht gut und sieht gut aus! Den Abend davor hatte ich eine ganze Weile in der Küche gestanden und insgesamt ungefähr zwölf Liter Tomatensoße gekocht.

Warum?

Weil nun der Tag gekommen war, an dem es beweisen musste. Schmeckt eine frisch gekochte Tomatensoße wirklich besser als Mirácoli??? Am Tag vorher hatte ich Bauchweh vor Aufregung gehabt. War ich in der Lage, so eine Masse Soße zu kochen, ohne mich zu vertun? Was, wenn ich sie versaute?? Argh…. Ich ging auf Nummer sicher und kochte sie in mehreren Etappen. Bekannter Topf, Zutaten der Reihe nach anbraten, aufkochen…fertig. Soße in den Riesentopf…und alles erneut, bis der Riesentopf voll war. Danach ging es mir besser, die Aufregung legte sich etwas…die Soße schien einigermaßen gelungen.

NUN aber war die Aufregung natürlich wieder voll da! Ich hibbelte durch die Wohnung, machte meinen Mann voll verrückt (:D), sammelte alles zusammen, was ich brauchte, räumte noch etwas auf, duschte, machte mich fertig und mich dann anschließend mit meinem Mann, dem Riesentopf und Kästen und Körben auf den Weg zu unserem Gemeindezentrum, wo das Essen steigen sollte. Es war ein wunderschöner Tag! Blauer Himmel, noch weißer Schnee…meine Laune war auf einem Hochpunkt, auch wenn ich sicher durchaus Herzklopfen hatte.

Dort angekommen wurden wir schon von anderen Teilnehmern der Spaghettischlacht erwartet, bepackt mit Getränkekisten, Brot und anderen Leckereien. Als wir in die Räumlichkeiten kamen, drückte ich die Klinke zur Großküche. Diese sollte, so ward mir versprochen worden, OFFEN sein, damit wir alles Nötige tun konnten. *rüttel* Zu. Naaaaaaaaaaaaaiiiiiiiiiiiin……och nee, oder!! Man setzte die Getränkekisten ab, von der Hoffnung verlassen, sie gleich in die Küche bringen zu können. Ich zückte das Handy und rief den Hausmeister an. Dieser war natürlich supersauer, dass seine Anweisungen nicht befolgt worden waren, worauf etwas später eine kleinlaute Dame der Gruppe, die den Tag vorher die Küche hatte, kam, allerdings ohne Schlüssel. Der läge wohl IN der Küche…und wie ist sie dann verschlossen worden?? Unser Hausmeister kam kurze Zeit später und schloss uns auf, es konnte endlich losgehen! Die schon Angekommenen begannen, die Tische zu stellen, während ich die Soße in der Küche auf dem Herd warm stellte.

Die Räumlichkeiten füllten sich zusehends. Es wurden tolle Vorspeisen mitgebracht, Salate und natürlich viel Fotokram, der sofort begutachtet und über den gefachsimpelt wurde. Und dann kam SIE, die, der ich es beweisen musste, dass Mirácoli KEINE Alternative zu einer frisch gemachten Soße sein kann. Wer den Blogeintrag noch nicht gelesen hat, sollte das tun. Er ist auf dieser Seite, weiter unten. Und in dem Moment, in dem sie zur Tür herein kam, wusste ich, ich musste gar nichts beweisen. Wir sollten einfach an diesem Tag alle zusammen einen Mords Spaß haben. Und den hatten wir auch. Sie schenkte mir einen großen Nikolaus – leider hat der Füße bekommen. 😦 Er war unauffindbar gegen Ende….hat ihn vielleicht jemand gesehen? Mochte er die Umgebung nicht? 😦

Wir begannen, während alle draußen in Gruppen ratschten, das Essen vorzubereiten. Das Wasser kochte und wir fingen an, die vielen Kilo Spaghetti in den Topf zu schmeißen. Vorher war noch die Frage: ohje, wie viel Salz muss da jetzt hinein?? Wir haben dann grob gerechnet und ich schüttete beherzt aus der 500g-Packung los. Irgendwann verließ mich der Mut, es sah so unglaublich viel aus! Doch eine meiner Mitköchinnen beruhigte mich, es sei ja auch viel Wasser. Sie probierte das Salzwasser dann auch und befand es für gut. Als alle Spaghetti drin waren, schnappte sich einer der Forenmänner den großen Sieblöffel und rührte heldenhaft die komplette Zeit die Nudeln um. Seinem Gesichtsausdruck konnte man entnehmen, dass er nach fünf Minuten seine Heldenhaftigkeit leicht bereute, ging das Rühren von mehreren Kilo Spaghetti in 25L Wasser doch ziemlich in die Arme! 😀 Aber er rührte tapfer bis zum Ende weiter.

