Von Spaghetti, Töpfen auf Köpfen und einem verschwundenen Nikolaus

06. Dezember 2010 at 23:12:56 (Allgemein)

„Juhu!! Es ist endlich soweit!!“

Mit diesem Satz sprang ich morgens richtiggehend aus dem Bett. Schlafen hatte ich eh nicht wirklich können, so aufgeregt war ich ob der bevorstehenden Ereignisse. Meinen laut protestierenden Gleichgewichtssinn und meinen ärgerlich schimpfenden Kreislauf völlig ignorierend schaukelte ich in die Küche. Da stand er, der Topf. Ich hob den Deckel und zog eine Nase voll ein: Hmm….. *kritischer Blick hinein* riecht gut und sieht gut aus! Den Abend davor hatte ich eine ganze Weile in der Küche gestanden und insgesamt ungefähr zwölf Liter Tomatensoße gekocht.

Warum?

Weil nun der Tag gekommen war, an dem es beweisen musste. Schmeckt eine frisch gekochte Tomatensoße wirklich besser als Mirácoli??? Am Tag vorher hatte ich Bauchweh vor Aufregung gehabt. War ich in der Lage, so eine Masse Soße zu kochen, ohne mich zu vertun? Was, wenn ich sie versaute?? Argh…. Ich ging auf Nummer sicher und kochte sie in mehreren Etappen. Bekannter Topf, Zutaten der Reihe nach anbraten, aufkochen…fertig. Soße in den Riesentopf…und alles erneut, bis der Riesentopf voll war. Danach ging es mir besser, die Aufregung legte sich etwas…die Soße schien einigermaßen gelungen.

NUN aber war die Aufregung natürlich wieder voll da! Ich hibbelte durch die Wohnung, machte meinen Mann voll verrückt (:D), sammelte alles zusammen, was ich brauchte, räumte noch etwas auf, duschte, machte mich fertig und mich dann anschließend mit meinem Mann, dem Riesentopf und Kästen und Körben auf den Weg zu unserem Gemeindezentrum, wo das Essen steigen sollte. Es war ein wunderschöner Tag! Blauer Himmel, noch weißer Schnee…meine Laune war auf einem Hochpunkt, auch wenn ich sicher durchaus Herzklopfen hatte.

Dort angekommen wurden wir schon von anderen Teilnehmern der Spaghettischlacht erwartet, bepackt mit Getränkekisten, Brot und anderen Leckereien. Als wir in die Räumlichkeiten kamen, drückte ich die Klinke zur Großküche. Diese sollte, so ward mir versprochen worden, OFFEN sein, damit wir alles Nötige tun konnten. *rüttel* Zu. Naaaaaaaaaaaaaiiiiiiiiiiiin……och nee, oder!! Man setzte die Getränkekisten ab, von der Hoffnung verlassen, sie gleich in die Küche bringen zu können. Ich zückte das Handy und rief den Hausmeister an. Dieser war natürlich supersauer, dass seine Anweisungen nicht befolgt worden waren, worauf etwas später eine kleinlaute Dame der Gruppe, die den Tag vorher die Küche hatte, kam, allerdings ohne Schlüssel. Der läge wohl IN der Küche…und wie ist sie dann verschlossen worden?? Unser Hausmeister kam kurze Zeit später und schloss uns auf, es konnte endlich losgehen! Die schon Angekommenen begannen, die Tische zu stellen, während ich die Soße in der Küche auf dem Herd warm stellte.

Die Räumlichkeiten füllten sich zusehends. Es wurden tolle Vorspeisen mitgebracht, Salate und natürlich viel Fotokram, der sofort begutachtet und über den gefachsimpelt wurde. Und dann kam SIE, die, der ich es beweisen musste, dass Mirácoli KEINE Alternative zu einer frisch gemachten Soße sein kann. Wer den Blogeintrag noch nicht gelesen hat, sollte das tun. Er ist auf dieser Seite, weiter unten. Und in dem Moment, in dem sie zur Tür herein kam, wusste ich, ich musste gar nichts beweisen. Wir sollten einfach an diesem Tag alle zusammen einen Mords Spaß haben. Und den hatten wir auch. Sie schenkte mir einen großen Nikolaus – leider hat der Füße bekommen. 😦 Er war unauffindbar gegen Ende….hat ihn vielleicht jemand gesehen? Mochte er die Umgebung nicht? 😦

