Ich HASSE Umzüge!!

18. Oktober 2010 at 00:10:53 (Allgemein)

Nein, ich rede hier nicht von denen, die regelmäßig jedes Jahr so im Februar stattfinden, umgefallene Bierflaschen, Alkoholleichen, Nonnen, die keine sind und viele bunte Wagen beinhalten und wo jeder jeck sein muss. Die mag ich zwar genauso wenig, aber denen kann ich ja aus dem Weg gehen.

Im Gegensatz zu meinem eigenen!!

Ja, wir müssen schon wieder umziehen.
Wer es noch nicht weiß: im Januar habe ich mich von meinem Mann getrennt. Wir hatten uns einfach in verschiedene Richtungen entwickelt und sind mehr oder weniger friedlich auseinander gegangen. Ich habe einen neuen Lebenspartner (den viele Leser ja auch kennen), der seitdem als „Mein Mann“ bezeichnet wird, weil er das ist. Im April sind wir in eine gemeinsame Wohnung gezogen.

Diese Wohnung war schön, doch leider saßen wir einer verkappten Zwischenmiete auf. Keiner will das wirklich gewusst haben, alles habe sich „so entwickelt“…aber der Makler, der uns die Wohnung anpries, ist der Bruder der Vermieterin und die Wohnung liegt in dem Elternhaus der beiden. Nach zwei Monaten, wir hatten gerade die Blumenkästen bepflanzt, wobei uns die Vermieterin zugesehen hatte (!!!), bekamen wir wieder die Kündigung. Wir waren wie vor den Kopf geschlagen, damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Wir seien ja super Mieter, schön ruhig und so angenehm…aber sie bräuchten die Wohnung für sich selbst. Der Mann der Vermieterin hatte starke Gebrechen (die schon vorher bekannt waren) und die seien nun so stark, dass sie Arbeits- und Wohnfläche auf eine Ebene legen wollten, damit er keine Treppe laufen müsse. Wohlgemerkt: die Wohnung, in der wir wohnen, liegt im ersten Stock, direkt gegenüber der Vermieter.

Ich war damals so verärgert, dass ich erstmal drei Wochen verstreichen ließ, bevor ich überhaupt was sagte, weil ich einfach befürchtete, mich nicht im Zaum zu halten, sollte es zu einem Gespräch kommen. Ich meldete mich beim Mieterschutz an, die auch gleich erklärten, dass das so nicht rechtens sein könne. Aber wer will schon kämpfen, wenn die Vermieter einen raus haben wollen? Somit hieß es wieder Wohnung suchen.

Und da ist es einfach gut, wenn man im Ort bekannter ist. Ich ließ einfach mal in der Fünf-Minuten-Pause meines Kirchenchores in den Raum fallen, dass wir wieder aus der Wohnung müssten und dass alle mal die Augen offen halten sollten, wenn sie was sehen. „Mir hamm eine…“ kam aus der letzten Reihe. Eine Dame aus meinem Alt guckte mich ruhig an.

Äh…was?

„Mir hamm eine.“

Ihre Tochter zog gerade aus einer Wohnung im elterlichen Zweithaus aus. Vier Zimmer, 105m², gleicher Mietpreis wie vorher, dabei etwas mehr an Quadratmetern, schöne Lage mit Südbalkon… Ich konnte es ja kaum glauben. Wir haben die Wohnung dann besichtigt und waren gleich von der Aufteilung begeistert. Ein kleiner, rechteckiger Flur, von dem aus alle Zimmer rundum abgingen. Das ist so schön gemütlich! Momentan haben wir einen sehr langen Flur, von dem aus die Zimmer beidseitig abgehen. Das wirkt etwas ungemütlich und kalt.

Das Schlafzimmer hat eine kleine Dachschräge und Dachfenster…es ist total toll, wenn da nachts der Regen dran prasselt…und die Sterne kann man sehen! Das Wohnzimmer ist schön groß und sowohl von Wohnzimmer, Küche als auch vom Büro geht eine Balkontüre nach draußen auf den Balkon. Zwei Bäder hat die Wohnung. Ein kleines mit Klo, Dusche und Waschbecken und ein größeres mit Badewanne, Waschbecken und Klo. Und das Tollste: die Wohnung wurde für uns noch saniert! Teppich raus, überall Laminat rein, den ich mir noch in der Farbe aussuchen durfte! Eine weiße Holzdecke wurde im Wohnzimmer eingezogen, wir durften sagen, wo wir die Lampenanschlüsse hinhaben wollten, eine Tür wird noch ausgewechselt, weil ich gerne in der Mitte Glas haben möchte…einfach klasse.

Nunja…nur der Umzug ist einfach ätzend. Wir waren ja gerade erst umgezogen!! Kisten packen, auspacken, renovieren, alles NOCHMAL…BUAH! Man fühlt sich nirgends zu Hause, muss an so vieles denken, hat nicht mehr alles zur Verfügung, weil vieles schon in Kartons ruht, der Umzug muss wieder geplant werden, da man kein Geld für eine Firma hat…die Telekom muss wissen, dass man umzieht, die Post muss alles nachsenden, WIEDER den Ausweis ändern, WIEDER jedem erklären, dass man nun woanders wohnt…NARF.