In der Zeit wurde draußen schon wild geblitzdingst, die neusten Ideen ausgetauscht und sich näher kennen gelernt. Ein User, der schon eine halbe Odyssee von München aus hinter sich hatte, war auch endlich heil angekommen. Die Stimmung war locker, ungezwungen und alle hatten einfach Spaß. Ich war total glücklich, denn genau so sollte das sein. Als die Nudeln fertig waren, befüllten wir die großen Schüsseln und es ging endlich wirklich richtig los! Alles mampfte, lachte, unterhielt sich, ich hätte schreien können vor Spaß, weil alles so gut lief. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus: „Und, Madame??? Wie isses??? Sag was!!“ SIE grinste. „…..sie sind GUT, Dana.“ Alles lachte. Ums Verrecken kein Zugeben, dass diese Soße besser war! Aber von einem Hyper-Mirácoli-Fan war das schon eine gescheite Ansage, ich gab mich damit zufrieden. 😀

Insgesamt war das Essen superlustig, es wurde kräftig nachgenommen und dann, als die Ersten fertig waren, auch wieder munter fotografiert. Einer der Gruppe, obwohl noch nicht fertig, nahm sich einen der leeren Spaghettitöpfe und setzte ihn sich zu diesem Zwecke auf den Kopf! Ein anderer User erheiterte uns ebenfalls, da er ein Kugelpanorama machte und dabei erstmal einige organisatorische Schwierigkeiten überwinden musste. 😀 Er hatte uns angewiesen, recht ruhig zu sitzen…und dann passierte erstmal minutenlang nix! Aber auch das war einfach nur lustig und das Bild ist sicher gut geworden! Wir stellten dann nach dem Essen fest, dass ich zwar die Soße gut berechnet, aber mit den Mengen an Spaghetti total daneben gelegen hatte. Es blieben so viele Nudeln übrig, dass man locker noch 20 Gäste mehr hätte damit versorgen können. Der Riesentopf, in dem vorher die Soße gekocht hatte, wurde mit den Nudelresten bestückt…er wurde bis zum Rand voll! Obwohl der ein oder andere durchaus ein paar Spaghetti einpackte (und etwas Soße in Tubberdosen wegschaffte), wurde es nicht wirklich weniger.

Wir fingen an, aufzuräumen, jeder packte mit an, so dass die Räumlichkeiten sehr schnell wieder ordentlich aussahen. Danke allen, die geholfen haben. Es war toll! Ihr habt mich, wo es ging, entlastet. Da das Wetter so wunderbar war, wurde, obwohl wir beschlossen hatten, NICHT nach Frankfurt zu fahren, diese Meinung revidiert. Es packten sich alle in Autos und in den Zug und fuhren gen Frankfurt. Wir hatten einen S-Bahnfahrplan erhalten und gingen frohen Mutes Richtung Bahnhof, nachdem wir die Autos im Parkhaus (nur zwei Euro für fünf Stunden!) abgestellt hatten. An den Automaten angekommen, waren wir alle äußerst dankbar für einen unserer Kollegen, der sich mit diesen neuen Teilen anscheinend bestens auskannte! Auch wenn selbst er plötzlich erstaunt war, was auf dem Bildschirm auftauchte, schaffte er es, zwei Gruppenkarten zu bestellen. Der Endpreis wurde uns angezeigt, der Geldschlitz ging auf. Ohje, ähm…Geld…jeder suchte fieberhaft im Portemonnaie und verschiedene Arme streckten sich ihm entgegen, jeweils einen Schein in der Hand. Das Chaos wurde noch getoppt vom Automaten, der sich weigerte, jegliche Scheine, die NICHT aus der Hand meines Kollegen gegeben wurden, anzunehmen. Er war nun diesen gewöhnt und wollte gefälligst auch weiter von IHM bedient werden, jawoll! Automaten sind schließlich auch nur Menschen! Unser Kollege fütterte ihn also bereitwillig, doch hatte keiner jetzt mehr einen Schimmer, wer nun schon Geld gegeben hatte und wer nicht. Im Zug klamüserten wir es dann mit großer Mühe auseinander, wir hoffen, er hat nicht draufgezahlt!

Wir hatten uns an der Hauptwache/Zeil verabredet, da die eine Hälfte mit Autos, die andere Hälfte ja mit dem Zug gefahren war. Die Ersten waren bereits blau gefroren, als die Letzten endlich ankamen, doch die Laune war immer noch gut. Sie erhielt erst dann einen kleinen Dämpfer, wir feststellten, dass der Maintower wegen Eisbruchs geschlossen hatte. Man durfte nicht ganz oben auf die Plattform. Och neee…. Einige waren allerdings schon einmal auf der benachbarten Karstadt-Dachterrasse gewesen, so nahmen wir das als Ersatzmöglichkeit.

Der Sonnenuntergang war zwar nicht gigantisch, aber die Aussicht war schon sehr schön. Und ab HIER hab ich selbst dann auch Bilder gemacht. 😀 Vorher war das nicht möglich, weil ich einfach nur rumgerödelt habe.