Wir begannen, während alle draußen in Gruppen ratschten, das Essen vorzubereiten. Das Wasser kochte und wir fingen an, die vielen Kilo Spaghetti in den Topf zu schmeißen. Vorher war noch die Frage: ohje, wie viel Salz muss da jetzt hinein?? Wir haben dann grob gerechnet und ich schüttete beherzt aus der 500g-Packung los. Irgendwann verließ mich der Mut, es sah so unglaublich viel aus! Doch eine meiner Mitköchinnen beruhigte mich, es sei ja auch viel Wasser. Sie probierte das Salzwasser dann auch und befand es für gut. Als alle Spaghetti drin waren, schnappte sich einer der Forenmänner den großen Sieblöffel und rührte heldenhaft die komplette Zeit die Nudeln um. Seinem Gesichtsausdruck konnte man entnehmen, dass er nach fünf Minuten seine Heldenhaftigkeit leicht bereute, ging das Rühren von mehreren Kilo Spaghetti in 25L Wasser doch ziemlich in die Arme! 😀 Aber er rührte tapfer bis zum Ende weiter.

In der Zeit wurde draußen schon wild geblitzdingst, die neusten Ideen ausgetauscht und sich näher kennen gelernt. Ein User, der schon eine halbe Odyssee von München aus hinter sich hatte, war auch endlich heil angekommen. Die Stimmung war locker, ungezwungen und alle hatten einfach Spaß. Ich war total glücklich, denn genau so sollte das sein. Als die Nudeln fertig waren, befüllten wir die großen Schüsseln und es ging endlich wirklich richtig los! Alles mampfte, lachte, unterhielt sich, ich hätte schreien können vor Spaß, weil alles so gut lief. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus: „Und, Madame??? Wie isses??? Sag was!!“ SIE grinste. „…..sie sind GUT, Dana.“ Alles lachte. Ums Verrecken kein Zugeben, dass diese Soße besser war! Aber von einem Hyper-Mirácoli-Fan war das schon eine gescheite Ansage, ich gab mich damit zufrieden. 😀

Insgesamt war das Essen superlustig, es wurde kräftig nachgenommen und dann, als die Ersten fertig waren, auch wieder munter fotografiert. Einer der Gruppe, obwohl noch nicht fertig, nahm sich einen der leeren Spaghettitöpfe und setzte ihn sich zu diesem Zwecke auf den Kopf! Ein anderer User erheiterte uns ebenfalls, da er ein Kugelpanorama machte und dabei erstmal einige organisatorische Schwierigkeiten überwinden musste. 😀 Er hatte uns angewiesen, recht ruhig zu sitzen…und dann passierte erstmal minutenlang nix! Aber auch das war einfach nur lustig und das Bild ist sicher gut geworden! Wir stellten dann nach dem Essen fest, dass ich zwar die Soße gut berechnet, aber mit den Mengen an Spaghetti total daneben gelegen hatte. Es blieben so viele Nudeln übrig, dass man locker noch 20 Gäste mehr hätte damit versorgen können. Der Riesentopf, in dem vorher die Soße gekocht hatte, wurde mit den Nudelresten bestückt…er wurde bis zum Rand voll! Obwohl der ein oder andere durchaus ein paar Spaghetti einpackte (und etwas Soße in Tubberdosen wegschaffte), wurde es nicht wirklich weniger.