Überall stehen Kisten, man kommt nirgends mehr gescheit durch, man ist müde und will einfach alles nur noch hinter sich haben. Gottseidank haben wir alles so getimed bekommen, dass wir in den Herbstferien renovieren können, so muss ich nicht arbeiten und meine Eltern, die Lehrer sind, ebenfalls nicht. Sie unterstützen mich, wo sie können…sind halt meine aaaaaallerliebsten Eltern! =) Aber es wird echt anstrengend. Wenn ich mich gerade etwas drehe, fällt mein Blick auf meinen Mann, der zusammen gesunken an seinem PC vor einer Arbeit sitzt, die er noch fertig machen wollte, er aber so erledigt ist, dass er eingeschlafen ist…

Wenn das rum ist, schlage ich drei Kreuze…und hoffe, dass wir dann etwas länger drin wohnen bleiben dürfen.

Aber ich habe Hoffnung. Die Dame aus dem Alt, der das Haus gehört, hat mir am Samstag ein Busserl auf die Wange gedrückt und gesagt: „Wir möchten doch, dass du dich hier wohlfühlst.“ …und das ist doch ein gutes Zeichen…

Advertisements

Permalink Schreibe einen Kommentar

Herbstgedanken

11. Oktober 2010 at 13:10:15 (Allgemein)

Die Sonne wärmt den Nacken schön,
es ist das tollste Licht zu sehn –
so tief und voll, so blitzend gar,
es wunderschön im Walde war!

So manches Blatt noch leuchtet grün
als wehrte es sich mutig, kühn
dagegen, dass der Herbst es holt…
noch Sommerblatt es bleiben wollt’…

Das Licht, es brach hell durch das Laube,
legt‘ sich wie als sanfte Haube
auf die Köpflein derer, die
dadurch strahlten schön wie nie!

Doch das war das Wunderschöne,
denn auch leise, sanfte Töne
brachte dieses Licht auch hier
zum Geschenke dir und mir…

Wie ein Adler seine Schwingen
breitet über allen Dingen
so wuchs dieses Blatt am Baum
war so klein, man sah es kaum…

Und am Ende lag der See
und das ganze Seelenweh
aller harten Arbeitstage,
aller Müh und aller Plage
fiel herab mit einem Mal…
Freude nahm den Seelensaal
ein und tanzte wild umher!
Es ist Herbst…was will man mehr…

=)

Permalink Schreibe einen Kommentar

Die Spaghetti-Schlacht – und wie sie zum Selbstläufer wurde

07. Oktober 2010 at 23:10:05 (Allgemein)

Sachen gibts, die gibts gar nicht. 😀
Manchmal schüttele ich nur lachend den Kopf über Dinge, die sich entwickeln und plötzlich auch zum Selbstläufer mutieren.

In meinem Fotoforum habe ich natürlich den Bericht zur Photokina auch eingestellt…und dann wurde darüber diskutiert. Ich sagte irgendwann, dass ich es sehr schade gefunden habe,  dass ich nirgends Gummibärchen oder andere Leckereien angeboten bekam. Das war wirklich schade. Bei den Musikmessen gibt es immer Gummibärchen und Kekse und verpackte kleine Süßigkeiten…und da…nix. Daraufhin wollten mir User Restbestände von anderen Messen schenken, was natürlich sehr lustig, aber nicht sehr produktiv war, änderte es doch nichts an der Tatsache, dass ich auf der Photokina absolut leer ausgegangen bin!

Eine Userin mit Namen Kerstin meinte dann, dass sie Kinderschokolade und Miracoli möge und ob jemand nicht auch IHR was schicken wolle. Miracoli????

Es entbrannte eine Diskussion darüber, ob Miracoli wirklich essbar oder nur eine Fertigmampsche sei – woraufhin zwei Lager entstanden. Die Miracoli-Möger und die „Frischesser“. Und iiiirgendwie konnte ich mal wieder meine Klappe nicht halten und meinte, dass ich auf jeden Fall eine Soße hinkriege, die FRISCH ist und damit besser als die Miracoli-Pampe. Dabei will ich gar nicht sagen, dass ich Miracoli nicht mag. Ich habe es früher gerne gegessen, als ich noch nicht kochen konnte und würde es heute auch nicht ausspucken. Aber meine frische Soße ziehe ich da absolut vor.

Und dann passierte folgendes…

Ich wollte eigentlich Kerstin einladen, meine Soße mal bei mir zu testen. Dann kam ich drauf, dass wir doch gleich mal ein Spaghetti-Essen bei mir mit mehreren Leuten machen könnten. Mein Mann und ich zählten die Sitzmöglichkeiten zusammen und kamen auf knapp 20, mit einigem guten Willen auf genau 20. Ich machte also einen Thread auf und es meldeten sich schnell so viele Leute an, dass die 20 Plätze voll waren. Damit hatte ich nicht gerechnet, fand es aber super! Und dann kamen private Nachrichten, dass es bedauert würde, alle Plätze schon besetzt zu sehen. Ich überlegte, was ich tun könnte und fragte einfach mal bei unserer Pfarrgemeinde nach, die ein großes Zentrum haben und eine Riesenküche. Da ich den Chor dieser Gemeinde dirigiere, kenne ich mich dort gut aus. Und sowohl Pfarrer als auch der dortige Hausmeister stellen mir gerne die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung.