Es war schweinekalt da oben, aber wie das bei Fotografen so ist: wenn sie in ihrem Element sind, ist es egal, welche Temperatur herrscht!! Naja, fast egal…aber wir hatten viel Spaß. =) Irgendwann fiel mir ein, dass ich ja extra für die Skyline meine Glaskugel mitgenommen hatte! Ich holte sie heraus…nur…wohin legen? Es gab nur glatte Kanten, nirgends war eine Möglichkeit, sie so abzulegen, dass sie nicht herunter fiel (die wildesten Spekulationen folgten, was wäre, wenn sie die 20m auf den Boden fiele und es liefe gerade jemand unten vorbei…) und einen Ring oder so etwas hatte ich nicht dabei, weil ich das nicht besitze. Ich wollte schon resigniert die Kugel wieder einpacken, da kam die rettende Idee:
„Nimm Kaugummi!“
„Ähm…hä??“
„Eija? Nimm doch Kaugummi!“
„Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihhhhhhh…das meinst du nicht ernst!“
„Doch?“ zog eine Packung Kaugummi (der war übrigens lecker!!) aus der Tasche und gab mir grinsend einen. Ich stopfte ihn in den Mund, kaute ihn weich, schaute links und rechts, klebte ihn auf so ein „Münz-Fernrohr“, das da auf der Terrasse angebracht war und matschte meine Glaskugel hinein. Die absolute Erheiterung meiner Fotokollegen war gesichert, wandelte sich allerdings in Begeisterung, als sie sahen, was man durch die Kugel alles sehen konnte. Daraufhin bildete sich eine Schlange und jeder knipste mal durch. Meine zwei Kugelbilder sehen so aus:

Wir unterhielten uns in der Gruppe noch ein wenig und beschlossen dann, angesichts der vielen, langsam ins Dunkelviolett spielenden Nasen, doch wärmere Gefilde aufzusuchen. MyZeil wurde angesteuert. Wir fuhren Rolltreppe hoch und runter, machten noch das ein oder andere Bild

und liefen dann zum Treffpunkt an der Hauptwache zurück. Boah, es war SO kalt. Wir warteten lieber unten im „Basement“ der Hauptwache, da wir etwas zu früh waren und mein Mann schon so schnatterte, dass man wirklich Mitleid bekam. Ich konnte dann einem „ANANAS, BECHER NUR EIN EURO, NUR EIN EURO!! AAAALLES NUR EIN EURO!!“ nicht standhalten und schleckte genießerisch die leckere gelbe Frucht in kleinen, mundgerechten Stückchen (die, die dabei waren und wollten, bekamen was ab), während wir warteten.

Mir fiel ein Mann auf, der erst im Strom der Passanten mitlief, sich dann umdrehte und einfach dort in der Gegenrichtung stehen blieb.

Als die Zeit dann gekommen war, betraten wir wieder die Oberfläche, um zum Rest der Bahnfahrertruppe zu stoßen. Zwar verfroren aber guter Stimmung gingen wir alle zusammen zum Gleis und fuhren wieder zurück. Dachte man jetzt, die Müdigkeit mache sich breit und alles ist froh, endlich nach Hause zu kommen, hatte man falsch gedacht! Erste Frage, noch bevor wir im Zug waren:
„Was machst du eigentlich mit dem Rest der Spaghetti?“
„Äh…na ja, anbraten, wahrscheinlich und das, was wir nicht schaffen, leider wegschmeißen…“
„Und…ähm…was wäre, wenn wir ein Revival starten????“
„Ein…was?“ „Naja, wenn wir jetzt noch weiter essen!!“
Boah, die waren nicht tot zu kriegen! 😀 Aber mich freute das unbändig und so machte der Rest der Truppe ab, die Räumlichkeiten fertig aufzuräumen, zu kehren, alles zusammen zu stellen und dann zu mir zu laufen, wo ich noch eine große Wok-Runde starten würde. Nudeln in den Wok, verschiedenes dazu und dann hieß es spachteln!

Ein paar der Gruppe verabschiedeten sich dann doch vorher, entweder weil kleine Kinder und kranke Frauen zu Hause warteten oder weil der Tag doch geschlaucht hatte. Aber der Rest und ich machten uns noch einen ruhigen, netten Abend bei uns daheim, genossen das Zusammensein noch etwas länger, ließen den Tag revuepassieren und hatten einfach noch etwas Spaß. Am nächsten Morgen gab es dann noch für die, die wollten, ein Frühstück, das das gelungene Treffen noch abrundete.

Insgesamt war es, obwohl ich vorher wirklich sterbensaufgeregt war, eine tolle Sache. Ein Danke noch mal an alle, die dabei waren. Ohne euch wäre dieser Tag NICHT so schön geworden, wie er es geworden ist…da hätte ich mich mit meinen Spaghetti auf den Kopf stellen können. …und…haltet mich für verrückt, …. ich denke schon über eine Fortsetzung nach…vielleicht irgendwann im Sommer… Denn wer schrieb so schön: „Ich glaube, dass gekaufte Pizza VIEL besser schmeckt als selbst gemachte!!!“ ?

😉

We will see.

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