Wir fingen an, aufzuräumen, jeder packte mit an, so dass die Räumlichkeiten sehr schnell wieder ordentlich aussahen. Danke allen, die geholfen haben. Es war toll! Ihr habt mich, wo es ging, entlastet. Da das Wetter so wunderbar war, wurde, obwohl wir beschlossen hatten, NICHT nach Frankfurt zu fahren, diese Meinung revidiert. Es packten sich alle in Autos und in den Zug und fuhren gen Frankfurt. Wir hatten einen S-Bahnfahrplan erhalten und gingen frohen Mutes Richtung Bahnhof, nachdem wir die Autos im Parkhaus (nur zwei Euro für fünf Stunden!) abgestellt hatten. An den Automaten angekommen, waren wir alle äußerst dankbar für einen unserer Kollegen, der sich mit diesen neuen Teilen anscheinend bestens auskannte! Auch wenn selbst er plötzlich erstaunt war, was auf dem Bildschirm auftauchte, schaffte er es, zwei Gruppenkarten zu bestellen. Der Endpreis wurde uns angezeigt, der Geldschlitz ging auf. Ohje, ähm…Geld…jeder suchte fieberhaft im Portemonnaie und verschiedene Arme streckten sich ihm entgegen, jeweils einen Schein in der Hand. Das Chaos wurde noch getoppt vom Automaten, der sich weigerte, jegliche Scheine, die NICHT aus der Hand meines Kollegen gegeben wurden, anzunehmen. Er war nun diesen gewöhnt und wollte gefälligst auch weiter von IHM bedient werden, jawoll! Automaten sind schließlich auch nur Menschen! Unser Kollege fütterte ihn also bereitwillig, doch hatte keiner jetzt mehr einen Schimmer, wer nun schon Geld gegeben hatte und wer nicht. Im Zug klamüserten wir es dann mit großer Mühe auseinander, wir hoffen, er hat nicht draufgezahlt!

Wir hatten uns an der Hauptwache/Zeil verabredet, da die eine Hälfte mit Autos, die andere Hälfte ja mit dem Zug gefahren war. Die Ersten waren bereits blau gefroren, als die Letzten endlich ankamen, doch die Laune war immer noch gut. Sie erhielt erst dann einen kleinen Dämpfer, wir feststellten, dass der Maintower wegen Eisbruchs geschlossen hatte. Man durfte nicht ganz oben auf die Plattform. Och neee…. Einige waren allerdings schon einmal auf der benachbarten Karstadt-Dachterrasse gewesen, so nahmen wir das als Ersatzmöglichkeit.

Der Sonnenuntergang war zwar nicht gigantisch, aber die Aussicht war schon sehr schön. Und ab HIER hab ich selbst dann auch Bilder gemacht. 😀 Vorher war das nicht möglich, weil ich einfach nur rumgerödelt habe.

Es war schweinekalt da oben, aber wie das bei Fotografen so ist: wenn sie in ihrem Element sind, ist es egal, welche Temperatur herrscht!! Naja, fast egal…aber wir hatten viel Spaß. =) Irgendwann fiel mir ein, dass ich ja extra für die Skyline meine Glaskugel mitgenommen hatte! Ich holte sie heraus…nur…wohin legen? Es gab nur glatte Kanten, nirgends war eine Möglichkeit, sie so abzulegen, dass sie nicht herunter fiel (die wildesten Spekulationen folgten, was wäre, wenn sie die 20m auf den Boden fiele und es liefe gerade jemand unten vorbei…) und einen Ring oder so etwas hatte ich nicht dabei, weil ich das nicht besitze. Ich wollte schon resigniert die Kugel wieder einpacken, da kam die rettende Idee:
„Nimm Kaugummi!“
„Ähm…hä??“
„Eija? Nimm doch Kaugummi!“
„Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihhhhhhh…das meinst du nicht ernst!“
„Doch?“ zog eine Packung Kaugummi (der war übrigens lecker!!) aus der Tasche und gab mir grinsend einen. Ich stopfte ihn in den Mund, kaute ihn weich, schaute links und rechts, klebte ihn auf so ein „Münz-Fernrohr“, das da auf der Terrasse angebracht war und matschte meine Glaskugel hinein. Die absolute Erheiterung meiner Fotokollegen war gesichert, wandelte sich allerdings in Begeisterung, als sie sahen, was man durch die Kugel alles sehen konnte. Daraufhin bildete sich eine Schlange und jeder knipste mal durch. Meine zwei Kugelbilder sehen so aus:

Wir unterhielten uns in der Gruppe noch ein wenig und beschlossen dann, angesichts der vielen, langsam ins Dunkelviolett spielenden Nasen, doch wärmere Gefilde aufzusuchen. MyZeil wurde angesteuert. Wir fuhren Rolltreppe hoch und runter, machten noch das ein oder andere Bild

und liefen dann zum Treffpunkt an der Hauptwache zurück. Boah, es war SO kalt. Wir warteten lieber unten im „Basement“ der Hauptwache, da wir etwas zu früh waren und mein Mann schon so schnatterte, dass man wirklich Mitleid bekam. Ich konnte dann einem „ANANAS, BECHER NUR EIN EURO, NUR EIN EURO!! AAAALLES NUR EIN EURO!!“ nicht standhalten und schleckte genießerisch die leckere gelbe Frucht in kleinen, mundgerechten Stückchen (die, die dabei waren und wollten, bekamen was ab), während wir warteten.

Mir fiel ein Mann auf, der erst im Strom der Passanten mitlief, sich dann umdrehte und einfach dort in der Gegenrichtung stehen blieb.

Als die Zeit dann gekommen war, betraten wir wieder die Oberfläche, um zum Rest der Bahnfahrertruppe zu stoßen. Zwar verfroren aber guter Stimmung gingen wir alle zusammen zum Gleis und fuhren wieder zurück. Dachte man jetzt, die Müdigkeit mache sich breit und alles ist froh, endlich nach Hause zu kommen, hatte man falsch gedacht! Erste Frage, noch bevor wir im Zug waren:
„Was machst du eigentlich mit dem Rest der Spaghetti?“
„Äh…na ja, anbraten, wahrscheinlich und das, was wir nicht schaffen, leider wegschmeißen…“
„Und…ähm…was wäre, wenn wir ein Revival starten????“
„Ein…was?“ „Naja, wenn wir jetzt noch weiter essen!!“
Boah, die waren nicht tot zu kriegen! 😀 Aber mich freute das unbändig und so machte der Rest der Truppe ab, die Räumlichkeiten fertig aufzuräumen, zu kehren, alles zusammen zu stellen und dann zu mir zu laufen, wo ich noch eine große Wok-Runde starten würde. Nudeln in den Wok, verschiedenes dazu und dann hieß es spachteln!

Ein paar der Gruppe verabschiedeten sich dann doch vorher, entweder weil kleine Kinder und kranke Frauen zu Hause warteten oder weil der Tag doch geschlaucht hatte. Aber der Rest und ich machten uns noch einen ruhigen, netten Abend bei uns daheim, genossen das Zusammensein noch etwas länger, ließen den Tag revuepassieren und hatten einfach noch etwas Spaß. Am nächsten Morgen gab es dann noch für die, die wollten, ein Frühstück, das das gelungene Treffen noch abrundete.

Insgesamt war es, obwohl ich vorher wirklich sterbensaufgeregt war, eine tolle Sache. Ein Danke noch mal an alle, die dabei waren. Ohne euch wäre dieser Tag NICHT so schön geworden, wie er es geworden ist…da hätte ich mich mit meinen Spaghetti auf den Kopf stellen können. …und…haltet mich für verrückt, …. ich denke schon über eine Fortsetzung nach…vielleicht irgendwann im Sommer… Denn wer schrieb so schön: „Ich glaube, dass gekaufte Pizza VIEL besser schmeckt als selbst gemachte!!!“ ?

😉

We will see.

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1 Kommentar

  1. Kerstin said,

    Liebste Dana ….
    es war ja ein wenig mehr, was MADAME sagte … Madame sagte, sie sind GUT, ich habe sogar nachgenommen … aber morgen gibts wieder Miracóli……. DAS ist die ganze Wahrheit 🙂
    Da ich eine Battle von Anfang an ja ausgeschlossen hatte, konnte ich es mir auch leisten, deine Nudeln und vor allem die Sauce uneingeschränkt als „gut, mir schmeckts, ich hab nochmal nachgelegt“ zu bewerten, ohne, dass sie am heiligen Thron rüttelt :))))))))))))
    Also Dana, wenn es jemals eine „Reloaded“-Veranstaltung gibt, dann bin ich sicher wieder mit dabei!!!!
    Danke für das, was du da auf die Beine gestellt hast!

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