Ich erweiterte die Liste also bis auf 40 Personen und bisher sind 30 Leute zur Spaghettischlacht angemeldet! Es war so ein Zulauf und Zuspruch, dass ich tagelang hier nur rumgehüpft bin und überlegt habe, was das für ein Spaß wird und wie es am besten zu managen sei. Es kommen sogar Leute aus dem Münchner Raum!

Als nächstes kam die Tagesplanung. Also Essen…schon mal klar. Und dann? Man kann den Leuten ja keine mehrstündige Zugfahrt auferlegen und dann nichts mehr bieten! Also knüpfen wir noch eine Fototour dran in der Frankfurter Umgebung. Ein lieber Bekannter von mir ist Hobbyfotograf im Raum Frankfurt und kennt sich bestens aus. Er wird uns dann führen. Super, damit ist der Tag voll. Abends noch auf einem Weihnachtsmarkt einen Glühwein (das Treffen ist am 4.12.!) und der Tag hat viele schöne Highlights. =)

Abgehakt. Nun die Frage nach den richtigen Zutaten. Für so viele Leute muss die Planung früh stehen. Erst überlegte ich, ob ich irgendwie in der Lage sein könnte, Spaghetti selbst zu machen. Ich rief meine Schwägerin an, die Schwester meines Mannes, die Hauswirtschaftsleiterin ist. Als ich dann zwei Minuten lang nur ihrem Lachen durch den Telefonhörer lauschen durfte, konnte ich mir die Antwort dann fast denken, aber sie gab sie mir dann trotzdem: Ich solle von der Idee abrücken, da Spaghetti selbst zu machen doch einiges abfordert, nicht zuletzt bräuchte ich eine Maschine dafür…und etwas Talent und Geschick. Da es schon am letzteren scheiterte, brauchte ich mir über die Maschine gar keine Gedanken mehr zu machen.

Doch was tun? Ich bekam von mehreren Seiten die Firma TRESS empfohlen. Gute Nudeln, noch tolle Zutaten…ich klickte mir die Homepage von Tress mal auf und fand alles ziemlich lecker. So…Kunden-Login. Ähm. Ich bin ja noch kein Kunde…wo kann ich…ähm…da? Nee….hä…wo ist denn da die Möglichkeit, sich zu registrieren? Blond…gnaaaa… Ich fand keine Möglichkeit, mich als Neukunde zu registrieren (inzwischen weiß ich, dass das erst bei der Bestellung abgefragt wird und dort eingetragen werden kann – ein Freund von mir hat es einfach mal ausprobiert. :D), also klickte ich auf die Team-Support-Seite und dort auf KONTAKT für Kundenbestellungen. Darauf sandte ich eine Email mit folgendem Inhalt:

Sehr geehrte Familie Tress!

Hier aus ***** tönt ein Hilferuf an Sie.
In einem Forum, in dem ich tätig bin, hat sich eine Schlacht entwickelt, Miracoli gegen den Rest der Welt quasi. Ich stehe für den Rest der Welt, weil ich von normalen Fertigspaghetti und dieser Manschsoße absolut nichts halte. Frisch ist einfach klasse.

Nun haben sich ZWEIUNDZWANZIG Menschen zu mir angemeldet, die probieren wollen, ob Frische sich gegen Miracoli wirklich durchsetzen kann. Ich kann nur leider keine Spaghetti selbst machen, weil ich die Voraussetzungen (Maschine, Talent) nicht besitze, daher wende ich mich an Sie.
Sie wurden mir genannt als der beste Nudelfabrikant, bei dem die Nudeln total frisch, noch mit Ei und einfach optimal gemacht sind.

Ich würde gerne sechs Kilo Spaghetti bei Ihnen bestellen, habe aber bei „Kundenlogin“ irgendwie die buchstäblichen Tomaten auf den Augen, was eine Neu-Anmeldung angeht.

Vielleicht können Sie mir ja helfen.

Damals waren es erst 22 Mitglieder auf der Liste, aber die stieg ja noch an! Ich war gespannt, ob ich auf diesem Wege Erfolg haben könnte und irgendwie an die Nudeln kommen würde. Und tatsächlich, nach dem Wochenende kam die Antwort:

Sehr geehrte Frau L.,

vielen Dank für Ihre origenelle  E-Mail und Ihren Hilferuf aus ******.

Selbstverständlich unterstützen wir Sie gerne bei Ihrer Spaghetti-Schlacht
und werden unser Möglichstes tun, damit Sie diese Schlacht auch gewinnen.

Wir schicken Ihnen im Laufe dieser Woche die “ Munition “ – sprich 6 Kg.
Spaghetti – per DPD zu – natürlich kostenlos, aber mit einer kleinen Bitte:

lassen Sie uns doch – nachdem die Schlacht geschlagen ist – eine kurze Info
zukommen, wie das Duell ausgegangen ist.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und sind heute schon auf den Ausgang gespannt.

Mit freundlichen Grüßen von der Schwäbischen Alb verbleiben wir

Ich muss hier laut gequietscht haben, denn mein Mann guckte von seiner Arbeit auf und wollte natürlich gleich wissen, was los war. Mit dieser großzügigen Spende hatte ich ja NOCH weniger gerechnet!
Inzwischen ist das dicke Nudelpaket auch schon da, ich habe nochmal Kontakt aufgenommen, weil wir ja doch nun mehr Nudeln brauchen, habe aber gleich betont, dass ich diese zu zahlen gedenke, es kann ja nicht angehen, dass wir so eine Großzügigkeit noch ausnutzen. Und eingeladen zur Schlacht habe ich ihn auch! (Hatte ich eben vergessen zu erwähnen, der erste Kommentar von Norbert brachte mich aber drauf)

Inzwischen steht alles. Die eingemachten Tomaten für die Soße sind gekauft. Die Helfer kommen schon um zehn Uhr zum Aufbau, viele bringen noch leckere Sachen wie Antipasti oder Ciabatta und Salate mit, das wird eine tolle Schlacht! Und ich hoffe nur und bete, dass meine Soße wirklich so gut schmeckt, wie ich hoffe, sie hinzukriegen… Bis zum 4.12. müssen wir noch umziehen, aber hey, das ist ja wohl ein Klacks, im Gegensatz dazu… *lach*

Oh Gott… *rumhibbel*

😀

Permalink 6 Kommentare

Von Kleber und blöden Ausreden

01. Oktober 2010 at 12:10:15 (Allgemein)

Auch wenn man es oft nicht mehr hier liest, bin ich ja doch noch hauptberuflich Klavierlehrerin. 😉

Aber normalerweise erzähle ich darüber nicht so viel, weil das konzentrierte Arbeiten an den Stücken oft nicht so viel Raum für Erzählenswertes lässt. Ich möchte hier weder erzählen, was die Kinder mir anvertrauen oder ab und an einen „Kindermund“ bringen, das halte ich für falsch. Aber diese Sache muss ich erzählen, weil ich immer noch drüber lache.

Meine Klavierschüler sind total unterschiedlich. Manche sehr begabt, aber stinkfaul, manche sehr begabt und fleißig (das sind die, die dann auch Chancen beim Wettbewerb haben), viele normal begabt und normal motiviert, manche übermotiviert, manche unmusikalischer, aber arbeitswillig und manche gar nichts von allem – die unterrichte ich aber auch nicht. 😀

Eine meiner Schülerinnen gehört der Kategorie „nicht wirklich talentiert, aber doch gerne im Unterricht“ an. Sie kommt gerne, wir verstehen uns gut, aber sie muss wirklich hart arbeiten, um die Stücke hin zu kriegen. Es dauert lange, es zieht sich auch mal, ich muss öfter mal sanft meine Schuhspitze in Kontakt mit ihrem Gesäß bringen und immer wieder überlegen, wie ich sie motivieren kann. Sie ist total goldig, hat eine absolut lustige Art drauf und der Unterricht ist immer sehr spaßig. Aber sie muss eben wirklich viel Kraft lassen, um vorwärts zu kommen.

Nun war wieder Unterricht, sie hatte von letzter auf diese Woche zwei Stücke aufgehabt. Bei einem sollte sie „fertig“ üben, also sichern und flüssig spielen trainieren, bei dem anderen sollte sie die Hände einzeln beherrschen und als freiwilligen Zusatz vielleicht noch ein Stück zusammen. Ich verteile immer Sticker an die Stücke,  wenn sie gut waren. Wenn die freiwillige Zusatzaufgabe noch gemacht ist, gibt es einen besonderen Sticker aus einer Kiste. Funktioniert seit 12 Jahren. 😀 Die Kleine kam also, stellte ihre Noten auf den Flügel und begann mit dem ersten Stück. Das war passabel, sie sollte es ja auch nur sichern und flüssiger spielen können. Ich war einigermaßen zufrieden, auch wenn es besser hätte laufen können. Da ich ja weiß, wie sie strampeln muss, passte das schon. Ich zeichnete ihr noch einen Fingersatz ein und machte einen Kringel um eine Note, die sie immer falsch spielte…und wunderte mich sehr, dass der Bleistift so komisch auf dem Blatt schrieb und sah, dass es gewellt war.

Ich fragte daraufhin, ob das Heft nass geworden wäre, meine Schülerin schüttelte den Kopf: „Ich wüsste nicht…es hat ja nicht geregnet die letzten Tage…“

Nuja, ich habe mich nicht weiter gedanklich damit beschäftigt. Als wir das Stück fertig gearbeitet hatten, sollte sie das nächste vorspielen, das sie üben sollte. Sie blätterte hin und her…hin und her…mit etwas überraschtem Gesichtsausdruck. Ich sagte nur: „Das Stück war doch auf der folgenden Seite…einfach eins weiter blättern.“ Schon da hatte ich den Eindruck, sie schinde Zeit. Sie blätterte eine Seite weiter…und es ging von Seite 6 auf 9.

Hä?

Ich nahm ihr das Heft aus der Hand und schaute näher nach. Da klebten doch tatsächlich die Seiten dazwischen zusammen. Erst dachte ich, da sei halt was reingelaufen und versuchte, die Seiten sanft zu lösen. Keine Chance. Dann roch ich dran: Kleber. Meine Schülerin wurde blass.

„Was…ohgott…das muss meine kleine Nichte gewesen sein…“ (Sie hat eine viel ältere Halbschwester, die bereits Mutter ist).

Ich fragte sie mit skeptischem Blick: „Und WANN soll sie das gemacht haben?“, denn ich sah, dass die Blätter absolut fachmännisch gerade zusammen geklebt waren.
Wie aus der Pistole geschossen: „Letzten Mittwoch war sie da…“

Damit hatte ich sie. Sie hat immer mittwochs Stunde. Das bedeutet, dass sie, WENN das alles so stimmen sollte, die ganze Woche dieses eine Stück nicht angeguckt hatte, da es ihr ja „nicht aufgefallen war“.

Innerlich musste ich mir das Lachen verbeißen, äußerlich guckte ich sehr streng und ernst und forderte mit Nachdruck die Wahrheit.
Meine Schülerin sank in sich zusammen und sagte: „Ich muss wohl das Falsche geklebt haben…ich sollte im Matheheft zwei Seiten zusammenkl…“ Aber da ließ ich sie nicht aussprechen. Das war ja wohl die Höhe! Innerlich lag ich vor Lachen am Boden, aber in einem solchen Moment ist es einfach unklug, die Sache „witzig“ zu finden. Ich faltete sie also zusammen, denn es gibt nichts, was ich mehr hasse als Lügen. Mein Unterricht basiert immer auf einem guten Vertrauensverhältnis von Schüler und Lehrer, meine Schüler erzählen mir ALLES, dürfen auch sagen, wenn sie mal faul waren, mir ist das lieber als ein Lügenkonstrukt.

Ich schmiss meine Schülerin also aus dem Unterricht, erklärte ihr, dass sie gefälligst ein anderes Stück bis auf die Pieke vorzubereiten hätte, aber heute wolle ich sie nicht mehr sehen.
Sie war schneller aus dem Raum verschwunden als ich gucken konnte…und ich konnte endlich loslachen. Allerdings fragte ich mich auch, wie der Unterricht nach so einem Gesichtsverlust ihrerseits und Vertrauensverlust zwischen Lehrerin und Schülerin noch funktionieren sollte.

Als ich abends nach Hause kam, fand ich einen Brief im Briefkasten. Kinderschrift auf dem Umschlag.
Darin eine absolut niedliche und ehrliche Entschuldigung. Sie wisse ja, dass Lügen einfach nur blöd sei, sie es aber immer wieder mache, warum auch immer. Dass es ihr sehr leid täte und das Klavier zu ihrem Leben dazu gehöre und sie nicht aufhören wolle.

Als sie diesen Mittwoch in den Unterricht kam, habe ich dann mal die Arme ausgebreitet und sie hat sich erleichtert reingeschmust. Ich habe dann ihr Versprechen bekommen, dass sie mich nie mehr in sowas anlügt…

…ich hoffe, sie hält sich dran.

Jedesmal, wenn ich daran denke, muss ich einfach grinsen…also sowas… 😀

Permalink Schreibe einen Kommentar

Photokina – aus der Sicht eines Technikschafs

26. September 2010 at 18:09:49 (Allgemein)

Für die, die nicht wissen, was die Photokina ist:

Das ist die große Messe für Fotografie in Köln. Dort bauen alle Anbieter von Kameras, Fotozubehör, Fotosoftware, Fotoclubs etcpp ihre Stände auf und man kann als Fotograf/Hobbyfotograf oder einfach nur als Interessierter dort hingehen und sich alles anschauen. So taten das auch mein Mann und ich.

Der Wecker klingelte um sieben Uhr. Für manche eine Zeit, wo sie schon längst auf dem Weg zur Arbeit sind, für eine Musikerin, die durch den Arbeitsplan einen anderen Tagesablauf hat, TÖDLICH.

Aus dem Bett direkt ins Bad gefallen, halb bewusstlos das Gesicht in einen ertragbaren Zustand gebracht, in Trance einen Toast hineingestopft, ging es dann los. Mein Mann ist gefahren, gottseidank, wer weiß, wo ich gelandet wäre.

Wir ließen das Auto etwas außerhalb und fuhren dann mit der S-Bahn noch zwei Stationen „landeinwärts“. Ich war total aufgeregt (und deshalb auch doch langsam wach), denn ich freute mich erstens riesig und zweitens hatte ich die Hoffnung, viele Menschen aus meinem Fotoforum zu sehen, die ich noch nicht kannte. Das ließ mir das Adrenalin doch steigen.

Am Abend vorher war Kölner Foto-Stammtisch gewesen und das war auch schon total nett gewesen. Allerdings waren da kaum Leute, die ich nicht kannte, daher hoffte ich auf diesen Tag.

Nuja. Bevor wir uns dann durch den Drehtür-Engpass gewühlt hatten (ich hatte ja, bis wir durch waren, die Angst, dass diese ausgedruckten Internet-Karten irgendwie nicht funktionieren…), winkte es von der Masse auf der anderen Seite wild. Eine Bekannte aus dem Fotoforum kämpfte sich durch, strahlend und wir freuten uns sehr, uns endlich mal zu sehen. Sie war mit ihrer Frau zur selben Zeit wie wir angekommen und so liefen wir erstmal zusammen los.

Mir machten die Massen jetzt schon Bauchweh, ich hasse Menschenansammlungen…aber da muss man dann halt an einem Messetag durch. 😉 Zuerst ging es in den Hallenteil von Sony. Die Halfpipe mit den Kunsträdern und Skateboards war toll, allerdings war das Bildermachen schwierig. Einfach schon jetzt zu viel los.

Dafür war das „Sony-Modell“ ein ganz goldiges.

Mein Mann und ich wollten um elf beim Pressezentrum sein, um dort zu schauen, wer von unserem Forum alles dort in dem für uns zur Verfügung gestellten Raum war und ob es einem User unseres Forums gelungen war, von Tamron (einer Objektivmarke)

Auf dem Weg dahin kam uns schon eine Userin unseres Forums entgegen, eifrig mit einem französischen Herrn ins Gespräch vertieft. Da wir uns kennen, grüßten wir uns freundlich, wir wollten ja auch nicht stören. Später fiel ihr dann ein, dass sie uns ja hätte vorwarnen können, dass der Tamron-Termin insgesamt geplatzt war… 😀 Aber hey, wir wollten ja eh mal schauen, wer da so alles gekommen war. Neulinge, die ich nicht kannte? Kurz vor der Tür des Pressezentrums hörte ich plötzlich ein „Mahlzeit!“ und dieses Wort wagt sich nur EINER hier zu mir zu sagen! (Insider: ich kann das Wort „Mahlzeit“ als Gruß um die Mittagszeit nicht leiden, ein User zog mich damit immer und immer wieder auf, indem er Punkt zwölf irgendwo im Forum MAHLZEIT! schrieb… 😀 ) Ich war total überrascht, hätte ich diesen „alten Bekannten“ unseres Forums doch absolut da nicht erwartet, hatte er ja keinen Piep gesagt, dass er da ist.  Und das Allerschlimmste: es war erst kurz nach elf! Viel zu früh für ein Mahlzeit!!

Die Gruppe, die wir vorfanden, war eher kläglich (von der Größe her), leicht frustriert und reif für einen Kaffee. Doch der Mensch des Pressezentrums ließ uns nicht in die Caféteria, da wir alle keine Presseausweise hatten. Weder eine männliche Argumentation, noch ein weiblicher Dackelblick (die Freundin eines Users und ich gaben unser Bestes) ließen sein Herz erweichen. Er schickte uns „vor die Tür“, sorgte vorher aber dafür, dass wir diese auch wieder durchschreiten durften (normalerweise gilt die Karte der PK als Tageskarte nur, bis du wieder das Gelände verlässt).

Wir teilten uns daraufhin, denn mein Mann und ich waren ja gerade erst angekommen und wollten erstmal was sehen und nicht schon wieder sitzen und Kaffee schlürfen. Zwei Freunde schlossen sich uns an, die anderen marschierten zielstrebig in Richtung des Leben spendenden Koffeins.

Wir hatten NULL Ahnung, wo was war. Gott segne eine gute Vorbereitung…wir waren da eher ungesegnet. Von Infostand zu Infostand, mit kleinen beschriebenen Zetteln der freundlichen Mitarbeiterinnen mit Hallennummer und Standnummern, schlugen wir uns aber tapfer durch!

Mein Mann wollte natürlich als Panorama-Spezialist zu den Panoständen in Halle 4.1, einer unserer Freunde begleitete ihn. Da ich mit der Userin vom Anfang ausgemacht hatte, sie und ihre Frau um kurz vor zwölf zu einem kleinen Trunk nochmals zu treffen, ging ich zu Sony hinein, wo ich mich noch etwas genauer umschaute. Ich schaute mir die „Unaussprechliche“ an…das Prototyp-Modell von einer Sony-Kamera, die wohl irgendwas zwischen der 500er Reihe und der 700er Reihe werden soll, aber keiner Genaueres weiß. Nett. Sieht gut aus. Mehr lässt sich da ja nicht gerade sagen. Die NEX und auch die 33 und 55 von der Alphareihe interessierten mich absolut überhaupt nicht, ich habe eher den Entschluss gefasst, auf eine 850 zu sparen.

Bei dem ganzen Geheimnistuereigedöns von Sony überlegt man sich sogar, insgesamt langsam zu wechseln, damit man nicht irgendwann vor unverkäuflichen Dingen steht, aber noch habe ich ja Hoffnung.
Das 4/500 von Sony lag ebenfalls in der Vitrine…als Attrappe mit Aufklebern versehen…bah. Aber in echt sicher ein schönes Gerät!

Plötzlich tauchten Gruppenteile der Koffeintruppe auf! Ähm. So schnell wollten die also ihre Kaffees und Lattes und was der Geier getrunken haben?! Ein Blick auf die Gesichter sprach Bände.

„War zu…..“

Also kein Kaffee und ein kompletter Viertelstundenmarsch „vor die Tür“ für die Katz. Auch viele Snackpoints im Messegelände waren dicht. Und ausgerechnet an dem Tag hatte ich nen Dauerbrand. Von einer Getränkeflaschen zur nächsten hab ich mich gehangelt.

Mit den beiden Frauen ging es dann zurück zu Halle 4.1, wo wir alle zusammen dann je eine Bockwurst aßen, eine 0,2 Cola tranken…und für zwei Leute 10 Euro am Tresen ließen. Puh. Ich habe vergeblich das Blattgold gesucht, mit dem die Wurst wohl gefüllt sein musste… Die Kellner dort waren sehr eifrig. Sobald auch nur ein Teller leer SCHIEN, stürzten sie sich drauf. Die eine musste ihre noch halb volle Flasche Eistee verteidigen, mir wurde meine Serviette entführt, worauf ich theatralisch herum heulte und der Kellner mir sofort eine neue brachte. Und nicht nur das, kurz darauf kam er und hatte mir sehr kunstvoll eine gefaltet, die er mir dann, unter dem Gelächter des Tisches, auch noch kredenzte. 😀

Nachdem wir gegessen hatten und ich die Serviette einsteckte (ich brachte es nicht übers Herz, sie zu benutzen und dann wegzuwerfen), trennten wir uns, da die beiden Frauen noch schnell zu Canon wollten, bevor sie wieder nach Hause flogen (sie waren aus Österreich gekommen) und wir noch nicht genau wussten, was wir nun taten.

Aber irgendwie landeten wir dann auch in der CANON-Halle. Und da beobachtete ich Merkwürdiges.  Eine schöne Halle, vollgestopft mit Menschen…alle mit rotschwarzen Canon-Bändern um ihren Hals. Und dann…

Ein schäler Blick auf meine Sony-Kamera.
Ein genaueres Hingucken mit leichtem Verrenken des Kopfes.
Ein leicht verächtlicher Zug um den Mund…
Ein Weitergehen (und ich meine, ich hätte ein sanftes Kopfschütteln bemerkt!!)

Und das passierte mir da drin nicht nur einmal! Ich finde es mehr als ätzend, wenn man nach seiner Kameraausrüstung eingeschätzt und bewertet wird. Am liebsten hätte ich gesagt: „Ey, alta!! Gehnmir raus unn machn Bättel!!!!“ Unser Freund, als Canonier, sagte aber später, dass er genau dieselbe Erfahrung in der Sony-Halle gemacht habe.

Ich find’s zum Kotzen, ehrlich. Dieser Markenkampf nervt wie Hulle (ja, Hulle rauscht nicht nur, er nervt auch!!) und, auch wenn es immer so als wiiiitzig abgestempelt wird und dass man ja niiiix ernst meint, es kommt immer wieder durch. Und wenn ich dann den berühmten Spruch „so? NIE!“ höre, dann denk ich echt immer, wie schwachmatisch Leute doch sind… Anscheinend denken doch mehr als ich dachte, es käme vor allem auf die Kameramarke an, die man um den Hals hängen hat und nicht auf den Fotografen dahinter.

Die beiden Österreicherinnen liefen uns über den Weg. Wir hatten uns ja schon verabschiedet, umso lustiger war es, dass wir sie nun im Zweiminutentakt irgendwo sahen.

Ich hatte inzwischen meine Orientierung komplett verloren und wunderte mich so auch nicht, dass wir zum 345876. Mal an der Stuhlreihe mit den Masseurinnen und Masseuren vorbei liefen. Meine Füße begannen langsam den imaginären Finger zu heben und darauf zu verweisen, dass es sich mit medizinischen Strümpfen auf Dauer doch nicht so gut laufen lässt…die sind nämlich ohne Zehenteil und rollen sich ein.

Wusste ich vorher nicht und merkte, wie die Fußsohle immer mehr in Blasen aufging. Jeder Schritt schmerzte immer mehr…ja, ich bin eh die Queen im mir-selbst-Versauen von solchen Events. Also schon gewohnt. Ein weiterer Freund und Kölner stieß zu uns. Er hatte sich daheim etwas mehr Zeit gelassen, war erst jetzt auf die Photokina gekommen und lud uns auf ein Eis ein (leckaaaa!!!!) Wir schleckten selig eine Runde, während um uns rum die Messewütigen rannten. Draußen, in einem Zwischenhof, war ein etwas erhöhter Platz eingerichtet, auf dem angekettete Greifvögel einer Flugshow auf Aktion warteten. Massen an Fotografen unter ihnen (hoch durfte keiner), die fotografierten und fotografierten…Licht steil von oben, Vogel angestrengt weit über ihnen…hm. Naja, ich sag nix.

Insgesamt war das für mich eher ein trauriges Bild. Die Vögel waren die ganze Zeit diesen Menschenmassen und dem Lärm ausgesetzt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das für die armen Tiere stressfrei war. Und so was kann ich absolut nicht leiden. Nur für das „Amusement“, für Werbezwecke und um Neugier und Fotolust zu befriedigen, die armen Tiere den ganzen Tag über in der Sonne sitzen zu lassen…nee.

Wir sind dann noch zu den 3D-Fernsehern gegangen und haben mit lustigen Brillen auf der Nase geguckt, was das Fernsehen „der Zukunft“ so bietet. Nach zwei Minuten war mir SO speiübel, dass ich dachte, ich muss sofort aufs Klo rennen. Ich riss mir die Brille runter und musste mich an meinem Mann festhalten, weil mir furchtbar schwindelig war. Von diesem Trauma erholte ich mich nur sehr langsam.

Wir waren dann noch bei den Asiaten (Schnäppscher!!!) und ich bekam bei dem USA-Stand einen Sniper für gaaaaaaaaaaaaaanz günstig (Messeneuheit). Das Problem: es war der Allerletzte (nur noch ein Muster hing an der Decke in der Deko) und die vom Stand durften ihn nicht verkaufen. Er war auch am Stand richtig arretiert, damit ihn keiner runter nehmen konnte. Für mich war der aber perfekt. Antirutsch auf der Rückseite, ein schön breiter Bügel, weich, angenehm…und mit super System, damit man die Kamera weder abmachen, noch den Gurt verrutschen muss, um zu fotografieren.

Ich habe ihn dann erkämpft, weil ich erklärt habe, dass ich, als Migränepatientin, auf etwas Gutes angewiesen bin, das ich NICHT um den Hals sondern quer über die Schulter tragen kann, damit ich keine Kopfschmerzen kriege (daher habe ich auch immer noch keinen von den coolen Rucksäcken…) und durfte ihn dann doch erwerben. JUHUUU!!!

Danach gingen wir noch zum Stand der Darmstädter Fototage (vorbei an dem Playmate 2009, wo geschätzte Hunderttausend an männlichen Fotografen „brannten“). Ich durfte meine Karte dort lassen und habe mir eine von ihnen mitgenommen. Mein Mann und unser Kölner Freund wollten dann noch einmal um die ganze Halle „joggen“, um sich einfach mal einen Überblick zu verschaffen, was für Clubs und Anbieter hier sind (es war Halle 2). Unser anderer Freund und ich setzten uns und ruhten uns aus. Mit Schrecken sah ich, dass die Rolltreppe nicht ging…määäh…Treppenlaufen mit diesen Blasen…aua. Naja, war ja noch Zeit.

Plötzlich ein Weinen in ein paar Metern Entfernung. Einer der Ordner beugte sich zu einem kleinen Mädchen von ungefähr sechs Jahren, das schluchzte. Da schlägt ja gleich mein mütterliches Herz und ich näherte mich der Szene. Das Mädel hatte die Mutter und deren Freundin, mit denen sie hier war, aus den Augen verloren und war natürlich am Verzweifeln. Der Ordner wollte, nachdem das Kind mühevoll den Vornamen heraus gebracht hatte, zum Infostand und die Mutter ausrufen lassen, überlegte aber gerade, was er mit dem weinenden Mädchen machen sollte. Ich schnappte mir kurzerhand die Kleine (netterweise fasste sie auch vertrauensvoll die angebotene Hand) und wir blieben alle mit ihr sitzen. Vertrauensbildende Maßnahmen, Trost…was haben wir alle auf sie eingeredet. 😀 Sie beruhigte sich auch und schaute dann brav nach ihrer Mama, als ich ihr sagte, dass sie unbedingt in die Menge gucken muss, um sie nicht zu verpassen. Irgendwann (für ein Kind sicher eine Ewigkeit) schnellte sie hoch, quetschte sich durch die Menge, um am Hosenbein einer jungen Frau zu kleben, die sie wohl schon gesucht hatte. Es war die Freundin der Mutter – puh, alles klar.

Netterweise ging die Rolltreppe dann wieder! Ein kleines Geschenk für unsere Freundlichkeit? 😀

Mittlerweile war es fünf Uhr – und wir hatten einfach keine Lust mehr. Die Technik interessierte mich eh nicht so sonderlich, Mein Mann stellte fest, dass er einfach kein Messegänger ist, weil ihn das Stop and Go total nervt und die Massen an Leuten, Unsere Freunde hatte auch genug, so  trafen wir uns alle, auch die, die in anderen Ecken der Messe unterwegs waren, am Eingang Süd.
Eine Cola vom Colastand in die Hand gedrückt, erreichten wir Sonnenlicht und frische Luft. Ich habe selten so stark aufgeatmet. Dann mussten wir doch noch Treppe laufen, weil sowohl Rolltreppe als auch Fahrstuhl hoch zum Gleis nicht gingen…aber hey, auch das ging dann noch.

Wir waren daraufhin die absoluten Werbeopfer, da wir mit den erhaltenen Burgerking-Gutscheinen wirklich zu einem Burgerking fuhren…nur um dort dann festzustellen, dass wir eigentlich nichts von dem, was auf den Gutscheinen war, wirklich mochten, was dann dazu führte, dass wir doch den vollen Preis bezahlen mussten…nuja. Einmal im halben Jahr Fastfood muss drin sein.

Mein Fazit von der Photokina:

1.    Zu viele Menschen auf einem Haufen sind nix für meinen Mann und mich.
2.    Als Technikschaf ist es sehr ungünstig, eine Messe, die fast nur aus Technik besteht, zu besuchen.
3.    Es war schön, verschiedene neue Gesichter zu sehen!
4.    Auf dem Klo angerufen zu werden, wenn es rundum aus den Kabinen dann laut „TELEFOOOOOOOOOOOOOOOON!!!!“ brüllt, ist nicht angenehm.
5.    Ich möchte gerne ein neues Paar Füße.

Ansonsten war es eine Erfahrung, die man mal gemacht haben sollte… :mrgreen:
(Aber ich denke, ich werde sie in Zukunft nicht mehr machen. 😉 )

Permalink Schreibe einen Kommentar

« Previous page · Next page »